Die Zentrale Abfallwirtschaft in Kaiserslautern (ZAK) stellt mehr Strom her. Das Unternehmen versucht sich energieautark zu versorgen.

Unternehmen befürchtet höhere Abfallgebühren

Abfallwirtschaft Kaiserslautern will weiter eigene Energie herstellen

Stand

Die Zentrale Abfallwirtschaft in Kaiserslautern will auch in Zukunft energieautark arbeiten. Dafür hat das Unternehmen einen Gasmotor angeschafft.

Betrieben wird dieser Gasmotor nach Angaben von ZAK-Chef Jan Deubig mit dem selbst erzeugten Bio- und Deponiegas aus Abfällen. Mit dem neuen Motor könnten so rund 1,5 Megawatt Strom erzeugt werden. Das ist etwa die Hälfte von dem, was das Biomassekraftwerk, das die ZAK ebenfalls betreibt, erzeugt.

"WIr wollen damit deutlich unsere Stromerzeugung steigern."

Ein möglicher Gasmangel im Zuge des Ukrainekriegs würde die Abfallwirtschaft in Kaiserslautern deshalb nur indirekt in Form der steigenden Inflation betreffen. Mit Ausnahme von Dieseltreibstoff für die Fahrzeuge sei das Unternehmen energieautark. Derzeit prüfe man außerdem, ob noch mehr Photovoltaikanlagen auf dem Firmengelände installiert werden können.

Jan Deubig
Der Geschäftsführer der ZAK, Jan Deubig.

ZAK verkauft Strom an Börse

Die Energieerzeugung sei ein wichtiges Standbein für die Abfallwirtschaft geworden, sagt Jan Deubig. Als Stromerzeuger profitiere die ZAK von den deutlich gestiegenen Strompreisen. Im Mai diesen Jahres sei das Unternehmen deshalb freiwillig aus der Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ausgeschieden. Nun vermarkte er den Strom an der Börse – und erziele deutlich bessere Preise.

Zentrale Abwallwirtschaft Kaiserslautern beklagt Lieferengpässe

Probleme bereiten der ZAK allerdings fehlende Rohstoffe sowie Lieferengpässen bei Ersatz- und Verschleißteilen. Nach eigenen Angaben benötigt die ZAK unter anderem Förderbänder. Deren Gummi sei aus Öl und Industrieruß hergestellt – beides Rohstoffe, die aus Russland kommen.

ZAK geht von steigenden Müllgebühren in Kaiserslautern aus

Jan Deubig sorgt sich ebenfalls vor den Folgen der hohen Inflation. Die steigenden Preise würden sich über kurz oder lang zu höheren Löhnen seiner Mitarbeitenden führen. "Ich gehe davon aus, dass das bei den nächsten Tarifverhandlungen Thema wird", sagte er. Ein weiteres Problem aus seiner Sicht ist eine Entscheidung der Bundesregierung. Ab Januar 2023 werde für die thermische Abfallverwertung eine CO2-Abgabe fällig. Deubig befürchtet, dass sich dadurch die Verbrennung von Abfall um 20 bis 30 Prozent verteuern könnte. Dadurch könnten die Müllgebühren steigen.

Stand
Autor/in
SWR