Ein Schüler meldet sich im Unterricht.

Neue Studie der Uni Tübingen

Überraschende Erkenntnis: "Streber" sind beliebter als gedacht

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Nathalie Waldenspuhl
Nathalie Waldenspuhl ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

Von wegen "blöder Streber". Jugendliche mit guten Noten sind in ihrer Klasse meist besser integriert als Schüler, die schlechter abschneiden. Das sagen Forschende der Uni Tübingen.

Wer gute Noten schreibt, ist in der Regel auch beliebt. Zu diesem Ergebnis kommen Bildungsforscher der Universität Tübingen und der Berliner Humboldt-Universität. Demnach trifft das Klischee vom "Streber", der von seinen Mitschülern gehänselt wird, gar nicht zu.

Geschlechterklischees spielen keine Rolle

Das Forschungsteam hat für die Studie rund 45.000 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe in Deutschland befragt. Demnach werden Jugendliche mit guten Noten häufiger um Hilfe gebeten. Geschlechterklischees spielen dabei keine Rolle. Auch Mädchen, die in Mathe gut sind, oder Jungen, die Sprachtalent haben, sind in der Klasse angesehen.

"Die Botschaft unserer Studie lautet, dass viele leistungsstarke Kinder sehr gut sozial integriert sind - unabhänig davon, ob ihre Leistungen vermutlich genderkonform oder non-konform sind.

Forschungsteam will Vorurteile und Ängste abbauen

Ziel der Studie war es, die schulische Leistung von Jugendlichen mit deren Integration in der Klasse zu vergleichen. Dazu gehören Faktoren wie Freundschaften oder die Akzeptanz innerhalb der Gruppe. Das Forschungsteam aus Tübingen ist der Meinung, dass Vorurteile und Ängste so abgebaut werden können. Kinder und Jugendliche sollten sich unbelastet weiterentwickeln und ihre Fähigkeiten auch zeigen.

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