trockenes Flussbett (Foto: SWR)

Wegen anhaltender Trockenheit

Freiburger Hydrologe zum Wassermangel: Die Lage ist sehr akut

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Charlotte Schönberger

In Südbaden wird das Wasser knapp. Hydrologe Michael Stölzle von der Uni Freiburg ist mit Blick auf den Grundwasserstand besorgt.

Die Grundwasser-Messstellen zeigen, wie es um das Wasser im Land steht. Michael Stölzle, Hydrologe an der Universität Freiburg, beobachtet den Wasserstand und zieht keine positive Bilanz: Der Wasserstand sei in etwa 25 Prozent der Fälle unterdurchschnittlich. Im Laufe des Sommers und des Herbstes werde das noch zunehmen.

Heiß und trocken: Niedrigwasser bei drei Viertel der Pegel

Das Problem: Der Sommer ist nicht nur heiß, sondern auch sehr trocken. 75 Prozent der Pegel im Land zeigten bereits Niedrigwasser an, beobachtet Stölzel. 2018 seien es zum gleichen Zeitpunkt etwa 15 Prozent weniger gewesen.

"Wir sehen also, dass die Lage auch dieses Jahr sehr akut ist."

Einige Landratsämter, etwa Lörrach und Emmendingen, haben bereits reagiert und verboten, Wasser aus Flüssen zu entnehmen. Menschen sollen zum Gießen weniger Wasser verbrauchen, aufs Autowaschen verzichten, so der Appell. Das könne regional einen Effekt haben, meint der Hydrologe. Es gäbe allerdings zum Beispiel in der Landwirtschaft einen erhöhten Bewässerungsbedarf, gerade während solcher Hitzewellen. Dann sei davon auszugehen, dass auch aus dem Grundwasser Wasser entnommen wird. Die Lage sei daher derzeit nicht gut.

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Hydrologe: Hitzewellen werden häufiger und intensiver

Die Situation wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, ist Michael Stölzle überzeugt. Immerhin sei das Land Baden-Württemberg bezüglich Notfallplänen und Akutmaßnahmen gut aufgestellt. Dennoch müsse man das größere Bild sehen: Derzeit sei die Erde bei 1,1 Grad Erwärmung. Die UN geht von 3,2 Grad Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Hitzeperioden würden also zunehmen, intensiver werden und noch für ganz andere Probleme sorgen. Die CO2-Minimierung müsse deshalb von Bund und Ländern dringend angegangen werden, fordert Stölzle.

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