Ein rein elektrisch betriebenes Pistenfahrzeug fährt durch den Schnee.

Dreiland Aktuell

In einem Schweizer Skigebiet fährt jetzt eine Elektro-Pistenraupe

Stand
AUTOR/IN
Matthias Rusch, Schweizer Fernsehen
ONLINEFASSUNG
Wera Engelhardt

Im Skigebiet Flumserberg wird aktuell ein Elektro-Pistenfahrzeug getestet. Es soll Geld sparen und die Umwelt schonen. Doch noch gibt es einen großen Nachteil.

Auffallend leise pflügt die Pistenraupe durch den Schnee im Skigebiet Flumserberg im Kanton St. Gallen. Kein Röhren des Verbrennungsmotors, nur das Rattern der Raupen und das Häckseln der Schneefräse sind zu hören. In dem Schweizer Skigebiet kommt in dieser Saison erstmals ein Elektro-Pistenfahrzeug zum Einsatz. Die Testphase dauert den gesamten Winter und soll zeigen, wie gut sich die Schneeraupe im Vergleich zu den mit Diesel betriebenen Fahrzeugen schlägt.

Neben dem geringeren Lärm hat das Fahrzeug aus Sicht der Betreiber des Skigebiets einen weiteren gewaltigen Vorteil: Sie sparen mit der Elektro-Pistenraupe nach eigenen Angaben etwa 13.000 Liter Diesel pro Winter. Das bedeutet auch: deutlich weniger CO2-Ausstoß. Die Maschine gilt außerdem als energieeffizienter und wartungsärmer.

Problem: Reichweite deutlich kürzer als beim Dieselfahrzeug

Es gibt aber einen Knackpunkt: Mit Diesel betriebene Maschinen fahren mit einer Tankfüllung bis zu acht Stunden. Noch ist die Reichweite bei elektrischen Pistenfahrzeugen deutlich geringer, wie Daniel Bless, Pistenfahrzeug-Führer im Skigebiet Flumserberg, berichtet: "Diesen Winter haben wir ganz harte Verhältnisse, wo viel Leistung gebraucht wird. Dann sind wir bei einer Leistung von zwei bis drei Stunden."

Die Einschätzung des Elektromobilitäts-Experten Peter de Haan von der ETH Zürich dürfte die Betreiber des Skigebiets ermutigen: Er sagt, dass die Entwicklung der Batterien rasch voranschreite und die Leistung sich bald deutlich verbessern werde. "Schon die nächste Generation der Fahrzeuge wird sämtliche Einsätze bewältigen könnten", glaubt de Haan. In acht bis zehn Jahren - so die Prognose - dürfte die Reichweite der Elektrofahrzeuge vergleichbar sein mit Dieselmaschinen.

Elektrofahrzeug auf Wanderwegen und Loipen im Einsatz

Am Flumserberg arbeiten sie unterdessen zusammen mit dem Hersteller daran, dass die Elektro-Pistenraupe mit einer einzigen Ladung länger fahren kann. "Das Spezielle am Elektromotor ist, dass er die Leistung sofort hat", sagt Rolf Blumer, Geschäftsführer von Flumserberg Tourismus. "Jetzt ist aber die Frage, ob der Fahrer die volle Leistung immer braucht, oder ob es nicht reicht, im Eco-Modus zu fahren." Einen solchen Modus haben sie mittlerweile programmiert. Jetzt hält der Akku immerhin schon eine Stunde länger.

Das ganze Skigebiet elektrisch zu präparieren - darum geht es jetzt erstmal noch nicht. Das Elektro-Fahrzeug kommt vorerst vor allem auf den Loipen und Winterwanderwegen zum Einsatz.

Weitere Themen der Sendung Dreiland Aktuell vom 02.03.2024 im SWR Fernsehen:

Immer mehr neue EU-Verordnungen, dazu der Klimawandel und ein neues Gesundheitsbewusstsein, was Alkohol angeht: All das macht es den Winzern am Oberrhein nicht leicht. Im Markgräflerland haben sich diese Woche Weinbauern und Weinliebhaber aus Südbaden und dem Elsass getroffen und ausgetauscht bei einem deutsch-französischen Weinsalon.

Und: Entlang der Deutsch-Schweizer Grenze können Landwirte jeweils im anderen Land Ackerflächen pachten und die Erträge zollfrei verkaufen. So ist es vertraglich festgeschrieben. Für die deutschen Bauern im Landkreis Waldshut hat diese Regelung aber eigentlich nur noch Nachteile - wegen des Wechselkurses und der Kaufkraft der Schweizer. Nun fürchten sie um ihre Existenz und die gesamte Landwirtschaft an der Grenze.

Bad Säckingen

Dreiland Aktuell Wegen Pharma-Standort an der Grenze: Kreis Waldshut erwartet Tausende Zuzügler

Im Kanton Aargau sollen rund 10.000 Arbeitsplätze entstehen - direkt an der deutschen Grenze. Der Landkreis Waldshut erwartet Tausende Zuzügler - eine enorme Herausforderung.

SWR Aktuell Baden-Württemberg mit Dreiland Aktuell SWR BW

Stand
AUTOR/IN
Matthias Rusch, Schweizer Fernsehen
ONLINEFASSUNG
Wera Engelhardt