Mehr Schulsozialarbeit gefordert

Mehr Fälle von Körperverletzung an Schulen in RLP

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Die Fälle von Körperverletzung an Schulen in RLP sind in den letzten zehn Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen. Lehrkräfte und die Schülerschaft fordern mehr Schulsozialarbeit.

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Die Fälle von Körperverletzungen an Schulen in Rheinland-Pfalz nehmen nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) seit Jahren zu. Zwischen 2014 (646 Taten) und 2023 (996 Taten) sei die Anzahl der Taten um mehr als die Hälfte gestiegen. Der größte Teil dieser Taten ist nach Zahlen des Landesinnenministeriums unter Vorsatz geschehen.

Der Grund für die steigenden Fallzahlen ist für Emma Lucke, Sprecherin der Landesschüler*innen-Vertretung in RLP, klar: "Es fehlen die Anlaufstellen, wo man hingehen kann, wenn man mit Gefühlen überschwemmt ist, wenn man überlastet ist."

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In den Augen von Christiane Herz, Mitglied des Landesvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), liegen die Gründe für die steigenden Fallzahlen nicht zuletzt in den anhaltenden Nachwirkungen des Corona-Lockdowns. Aber auch Gewaltdarstellungen in den Sozialen Medien und globalen Krisen, die bei den Kindern und Jugendlichen Zukunftsängste auslösen würden. Dafür brauche es dann ein Ventil. Lehrkräfte würden der GEW zunehmend auch Hilflosigkeit im Umgang mit der steigenden Gewalt an Schulen rückmelden.

Grafik zu Körperverletzung an Schulen in RLP (Foto: SWR)

Auch Gewalt gegen Lehrkräfte

Die Landesschüler*innen-Vertretung und die GEW fordern mehr Schulsozialarbeit. Hinzu kommt in den Augen von Herz, dass das Lehrpersonal mehr Zeit bekomme, Beziehungsarbeit mit den Klassen zu leisten.

Die Gewalt findet laut Herz nicht nur unter den Schülerinnen und Schülern statt, sondern richte sich auch gegen Lehrkräfte. Dabei sei es schon vorgekommen, dass Lehrerinnen und Lehrer auf Plattformen wie TikTok "massiv beleidigt und auch bedroht werden".

Polizei und Politik wollen mit Prävention entgegenwirken

Man habe in den vergangenen Jahren das Angebot in der Schulpsychologie kontinuierlich ausgebaut, sagte RLP-Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). "An unseren Schulen ist kein Platz für Gewalt und wir werden sie nie tolerieren", betonte Hubig. "Wir wollen ein gemeinsames Miteinander mit Respekt und Wertschätzung, sowohl vonseiten der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte als auch Eltern." Beim Kampf gegen Gewalt setze das Bildungsministerium neben Demokratiebildung auf Schulpsychologen.

Seitens der Polizei versuche man, mit dem Projekt "PIT" (Prävention im Team) Gewalt an der Schule zu verhindern. Es richte sich speziell an die siebte und achte Jahrgangsstufe und solle die Schülerinnen und Schüler über Gewalt, Sucht und Fremdenfeindlichkeit informieren. Damit sollen laut LKA die Jugendlichen informiert und sensibilisiert werden und ihnen soziale Handlungskompetenzen sowie Werte vermittelt werden. Weitere Informationen dazu gibt es auch im Netz.

In Rheinland-Pfalz gibt es laut Ministerin Hubig zudem das einzige Institut für Lehrergesundheit in Deutschland. Das Land habe auch das Fortbildungsbudget für Angebote zur Prävention von Mobbing und Gewalt an Schulen stark ausgebaut. Hubig betonte: "In Fällen von Gewalt gilt: Wir wollen hinschauen und nicht wegschauen. Daher ermutigen wir alle, sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen, und alle Betroffenen, sich an die Schulaufsicht oder die Schulpsychologie im Pädagogischen Landesinstitut zu wenden."

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