Es ist der historisch erste deutsche Heimweltcup im Bereich Para Alpin. Rund 60 Alpin-Sportlerinnen und Sportler werden in den kommenden Tagen beim FIS Para Alpine Ski Worldcup am Feldberg an den Start gehen. Dienstagvormittag haben die Rennen begonnen. Die Wettbewerbe in den unterschiedlichen Versehrten-Klassen werden auf dem unteren Teil der FIS Weltcup-Strecke ausgetragen.
Die Wettkampfpiste ist in einem perfekten Zustand und wird den Para-Sportlern alles abverlangen.
Piste am Feldberg perfekt präpariert
Die rund 700 Meter lange Steilpiste ist mit Kunst- und Neuschnee präpariert worden. Gestartet wird an der Mittelstation der Sesselbahn - das Ziel befindet sich an der Talstation. In den vergangenen Wochen waren Experten damit beschäftigt, die Weltcup-Strecke optimal für die Wettbewerbe vorzubereiten. Durch die kalten Temperaturen in den Nächten war es möglich, die Piste auch künstlich zu beschneien.
Es sei die steilste Wettkampfstrecke im Welt-Cup dieses Winters, sagte Veronika Fuß, die Sportwartin des Skiverbandes Schwarzwald. Die Wettbewerbe auf der anspruchsvollen Piste laufen seit Dienstag zehn Uhr und die Stimmung allgemein sei sehr gut, sagte Fuß in einem SWR-Interview.
Veronika Fuß, Sportwartin des Skiverbandes Schwarzwald:
Anna-Lena Forster freut sich auf Heimweltcup
Sie ist viermalige Paralympics-Siegerin und wird auch am Feldberg an den Start gehen: Paralympics-Athletin Anna-Lena Forster aus Radolfzell. "Ich finde es mega cool und es bedeutet mir sehr viel, dass ich so etwas miterleben darf", sagte sie vor den Rennen am Feldberg. Viele ihrer Freunde, Bekannte und Verwandte hätten schon zugesagt zu kommen. "Das ist mir schon viel Wert und freut mich, dass da so eine Begeisterung ist", sagt Forster.

Ich habe mir vorgenommen, Vollgas zu geben.
Den Weltcup in St. Moritz hatte die Monoskifahrerin zuletzt verpasst, nachdem sie Anfang Januar im Training eine Gehirnerschütterung erlitt. Sie habe von "Übelkeit, Kopfweh, Verspannungen bis hin zu lichtempfindlichen Augen" alle möglichen Symptome durchlebt. Jetzt fühle sie sich aber bereit für den Weltcup. "Mir geht's wieder gut, Gott sei Dank. Ich habe die Gehirnerschütterung gut auskuriert", schrieb sie auf der Homepage des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Bedenken habe sie keine, dass sich ihre Leistungsfähigkeit dadurch verringert hat. Anna-Lena Forster will in ihrer Paradedisziplin ihr "bestes Skifahren" zeigen und damit den Leuten beweisen, "wie cool" Para-Alpin-Sport ist.
Para-Worldcup über Sponsoren finanziert
Insgesamt kosten die drei Wettkampftage rund 100.000 Euro. Finanziert wird das Event von zahlreichen Sponsoren. Die Veranstaltung entstand unter anderem durch die Kooperation der Feldbergbahnen und des Skiverbandes Schwarzwald als Ausrichter. Neben Organisator Julian Probst, Geschäftsführer der Feldbergbahnen, war auch Para-Bundestrainer Justus Wolf maßgeblich daran beteiligt, dass der Worldcup in den Schwarzwald kam.
Der Bundestrainer wollte unbedingt, dass erstmals auch in Deutschland ein solcher FIS-Weltcup veranstaltet wird
Werbung für Wintersport am Feldberg
Für den Mitorganisator des FIS Para Weltcups im Feldberggebiet, Julian Probst, soll mit den Wettbewerben auch Werbung gemacht werden. Werbung für den Skisport als Familienevent - ob mit oder ohne Behinderung. Auch gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Diskussionen, habe Wintersport eine Zukunft, meint Probst.
Julian Probst, Mitorganisator des Para Welt-Cups im Schwarzwald:
Drei Wettbewerbe mit je sechs Entscheidungen
An allen drei Wettkampftagen (Dienstag bis Donnerstag) wird es jeweils einen Wettbewerb mit zwei Slalomdurchgängen geben. Dabei treten Sportlerinnen und Sportler in den drei Klassen "Sitzend", "Stehend" und "Sehbehindert" gegeneinander an. Insgesamt wird es also sechs Entscheidungen geben. Die Wettbewerbe starten am Dienstag um 10 Uhr, der zweite Lauf beginnt um 13 Uhr. Die Siegerehrungen sind jeweils um 14:30 Uhr. Der Eintritt für Zuschauerinnen und Zuschauer ist frei. Das ZDF überträgt die Wettbewerbe in einem Livestream im Internet. Der SWR berichtet ebenfalls im Internet, im Fernsehen und in den Regionalnachrichten von SWR4 Südbaden über den Worldcup.