Eine Frau fährt auf einem Fahrrad über eine Freiburger Brücke, während im Hintergrund die Sonne aufgeht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)

Verkehrswende made in Freiburg

Offensive für Fußgänger und Radfahrer in Freiburg

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Ulrike Alex

Freiburg will fit für den Verkehr der Zukunft werden. Dafür wurde in Rad- und Fußwege investiert. Worauf es dabei ankommt, erklärt der Leiter der städtischen Verkehrsplanung.

Die Verkehrswende kommt in Schwung. In der ganzen Republik bemühen sich Städte um nachhaltige Mobilität. Auch in Freiburg wurde viel Geld in die Hand genommen: 16 Millionen Euro - so viel hat die Stadt noch einmal in die Verkehrsplanung investiert. Viel Geld. Doch auf Geld allein kommt es nicht an. Der Chef der Verkehrsplanung in Freiburg, Georg Herffs, erklärt, dass es vor allem Köpfchen braucht, damit alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer Platz finden.

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Der Radverkehr verändert sich

Eine Herausforderung ist laut Herffs, dass der Radverkehr extrem heterogen und im Wandel ist. Vom E-Bike bis zum Lastenrad verändert sich diese Form der Mobilität stetig. Damit gehen unterschiedliche Geschwindigkeiten einher und unterschiedliche Breiten für die benötigten Fahrradwege. Eine mögliche Antwort aus Freiburg: Verschiedene Verkehrsführungen kombinieren. "Damit man für die sicheren Radfahrer etwas hat, die sich schnell und mit viel Selbstbewusstsein im Verkehr bewegen", sagt Herffs. Gleichzeitig hat man dann aber auch eine Verkehrsführung für Radfahrer, die ein bisschen unsicher und langsamer sind oder auch für Kinder. Denn die brauchen eine andere Infrastruktur, so Herffs weiter.

Freiburger Radfahrer ist robuster Typ

Eine weitere Herausforderung dabei ist laut Georg Herffs von der Stadt Freiburg: Es gibt kaum Vorbildstädte, deren Konzepte universal übertragbar seien.

"Es ist nicht ganz so einfach, weil man nicht eins zu eins etwas kopieren kann. Und was auch wichtig ist: Der Radfahrer ist international anders."

Der Freiburger Fahrradfahrer-Typus sei relativ schnell und robust unterwegs. In Kopenhagen etwa sei man in der Regel etwas langsamer und mit einem anderen Bewusstsein im Verkehr unterwegs, so Herffs. Dort heben die Radfahrer die Hand, beim Abbiegen geben sie auch grundsätzlich ein Handzeichen. Das passiere in Freiburg so nicht.

Freiburg: Auch Fußgänger und Autos mitdenken

Verlässt man das Feld der Radfahrer, wird das Ganze noch einmal komplizierter: Denn je schneller und schwerer Fahrräder werden - Stichwort E-Lastenrad - desto wichtiger wird es, auch Fußgänger zu schützen. "Wir versuchen in der Regel, den Rad- und den Fußverkehr zu trennen", erklärt Herffs. Etwa indem der Radweg asphaltiert und der Fußweg gepflastert wird. Und schließlich darf man auch das Auto nicht vergessen:

"Wir haben schon immer versucht, das Auto nicht zu verteufeln. Auch der Kraftfahrzeugverkehr hat eine Berechtigung in der Stadt."

Deshalb, so Herffs, versuche man auch das Auto in der Freiburger Verkehrsplanung immer mitzudenken.

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