KIT-Wissenschaftler Andrea Schäfer und Bryce Richards (Foto: Markus Breig, KIT)

Neues Verfahren zur Trinkwassergewinnung

Undine-Preis für zwei Karlsruher Wissenschaftler

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AUTOR/IN
Jürgen Essig
Ekkehard Jayme

Zwei Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben den mit 20.000 Euro dotierten Undine Award erhalten. Sie haben eine Technologie entwickelt, die salziges Brackwasser in Trinkwasser verwandelt.

Die Auszeichnung wurde den beiden KIT- Wissenschaftlern Andrea Schäfer und Bryce Richards am Donnerstag in Bad Vilbel bei Frankfurt überreicht. Sie forschen seit über 20 Jahren an der Aufbereitung von Trinkwasser mittels einer Membrantechnologie und der Nutzung von Wind- und Solarenergie. Das Verfahren soll vor allem in armen Ländern zum Einsatz kommen, in denen der Zugang zu sauberem Trinkwasser begrenzt ist. Verschmutztes Wasser ist dort oft die Ursache von hoher Kindersterblichkeit und Krankheiten.

Neue Technologie zur Trinkwassergewinnung  (Foto: KIT)
Neue Technologie zur Trinkwassergewinnung KIT

"Trinkwassermangel und fehlende Stromversorgung treten oft gemeinsam auf. Deshalb war eine autarke Energieversorgung ein zentraler Teil der Entwicklung."

Andrea Schäfer und Bryce Richards haben ein Wasseraufbereitungsmodul entwickelt, das sich für Einsätze in ländlichen und trockenen Regionen ohne Infrastruktur und Energieversorgung eignet. Das dort vorhandene Wasser ist oft verschmutzt. Mit dem Verfahren werden nicht nur Salz, sondern auch Schadstoffe wie Pestizide und Arsen sowie Bakterien und Viren entfernt. Die Qualität des so gewonnenen Trinkwassers genügt den Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Preisgeld fließt in Forschungsprojekt

Nach der ersten Forschungsanlage mit Einsätzen in Australien und Tansania soll das Verfahren nun mit zehn Anlagen in entlegenen Regionen Afrikas getestet und zur Marktreife gebracht werden. Die Anlagen sind so konzipiert, dass sie auch von Laien bedient werden können. Das Preisgeld von 20.000 Euro wollen die beiden Karlsruher Forscher direkt in die Umsetzung ihres Projekts investieren: Als nächstes ist ein "Living Lab" als Langzeitstudie mit zehn Anlagen in Afrika geplant. 

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