CDU-Fraktionschef Christian Baldauf (Foto: IMAGO, IMAGO / Rainer Unkel)

Gegen Kompromiss-Vorschlag von Merz

CDU-Landeschef Baldauf sieht Frauenquote kritisch

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Der rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Christian Baldauf sieht die von Parteichef Friedrich Merz vorgeschlagene befristete Frauenquote kritisch. Es brauche "bessere Ideen".

"Ich sehe das nur als letzte Möglichkeit, wenn nicht andere Vorschläge kommen", sagte Baldauf der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Wir müssen bessere Ideen entwickeln, um mehr Frauen für die Mitarbeit in der CDU zu gewinnen."

Baldauf: Statt Quote kürzere Sitzungen

Um den Frauenanteil - "am besten die gleiche Anzahl wie Männer" - zu erhöhen, werde sein Landesverband für mehr Flexibilität in der praktischen Parteiarbeit plädieren. Frauen fehle es oft an Zeit, da sie nach wie vor den größten Teil der Kindererziehung übernähmen. So könnten Sitzungen beispielsweise auch zeitlich gestrafft und Themen konzentrierter diskutiert werden. Wichtig seien weiterhin neue digitale Kommunikationsformate, um mehr Frauen zu erreichen.

Die Frauen machen in der rheinland-pfälzischen CDU etwa ein Viertel aus. Baldauf warnte jedoch: "Es gibt wirklich andere drängende Probleme, die wir in Deutschland bewältigen müssen." Der Parteitag dürfe nicht nur von dem Thema Frauenquote bestimmt werden." Der CDU-Bundesparteitag befasst sich am 9. und 10. September in Hannover mit dem Thema. Positive Reaktionen auf den Vorschlag von Merz gab es etwa aus der CDU Region Trier.

Kompromiss-Vorschlag von Merz

Merz hatte mit Blick auf die parteiintern umstrittene Frauenquote vorgeschlagen, diese zeitlich zu befristen. Die Quote solle demnach Ende 2029 auslaufen und evaluiert werden. Man hoffe, dass man im Anschluss über diese Frage gar nicht mehr diskutieren müsse, sagte in diesem Zusammenhang CDU-Generalsekretär Mario Czaja.

Die Frauenquote ist in der CDU seit Jahren umstritten. Die schrittweise Quote bis 2025 war eigentlich schon im Jahr 2020 auf Druck der damaligen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer durch die Führungsspitze der Partei beschlossen worden. Der Antrag wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie nie einem Bundesparteitag zur Abstimmung vorgelegt. Czaja verwies darauf, dass es zu der Frauenquote in der Partei weiter "unterschiedliche Auffassungen" gebe. Derzeit liege der Frauenanteil bei den CDU-Mitgliedern bei 25 Prozent - und ist damit seit den 90er Jahren fast konstant.

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