Ministerpraesidentin Malu Dreyer (SPD) von Rheinland-Pfalz (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Flashpic | Jens Krick)

Katholikentag in Stuttgart

Dreyer fordert radikale Erneuerung von katholischer Kirche

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Der Missbrauchsskandal lastet aus Sicht von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) schwer auf der katholischen Kirche: Die Kirche sei nur zu retten, wenn sie sich radikal erneuere, sagte sie beim Katholikentag in Stuttgart.

"Alles darunter wird nicht reichen", ergänzte Dreyer am Donnerstagabend. Die rheinland-pfälzische Regierungschefin äußerte sich beim Empfang ihrer Partei am Rande des Katholikentags.

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Dreyer lobt Reformprozess des Synodalen Wegs

Ausdrücklich stellte sich Dreyer hinter den von den Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angestoßenen Synodalen Weg und dessen Reformanliegen wie der Gleichberechtigung von Frauen. Zur Begründung ihres eigenen kirchlichen Engagements sagte Dreyer, die selbst Mitglied im ZdK ist: "Ich möchte einfach, dass das Salz des Evangeliums nicht komplett schal wird."

Ministerpräsidentin sieht wichtige Rolle für Kirche

Ohne die Kirchen und ihr Engagement wäre die Gesellschaft nach Ansicht Dreyers ärmer. Die Kraft des Glaubens habe viele Menschen durch die Corona-Pandemie getragen. Es sei wichtig, dass sich Christen für die Schwächsten stark machten. Und auch beim Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen könnten die Kirchen eine wichtige Rolle spielen: "Wir brauchen die ganze Kraft der Gesellschaft, um die Schöpfung zu bewahren."

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Ackermann: Missbrauchsskandal wird Kirche noch Jahre beschäftigen

Der Trierer Bischof und scheidende Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, rechnet damit, dass das Thema Missbrauch und Aufarbeitung die Kirche noch lange beschäftigen wird. "Das gehört auch dazu, dass wir mit dem Thema weiter befasst bleiben", sagte Ackermann am Freitag beim Katholikentag in Stuttgart. Es sei falsch, voreilig damit abschließen zu wollen. Je weiter die Aufarbeitung voranschreite, desto mehr Facetten von Missbrauch würden aufgedeckt. Dass Betroffene Kirche wieder als positiven Ort erleben könnten, davon sei die Kirche "noch Lichtjahre entfernt", sagte er. Zudem warb er für eine stärkere Aufarbeitung der Geschehnisse in den Gemeinden vor Ort.

Ackermann gibt Amt des Missbrauchsbeauftragten ab

Ackermann hatte Mitte April mitgeteilt, dass er nach zwölf Jahren das Amt des Missbrauchsbeauftragten zur Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda im September abgeben werde. Zugleich kündigte die Bischofskonferenz an, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in kirchlichen Zusammenhängen neu aufzustellen.

Zuletzt stand der Trierer Bischof massiv in der Kritik, weil er den Klarnamen einer unter Pseudonym bekannten Betroffenen sexueller Übergriffe offen gelegt hatte. Die Frau aus dem Bistum Trier, die selbst Angestellte des Bistums ist, hatte als "Karin Weißenfels" mehrfach von "geistlichem Missbrauch" und sexuellen Übergriffen durch einen Priester vor rund 30 Jahren berichtet. Ackermann hatte ihren bürgerlichen Namen vor etwa 40 Mitarbeitenden des Bistums genannt.

Er unterschrieb danach eine Unterlassungserklärung und bat die Frau um Entschuldigung. Betroffeneninitiativen und der Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz hatten Ackermanns Verhalten kritisiert und ihm einen Rücktritt nahe gelegt.

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