Detailaufnahme des Gebäudes (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Das Gröbste überstanden?

Nur noch wenige Corona-Patienten in Stuttgarter Klinik

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Florian Rudolph

Die Zahl der Patienten mit Covid-19 ist am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus zuletzt stark gesunken. Viel deutet darauf hin, dass es für den Rest des Winters so bleibt.

In den Krankenhäusern in Deutschland zeichnet sich mit Blick auf die Welle der Atemwegserkrankungen und die Arbeitsbelastung von Klinikpersonal eine Trendwende ab - auch in Baden-Württemberg. "Noch vor wenigen Wochen hatten wir eine Zuspitzung: Bis zu 60 Patienten mit Corona, dazu viele mit Influenza", erzählt Mark Dominik Alscher im SWR-Gespräch. Er ist der medizinische Geschäftsführer des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart mit mehr als 1.000 Betten. Die Infektionszahlen seien in der Klinik stark rückläufig, so Alscher.

"Aktuell sind es gerade noch elf Menschen, die wegen Covid-19 stationär behandelt werden."

Das sei ein deutlicher "Tiefstand". Der Mediziner geht davon aus, dass die Zahlen für den Rest des Winters nicht mehr gravierend steigen werden.

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Intensivmediziner: "Corona kein Problem mehr"

Mit seinen Beobachtungen bestätigt der Mediziner eine Entwicklung, wonach Corona auf den Intensivstationen kein Problem mehr darstelle. Seit Anfang Januar habe sich die Zahl der Corona-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen nämlich "von rund 1.500 auf heute unter 800 reduziert - also beinahe halbiert", sagte der Vizepräsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND).

Pandemie in Deutschland Corona auf Intensivstationen kein Problem mehr

In Deutschlands Kliniken zeichnet sich offenbar eine Trendwende ab: Demnach hat sich seit Januar die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen von rund 1500 auf unter 80…

Auch die Einschätzung des baden-württembergischen Gesundheitsministers, Manfred Lucha (Grüne), teilt der Mediziner Alscher. "Wir haben jetzt glaube ich mit viel Blut, Schweiß und Tränen die Endemie erreicht", sagte Lucha am Montag.

Personalmangel in der Pflege bleibt Hauptproblem

Trotz der aktuellen Entwicklungen sind die Folgen von Corona am Robert-Bosch-Krankenhaus jedoch weiterhin spürbar. "Wir merken, dass die Mitarbeitenden immer noch erkranken. Und im Moment haben wir einen solchen Fachkräftemangel, dass auch einzelne Mitarbeiter schon störend auffallen." Doch auch unter den Beschäftigten seien die Zahlen rückläufig.

Mediziner rät: Hygienemaßnahmen beibehalten

In der kommenden Woche fallen die letzten Corona-Auflagen in Baden-Württemberg. Alscher rät dazu, trotz des Rückgangs der Corona-Zahlen auch weiterhin an den bekannten Hygienemaßnahmen festzuhalten: "In den Wintermonaten haben wir eine erhöhte Rate von Infekten, auch Influenza ist eine endemisch vorhandene Krankheit, die jedes Jahr viele Todesfälle fordert." Die Schutzmaßnahmen könnten die Zahl der Ansteckungen vor allem in den Risikogruppen minimieren.

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