Busfahrer privater Unternehmen im Warnstreik (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Tarifkonflikt verschärft sich

Streik im Busgewerbe: Ausfälle und Verspätungen auch am Wochenende

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In Rheinland-Pfalz stehen wieder viele Busse still. Seit Donnerstagabend sind Fahrerinnen und Fahrer des privaten Busgewerbes erneut im Streik. Dabei war eine Einigung im Tarifstreit in Sicht.

An vielen Orten in Rheinland-Pfalz warten Pendler, Schüler und andere Reisende momentan wieder einmal vergeblich auf Busse. "Wir sehen eine sehr hohe Beteiligung, überwiegend steht alles still", sagte Christian Umlauf von der Gewerkschaft ver.di am Freitag.

Am Donnerstagabend hatte die Gewerkschaft ver.di rund 3.000 Busfahrerinnen und Busfahrer des privaten Busgewerbes dazu aufgerufen, sofort in den Streik zu treten. Dem seien auch die meisten nachgekommen, teilte ver.di am Freitag mit - vor allem viele Fahrer und Fahrerinnen der DB Regio. Zahlreiche Busse blieben in den Depots, zum Beispiel in Mainz, Alzey-Worms, Koblenz, Zweibrücken oder Trier.

Die Busse der DB Regio sind vor allem im Umland um die größeren Städte unterwegs. Von den Streiks weniger betroffen ist der innerstädtische Busverkehr in den großen Städten. 

Viele Ausfälle rund um Mainz

Wegen Streiks des Subunternehmers DB Regio Bus in Mainz kam es unter anderem zu Beeinträchtigungen bei den Linien 6 und 9. Über das Wochenende sei ebenso mit vielen Ausfällen zu rechnen. Ein Sprecher der Mainzer Mobilität sagte, man versuche, einzelne Fahrten des Subunternehmers DB Regio Bus zu ersetzen. Allerdings sei die Personalsituation derzeit angespannt, zum einen infolge des Hackerangriffs auf die Mainzer Moilität im Juni und zum anderen wegen eines erhöhten Krankheitsstandes beim Fahrpersonal. Insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr sei mit zahlreichen Fahrtausfällen zu rechnen. Die Mainzer Straßenbahnlinien seien von dem Streik nicht betroffen.

Viele Ausfälle in und um Alzey

Nach Angaben der Kreisverwaltung Alzey-Worms werden in Alzey und im südlichen Landkreis nahezu alle Linien ausfallen, betroffen sei auch der Schülerverkehr. Es gehe um die Linien 424, 427, 428, 429, 430, 431, 432, 433, 434, 435, 436, 437, 438.

Busstreiks im Raum Alzey-Worms (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Auch im Gebiet Worms-Alzey kommt es zu Ausfällen im Nahverkehr. Große Warteschlangen waren in Worms aber nicht zu sehen. Picture Alliance

Koblenz: Auswirkungen des Streiks bis Dienstag

Auch im Norden von Rheinland-Pfalz kommt es wegen eines Warnstreiks voraussichtlich bis einschließlich Montag zu Verspätungen und Ausfällen im Busverkehr. Das Koblenzer Busunternehmen Zickenheiner informiert auf seiner Internetseite darüber. Buslinien der Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) seien dagegen nicht von dem Ausstand betroffen, hieß es. Ver.di habe dort nicht zum Streik aufgerufen. Fahrgäste sollten ansonsten im Norden von RLP grundsätzlich damit rechnen, dass keine Busse fahren, heißt es weiter. Der Warnstreik wirke sich möglicherweise bis kommenden Dienstag auf den Betrieb aus. Der Tarifkonflikt im privaten Busgewerbe schwelt seit drei Jahren. Die Gewerkschaft wirft dem Arbeitgeberverband vor, dass er einen Tarifabschluss am Donnerstag habe platzen lassen.

Zweibrücken: drei Busfirmen betroffen

In Zweibrücken haben sich nach Angaben der Stadt drei private Busfirmen angeschlossen: die Stadtbus Zweibrücken GmbH, die Verkehrsgesellschaft Zweibrücken GmbH und der DB Regiobus Mitte GmbH. Im Stadtgebiet von Zweibrücken fällt der Beigeordneten Christina Rauch (CDU) zufolge der gesamte Linien- und Schülerverkehr aus. Bei Überlandbussen sei ein Notfahrplan für Schüler eingerichtet worden.

Trier: Östliche Vulkaneifel und Eifelmaare betroffen

Wie der Verkehrsverbund VRT auf seiner Internetseite mitteilt, fallen im Bereich der Linienbündel Östliche Vulkaneifel und Eifelmaare Fahrten aus. Auch die Moselbahn werde bestreikt.

Seit drei Jahren währender Tarfikonflikt

Ver.di will mit dem Ausstand den Druck auf den Arbeitgeberverband VAV erhöhen. Der Tarifkonflikt schwelt bereits seit mehr als drei Jahren, es war dabei mehrfach zu Streiks gekommen. Zuletzt zeichnete sich eine Einigung beider Seiten auf einen neuen Manteltarifvertrag ab, der 2019 gekündigt worden war. Eine Grundsatzvereinbarung lag schon vor. Laut ver.di war die Arbeitgeberseite am Donnerstag bis zum Ende der Verhandlungsrunde jedoch nicht bereit gewesen, den Manteltarifvertrag zum Abschluss zu bringen.

VAV spricht von "überzogenen Forderungen"

Der Geschäftsführer der Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Verkehrsgewerbes Rheinland-Pfalz (VAV), Heiko Nagel, sagte am Freitag dagegen, ver.di habe "überzogene Forderungen" gestellt. Dabei gehe es um eine Einmalzahlung von 1.250 Euro für die Fahrerinnen und Fahrer sowie um eine Dienstzulage. Die dadurch entstehenden Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro seien für die Arbeitgeberseite nicht zu leisten.

Die Gewerkschaft zieht nach eigenen Angaben nun in Erwägung, mit dem VAV keine Verhandlungen mehr zu führen und den seit 3,5 Jahren gekündigten Manteltarifvertrag aus der Liste der repräsentativen Tarifverträge in Rheinland-Pfalz per Antrag entfernen zu lassen, wenn der Arbeitgeberverband bis Montag den Manteltarifvertrag nicht umsetze, hieß es.

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SWR