Borkenkaefer (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

Nach Schneebruch im April

Forstämter verhindern Borkenkäfer-Plage im Pfälzerwald

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Nach dem Schneebruch im April drohte im Pfälzerwald die große Borkenkäfer-Plage. Doch die Forstämter Kaiserslautern und Johanniskreuz wissen sich zu helfen, loben Experten.

In der Nacht auf den 9. April war der Schnee plötzlich in Massen vom Himmel gekommen. Im Bereich der Forstämter Kaiserslautern, Johanniskreuz und Bad Dürkheim krachten in der Folge zahlreiche Bäume unter der schweren Last einfach um. Als wäre das nicht schlimm genug, lauerte durch das nun im Wald umher liegende Holz die nächste Gefahr: "Für den Borkenkäfer ist so ein geschwächter Baum wie ein gedeckter Tisch", sagt Tobias Stubenazy von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt.

Der Pfälzerwald von oben (Foto: Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft)
Die Schneemassen im April haben im Pfälzerwald viele Bäume umstürzen lassen. Darüber freut sich der Borkenkäfer. Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft

Borkenkäfer fressen sich unter die Baumrinde und bekommen viele Kinder

Heißt konkret: Fängt der Borkenkäfer in seinen unter die Baumrinde gefressenen Tunneln erst einmal zu brüten an, gibt es schnell sehr viel Borkenkäfer-Nachwuchs. "Ein Weibchen kann bis zum Ende der Borkenkäfer-Saison bis zu 250.000 Nachkommen erzeugen", wird Tobias Stubenazy deutlich. Für die Forstämter im Pfälzerwald hieß es also handeln, um eine Borkenkäfer-Plage zu verhindern.

"Die betroffenen Forstämter in der Pfalz haben extremen Einsatz gezeigt."

Nach Einschätzung der Forschungsanstalt in Trippstadt haben sie das Stand heute geschafft. Die Forstämter in der Westpfalz hätten extremen Einsatz bewiesen und das viele Schadholz nach und nach abtransportiert, lobt Waldschutz-Experte Tobias Stubenazy. Teilweise helfe es beispielsweise auch, die Rinde der betroffenen Bäume zu entfernen, sodass der Borkenkäfer erst gar keine Nahrungs- und Brutstätte findet.

Spuren des Borkenkäfers (Foto: Forschungsanstalt für Waldökologie und Fortwirtschaft)
Der Borkenkäfer bohrt sich unter die Baumrinde und frisst dort Gänge. Die Forstämter Kaiserslautern und Johanniskreuz transportieren betroffene Bäume so schnell es geht ab. Forschungsanstalt für Waldökologie und Fortwirtschaft

Die Stadt Kaiserslautern entschloss sich entgegen ihrer Prinzipien im Mai sogar dazu, schwere Maschinen in ihrem Wald einzusetzen. Auf diese Weise sollen die umher liegenden Baumteile möglichst schnell aus dem Wald verschwinden. "Damit werden wir auch unter Hochdruck noch ein paar Wochen beschäftigt sein", teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Auch sie betont, der Borkenkäfer zeige aktuell keine außergewöhnliche Aktivität.

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Borkenkäfer-Saison noch lange nicht zu Ende

"Wir sind hier in der Pfalz wahrscheinlich mit einem violetten Auge davon gekommen", sagt Tobias Stunbenazy, wenn er an die Schneemassen im April zurück denkt. Entwarnung könne er mit Blick auf den Borkenkäfer aber noch nicht geben. Dessen Saison gehe üblicherweise bis November. Dementsprechend sei es wichtig, dass die Forstämter weiter auf umweltverträgliche Maßnahmen setzten, um den Wald zu schützen.

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