Umstrittene Atomkraft

Letzte Brennelemente haben das stillgelegte Kernkraftwerk Fessenheim verlassen

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Wera Engelhardt

Zwei Jahre ist es her, dass das Kernkraftwerk Fessenheim im Elsass abgeschaltet wurde. Jetzt lagern dort auch keine Brennelemente mehr. Kritiker geben trotzdem keine Ruhe.

Die letzten Brennelemente aus dem stillgelegten elsässischen Atomkraftwerk in Fessenheim haben die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague in der Normandie erreicht - nach Ansicht von Kritikern ist die atomare Gefahr damit aber nicht gebannt. Sie sei lediglich exportiert worden, kritisierte die Mitwelt-Stiftung Oberrhein in einer Mitteilung.

Grundsätzlich sei der Abtransport der Brennelemente eine gute Nachricht, sagte Axel Mayer von der Mitwelt-Stiftung. Damit sei die schlimmste regionale Unfallgefahr gebannt.

Nun müsse sich die Umweltbewegung am Oberrhein verstärkt um die Uralt-Atomkraftwerke in der Schweiz kümmern, mahnte Mayer, der sich als Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Freiburg jahrelang für das Ende des Atomkraftwerks in Fessenheim stark gemacht hatte.

Kernkraftwerk war wegen Sicherheitsbedenken umstritten

Nach mehr als 40 Jahren Betrieb war das direkt an der Grenze zu Baden-Württemberg liegende Kernkraftwerk Fessenheim vor rund zwei Jahren abgeschaltet worden. Wegen Sicherheitsbedenken war es jahrelang umstritten gewesen.

Anti-Atom-Protest gegen das AKW Fessenheim (Foto: dpa Bildfunk, Sebastien Bozon)
Anti-Atom-Protest gegen das AKW Fessenheim - anlässlich des 50jährigen Bestehens der Proteste gegen das AKW Wyhl am Kaiserstuhl Sebastien Bozon

Französischen Medienberichten zufolge wurden die 314 Brennelemente in den Reaktoren nach ihrer Abschaltung zunächst in Kühlbecken untergebracht. Schritt für Schritt wurden sie dann nach La Hague transportiert.

Ehemaliger Betreiber EDF: Abtransport "wichtiger Schritt"

Une étape importante dans le pré démantèlement du site vient d’être franchie. Un peu plus de 2 ans après l’arrêt définitif des réacteurs, notre dernier convoi de combustible usé a été réceptionné par les équipes d’@OranolaHague https://t.co/1BcRGHApKq

Ende August teilte der französische Energiekonzern EDF als ehemaliger Betreiber des Kernkraftwerks im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass die letzten Brennelemente Fessenheim verlassen hätten. Damit sei ein wichtiger Schritt des Abbaus des Kernkraftwerks getan.

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