Haus der Lebenshilfe in Sinzig nach der Flutkatastrophe. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Neues Haus gekauft

So geht es mit der Lebenshilfe Sinzig weiter

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Zwölf Menschen kamen im Haus der Lebenshilfe in Sinzig in der Flutnacht ums Leben. Die Suche nach einer neuen Bleibe war danach schwierig. Jetzt hat der Verein ein neues Haus.

Die Lebenshilfe habe die ehemalige Seniorenresidenz in Hohenleimbach im Kreis Ahrweiler gekauft, berichtet der Vorsitzende Ulrich van Bebber. Das Haus solle in den kommenden Monaten saniert werden. "Ziel ist es, in der zweiten Jahreshälfte einzuziehen“, so van Bebber.

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In dem neuen Haus sollen auch Menschen mit Beeinträchtigungen wohnen können, die besonders intensiv betreut werden müssen. Bisher wurde das Gebäude als Seniorenheim genutzt, davor war in dem Haus ein Hotel untergebracht.

Neues Haus kein Ersatz für Sinzig

Dennoch sei die neue Bleibe nicht als vollständiger Ersatz für das bei der Flutkatastrophe schwer beschädigte Lebenshilfehaus in Sinzig gedacht. Der Verein will weiterhin in der Stadt an der Ahrmündung bleiben. Bisher gestaltete sich die Suche nach einem neuen Grundstück aber als schwierig.

"Sinzig ist und bleibt unser Hauptstandort"

Wie die Lebenshilfe mitteilte, habe man aber nun ein neues Baugrundstück in der Harbachstraße in Sinzig gefunden. Hier könnten allerdings nur wenige Bewohner unterkommen. Deshalb plane die Lebenshilfe auch noch weiterhin ein neues Haus in der Stadt. "Sinzig ist und bleibt unser Hauptstandort", so Vorsitzender van Bebber.

Bewohner leben in Remagen und Mendig

Derzeit sind die Bewohner auf mehrere Standorte verteilt. Unter anderem sind sie in Mendig und Remagen untergebracht. Für beide Ausweichquartiere endeten die Mietverträge allerdings Ende 2024.

Das hochwassergeschädigte Haus in der Pestalozzistraße in Sinzig kann aber nicht weiter als Wohnheim genutzt werden. Das Gelände ist inzwischen als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen und kann nicht wie vorher bebaut werden. Außerdem sprächen hier psychische Belastungen dagegen - sowohl für die Betreuerinnen und Betreuer als auch für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Zwölf Bewohner der Lebenshilfe bei Flutkatastrophe gestorben

Die Tragödie in dem Wohnheim an der Ahr in Sinzig ereignete sich in der Flutnacht auf den 15. Juli 2021. Zwölf Menschen kamen hier ums Leben als das Wasser in das Haus drang. Die Nachtwache habe nur noch einen Teil der Bewohner retten können, berichtete die Lebenshilfe.

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SWR