Symbolbild: Polizeiabsperrung mit Polizeiauto im dahinter  (Foto: IMAGO, IMAGO / Herrmann Agenturfotografie)

38-Jährige dringend tatverdächtig

Langenau: Neugeborenes Kind in Glascontainer ausgesetzt

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Rainer Schlenz
Rainer Schlenz (Foto: Spiesz-Design/Sabine Weinert-Spieß)

Eine 38-jährige Frau soll in der Nacht auf Samstag ihr neugeborenes Kind in Langenau ausgesetzt haben. Ein Zeuge hatte das Baby zufällig in einem Glascontainer entdeckt.

Ein Neugeborenes ist am Samstag in einem Glascontainer in Langenau (Alb-Donau-Kreis) entdeckt worden. Wie Staatsanwaltschaft Ulm und das Polizeipräsidium Ulm am Dienstag mitteilten, wurde eine 38-jährige Frau aus dem Alb-Donau-Kreis ermittelt. Sie ist in Untersuchungshaft, weil sie dringend tatverdächtig ist, ihr Kind ausgesetzt zu haben. Die Frau hat bislang nicht ausgesagt.

Pflegefamilie für ausgesetztes Baby gefunden

Das Jugendamt des Alb-Donau-Kreises kümmerte sich umgehend um das ausgesetzte Neugeborene. Inzwischen wurde eine Pflegefamilie gefunden, die das Baby aufnehmen wird.

Noch ist es in einer Klinik. Lebensgefahr besteht aktuell nicht, so die Mitteilung. Die Ermittler wollen sich im Umfeld der Tatverdächtigen umhören und dabei unter anderem herausfinden, ob die Frau ihre Schwangerschaft verheimlicht hat.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Totschlags

Bei einer Durchsuchung verdichteten sich Hinweise, dass es sich um die Mutter des ausgesetzten Kindes handelte. Sie ist nun in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Totschlags und Aussetzen eines Kindes.

Klinikmitarbeiterin begleitete Geburt per Telefon

Samstagnacht gegen 2 Uhr hatte sich ein Zeuge bei der Polizei gemeldet. Er hatte das neugeborene Kind in einem Glascontainer entdeckt. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft hörte der Mann ein Wimmern in dem Container. Er schaute hinein und entdeckte das Baby. Es war unterkühlt. Wäre es nicht entdeckt worden, hätte es die Nacht vermutlich nicht überlebt, so die Polizei.

Die Ermittlungen führten zunächst zu einer Klinik. Eine Mitarbeiterin dort hatte in jener Nacht eine Frau bei der Geburt am Telefon begleitet. Dann war der Kontakt abgerissen. Letztlich wurde die 38-jährigen Tatverdächtige als mutmaßliche Mutter des Kindes ermittelt.

Bei der fraglichen Klinik handelt es sich nicht um eine Klinik im Alb-Donau-Kreis, teilte eine Sprecherin mit. Fest stehe, dass eine telefonische Begleitung einer Geburt ein höchst seltener Vorgang sei. Eine Hebamme, die seit 30 Jahren in ihrem Metier arbeitet, sagte, dies sei in ihrer gesamten Laufbahn nur zwei Mal passiert.

Ausgesetztes Neugeborenes - Entsetzen in Langenau

"Dieser Vorfall bewegt mich sehr und wir sind froh, dass es dem Kind gut geht", sagte der Bürgermeister von Langenau, Daniel Salemi, in einer Stellungnahme. "Unsere Gedanken sind bei dem Kind und allen, die an seiner Rettung beteiligt waren", heißt es weiter. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind demnach sehr betroffen. Gleichzeitig seien die Menschen in Langenau dankbar, so Salemi, dass das Kind zum Glück gefunden wurde und wohlauf ist.

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