Die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH | Arnim Kilgus)

Bis zu 40 Minuten schneller

Ab Dezember stündlich Regionalzüge auf Neubaustrecke Ulm-Wendlingen

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Auf der Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen soll ab Dezember stündlich ein Regionalzug fahren und die Fahrzeit verkürzen. Deutlich schneller geht es aber erst mit "Stuttgart 21".

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember nimmt die Deutsche Bahn die Bahnstrecke Wendlingen-Ulm in Betrieb. Profitieren werden davon in erster Linie Zugreisende zwischen Tübingen, Reutlingen und Ulm. Hier verkürzt sich die Fahrzeit über die Neubaustrecke um bis zu 40 Minuten. Zwischen Ulm und Wendlingen fahren dann stündlich Regionalverkehrszüge.

Diese sind laut Bahn bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell und damit nach Aussagen der Deutschen Bahn die schnellsten Regionalverkehrszüge in Deutschland. Außerdem fährt in beide Richtungen einmal pro Stunde ein ICE über die Neubaustrecke.

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ICE-Fernverkehr fährt weiterhin auch durch das Filstal

Wegen der hohen Streckenbelastung zwischen Wendlingen, Plochingen und Stuttgart könnten die Züge nicht direkt nach Stuttgart geleitet werden. In Wendlingen müssten Reisende im Regionalverkehr daher in die Neckar-Alb-Bahn umsteigen, hieß es. Fernverkehrszüge fahren deshalb nach wie vor auch über die bisherige Strecke via Geislingen und Göppingen durch das Filstal. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte, "der größere Sprung der Fahrzeitverkürzung folgt mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21". Diese ist für 2025 angepeilt.

Mit dem Start des Vorlaufbetriebs der Neubaustrecke verkürzt sich im Dezember die Reisezeit im Regionalverkehr zwischen Ulm und Stuttgart zunächst um vier bis sieben Minuten, wie das Verkehrsministerium am Montag in Stuttgart mitteilte. ICE-Züge brauchen laut Angaben der Bahn auf dieser Strecke dann rund 15 Minuten weniger.

Neuer Bahnhof in Merklingen

Außerdem wird auch der Bahnhalt Merklingen auf der Alb ans Schienennetz angeschlossen. Der CDU-Landtagsabgeordnete im Ausschuss für Verkehr, Thomas Dörflinger, sieht die Inbetriebnahme der Neubaustrecke als einen wichtigen Schritt hin zu einer neuen Ära im Schienenverkehr in Baden-Württemberg.

"Der echte Quantensprung wird dann in drei Jahren mit der Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs in Stuttgart erfolgen."

Dörflinger: "Schienenknoten Stuttgart fit für die nächsten Jahrzehnte machen"

"Mit der Realisierung des Pfaffensteigtunnels, dem Ausbau des Nordzulaufs sowie der Digitalisierung werden die Voraussetzungen geschaffen, den Schienenknoten Stuttgart fit für die nächsten Jahrzehnte zu machen", so Dörflinger.

Auch wenn die Trasse nur einen Teil der geplanten Strecke zwischen Stuttgart und Ulm abdecke, sei es gefährlich, sie jetzt nicht zu nutzen, sagte Hermann weiter. "Denn dann würden wahrscheinlich in den nächsten drei Jahren allerhand Fledermäuse die Türme besiedeln, und anschließend würden wir das Projekt wieder von vorne beginnen."

Kosten der Bahn-Neubaustrecke: Vier Milliarden Euro

Die rund 60 Kilometer lange Trasse zwischen Ulm und Wendlingen ist Teil des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Deutschen Bahn und des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm. Mit der geplanten Inbetriebnahme von "Stuttgart 21" im Jahr 2025 soll die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm insgesamt rund eine halbe Stunde kürzer sein. Der Neubau des Streckenabschnitts hat rund vier Milliarden Euro gekostet.

Korrektur

In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass auf der Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen überwiegend Regionalzüge fahren. Neben den stündlichen Regionalzügen fährt jedoch auch einmal je Stunde und Richtung ein ICE über die Neubaustrecke. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

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