Immer weniger Lebensmittelspenden bei den Tafeln in der Region (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Einrichtungen ziehen Bilanz

2022: Eine Herausforderung für die Tafeln in Mannheim, Wiesloch und Walldorf

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Melanie Holstein
Sarah Hennings

Immer mehr Kunden bei weniger Lebensmittelspenden von Supermärkten. Die Tafeln in Rhein-Neckar sind an der Belastungsgrenze.

Immer mehr Menschen nutzen das Angebot der Tafel-Einrichtungen für günstige Lebensmittel, das bestätigen auch zahlreiche Einrichtungen in der Region. Der DRK-Kreisverband Mannheim betreibt insgesamt fünf Tafeln: in Hockenheim, Edingen-Neckarhausen und in den Mannheimer Stadtteilen Schönau, Rheinau und der Neckarstadt-West. Laut Organisator werden in allen fünf Tafeln zusammen circa 95.000 Kilogramm Lebensmittel pro Monat gerettet, das entspricht 1.140.000 Kilogramm im Jahr. Aktuell seien bei allen fünf Tafeln knapp 3.200 Menschen zum Einkaufen registriert – das seien 30 bis 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Tafel in Walldorf: 90.000 Kilogramm Obst und Gemüse

Die Tafel in Walldorf hat in diesem Jahr nach eigenen Angaben rund 90.000 Kilogramm Obst und Gemüse an knapp 750 Berechtigte verteilt. Hinzu kämen noch Backwaren sowie Kühl- und Trockenwaren. In der Wieslocher Tafel werden nach eigenen Angaben wöchentlich knapp 4.500 Kilogramm Lebensmittel gerettet und an knapp 300 Menschen verteilt.

Tafel in Wiesloch: Doppelt so viele Kunden seit Kriegsbeginn

Viele Tafeln berichten von einem wachsenden Kundenaufkommen. Laut der Betreiberin der Wieslocher Tafel hat sich die Anzahl der Kundinnen und Kunden seit Kriegsbeginn massiv erhöht. Knapp 300 Berechtige kaufen hier regelmäßig ein - fast doppelt so viele wie zuvor. Im Gegensatz zu anderen Tafeln in der Region wurde in Wiesloch kein Aufnahmestopp verhängt, das versuche man weiterhin zu vermeiden.

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Ab Januar: neues System für alte Stammkunden

Tafeln haben keine regulären Öffnungszeiten wie normale Supermärkte. In Wiesloch ist die Tafel beispielsweise an zwei Tagen in der Woche geöffnet. Einkaufen könnten die Kunden aber nur noch einmal die Woche. Ausgenommen seien Großfamilien, die dürften weiterhin an beiden Tagen einkaufen. Die Einkaufszeiten der Kunden mussten unter anderem aus personellen Gründen angepasst werden, so die Betreiberin.

Sie habe außerdem beobachtet, dass mittlerweile weniger Stammkunden zum Einkaufen kämen. Das liege ihrer Einschätzung nach an dem hohen Andrang und den damit verbundenen Wartezeiten. Besonders ältere Kunden hätten damit Schwierigkeiten. Das versuche man im neuen Jahr mithilfe eines neuen Systems zu verbessern.

 Spendenbereitschaft so hoch wie noch nie

Tafeln bekommen ihre Lebensmittel beispielsweise von Supermärkten und Bäckern oder auch direkt von Obstbaubetrieben und Bauernhöfen. Wie die Tafeln in Wiesloch und Walldorf bestätigen, sind die Spenden von Supermärkten in den Monaten zurückgegangen. Ware, die früher bei ihnen gelandet wäre, werde nun im Supermarkt im Preis reduziert und verkauft, so die Organisatoren.

Es gebe aber mittlerweile auch viele Privathaushalte, die spenden. In diesem Jahr habe die Tafel in Wiesloch so viele Spenden von Privathaushalten bekommen, wie noch nie zuvor. Laut Betreiberin ist das unter anderem der medialen Berichterstattung zu verdanken.

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