Die mRNA-Technologie könnte künftig für die Herstellung verschiedenener Impfstoffe und Medikamente zum Einsatz kommen. (Foto: IMAGO, imago images/Westend61)

Mainzer Impfstoffentwickler

BioNTech treibt Krebsforschung in London voran

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Das Mainzer Pharmaunternehmen BioNTech will in Großbritannien ein Forschungs- und Entwicklungszentrum zur Krebstherapie aufbauen. Bis 2030 sollen bis zu 10.000 Patientinnen und Patienten mit personalisierten mRNA-Krebsimmuntherapien behandelt werden.

Darauf habe sich das Unternehmen mit dem britischen Gesundheitsministerium geeinigt, teilte die Regierung in London am Freitag mit. Im Rahmen klinischer Studien sei es möglich, frühzeitig Zugang zu personalisierten mRNA-Krebsimmuntherapien zu erhalten.

Erste Krebspatienten ab 2. Jahreshälfte

Die nächsten Schritte der Zusammenarbeit sind laut BioNTech die Auswahl der Produktkandidaten, der Studienstandorte und die Erstellung eines Entwicklungsplans mit dem Ziel, bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 den ersten Krebspatienten in eine Studie aufzunehmen. Bei der mehrjährigen Kooperation geht es zudem auch um Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten, wie es von BioNTech hieß.

"Dank dieser Partnerschaft werden unsere Patienten bereits ab September zu den ersten gehören, die an Versuchen und Tests für gezielte, personalisierte und präzise Behandlungen teilnehmen können", sagte der britische Gesundheitsminister Steve Barclay.

"Die Kollaboration wird sich auf die Behandlung verschiedener Krebsarten und Infektionskrankheiten fokussieren, von denen insgesamt weltweit hunderte Millionen Menschen betroffen sind", sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin. "Das Vereinigte Königreich konnte Covid-19-Impfstoffe so schnell bereitstellen, weil der Nationale Gesundheitsdienst, akademische Forschungseinrichtungen, die Aufsichtsbehörde und der Privatsektor beispielhaft zusammengearbeitet haben."

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Entwicklung von mRNA-basierten Krebstherapien seit Unternehmensgründung

Die nun getroffene Vereinbarung sei ein Ergebnis der Lehren aus der Pandemie: "Wir haben gesehen, dass die Entwicklung von Arzneimitteln beschleunigt werden kann - ohne dabei Abkürzungen zu nehmen -, wenn alle nahtlos zusammen auf das gleiche Ziel hinarbeiten."

BioNTech arbeitet seit Unternehmensgründung an der Entwicklung von mRNA-basierten Krebstherapien, die sich spezifisch gegen den individuellen Tumor von Patientinnen und Patienten richten. Mehrere Hundert Betroffene wurden nach BioNTech-Angaben in den vergangenen Jahren im Rahmen von Studien bereits mit entsprechenden Produktkandidaten behandelt. Der Corona-Impfstoff des Unternehmens war 2020 das erste zugelassene mRNA-Medikament in der Geschichte der Medizin.

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