Der Speyerer Dom bei Nacht

Jahresstatistik veröffentlicht

Bistum Speyer: Mehr als 7.500 Kirchenaustritte im Jahr 2021

Stand

Das Bistum Speyer hat seine Jahresstatistik für 2021 veröffentlicht: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Mitglieder um fast 14.000 geschrumpft. Hauptursache sind die vielen Kirchenaustritte, teilte das Bistum mit.

"Es macht mich traurig, die neue Jahresstatistik zu sehen", sagte der neue Generalvikar Markus Magin am Montag laut einer Mitteilung. Die Zahlen zeigten deutlich, "dass viele Menschen eine innere Bindung an die Kirche verloren haben und nun auch die äußeren Bindungen kappen." Das Bistum Speyer zählte im vergangenen Jahr insgesamt 483.000 katholische Kirchenmitglieder - und damit 13.800 Mitglieder weniger als im Jahr 2020. Der Mitgliederschwund betrug laut Bistum rund 2,8 Prozent.

Der Dom in Speyer
Der Dom in Speyer

Kirchenaustritte im Bistum Speyer: Das sind die Gründe

Laut Bistum Speyer haben genau 7.579 Menschen die katholische Kirche in der Pfalz und im Saarpfalzkreis im Jahr 2021 verlassen. Andererseits sind knapp 140 Gläubige wieder- oder neu eingetreten. In Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr 24.551 Katholiken ihrer Kirche den Rücken gekehrt. 

Generalvikar Magin betonte ausdrücklich, das Bistum Speyer wolle die Missbrauchsfälle konsequent aufarbeiten, um so auch Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. "Traurig machen mich die vorliegenden Zahlen aber auch, weil ich um die vielen, vielen Menschen weiß, die sich ehren- und hauptamtlich in unserem Bistum engagieren und dabei Großartiges leisten."

Porträtbild von Markus Magin.
Der Speyerer Generalvikar Markus Magin.

Steigende Zahlen bei Taufen im Bistum Speyer

Bei den Taufen, Erstkommunionen und Firmungen verzeichnete das Bistum Speyer im Vergleich zum ersten Coronajahr 2020 wieder steigende Zahlen: 2.450 Kinder wurden getauft, rund 3.000 Kinder feierten Kommunion und 2.900 Firmung. Die Zahl der Bestattungen lag im vergangenen Jahr 2021 bei mehr als 6.300.

Generalvikar Markus Magin: Kirche ist erneuerungsfähig

Er glaube daran, dass die Kirche erneuerungsfähig sei, so der neue Generalvikar Magin. Sein Vorgänger Andreas Sturm hatte den Glauben an einen Wandel und tiefgreifende Reformen in der katholischen Kirche hingegen verloren: Er warf im Mai das Handtuch und trat als Generalvikar des Bistums Speyer zurück. "Ich habe im Lauf der Jahre Hoffnung und Zuversicht verloren, dass die römisch-katholische Kirche sich wirklich wandeln kann", so Sturms Begründung. Sturm galt innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland als Modernisierer, der sich für Frauen als Priesterinnen und ein freiwilliges Zölibat aussprach.

Ehemaliger Generalvikar Andreas Sturm: "Ich muss raus aus dieser Kirche"

Sein Rücktritt als Generalvikar von Speyer war ein Paukenschlag. Einen Monat später legt Andreas Sturm nun ein Buch über seine viel diskutierte Entscheidung vor.

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