Ohne "Brennholzführerschein" darf keiner mit der Motorsäge in den Wald (Foto: SWR)

Ohne Kurs kein Brennholz

Forst BW bietet Kurse für Motorsägen in den Wäldern rund um Karlsruhe

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Heiner Kunold
Das ist Heiner Kunold (Foto: SWR)

Brennholz wird immer teurer und ist fast komplett ausverkauft. Warum also nicht selber Brennholz machen. Dafür braucht man allerdings nicht nur eine Säge, sondern auch den Brennholzführerschein.

Dienstagmorgen, 8:30Uhr, die Temperaturen an diesem Novembertag sind auch im Forchheimer Auwald fühlbar einstellig. Aber das bemerken die Motorsägenschüler vom forstlichen Bildungszentrum Karlsruhe überhaupt nicht. Den ganzen Montag über sind sie im Schulungsraum gesessen und haben Theorie gebüffelt. Heute kommt der praktische Teil: die Aufregung steigt.

Anfängerübung: Baumscheiben schneiden

Natürlich haben die beiden Kursteilnehmer schon einmal eine Kettensäge in der Hand gehabt. Aber einen ganzen Baum umgesägt hat noch keiner von ihnen. Forstwirtschaftsmeister Michael Abele vom Forstlichen Bildungaszentrum in Karlsruhe lässt seine Schüler erstmal Baumscheiben schneiden. Die einfachste Übung, aber schon hier kann man Fehler machen.

Visier runter, Ohrenschützer auf!

Was die beiden Kursteilnehmer immer wieder vergessen, ist das Gittervisier am Plastikhelm. Wenn die Sägespäne fliegen, ist das Visier der einzig effektive Schutz. Aber man muss sich auch erst daran gewöhnen. Die Mickymäuse für die Ohren werden dagegen ganz selbstverständlich benutzt- so eine Benzin-Motorsäge kann ganz schön laut werden.

Manche möge lieber Benzinsägen als Akkugeräte

Etienne Amrei kam sozusagen übers Klettern zum Motorsägekurs: Der Karlsruher Baumpfleger braucht den Schein professionell für seinen Beruf. Und eigentlich möchte der junge Mann auch viel lieber mit einer Benzin- als mit einer Akkusäge arbeiten. Das ist authentischer, sagt Amrei. Der Sound, der Geruch, die Vibration gehören einfach dazu.

Der Kurs kostet pro Tag 90 Euro

Tom Gugler kommt extra aus Murrhardt im Schwäbisch Fränkischen Wald nach Karlsruhe. Er hat gerade sein Abitur hinter sich gebracht und jetzt endlich Mal Zeit für einen Brennholzführerschein.
Aber damit will er es nicht bewenden lassen. Er macht, wie Etienne Amrei auch, gleich den fünf Tage Kurs am Forstlichen Bildungszentrum. Dort kostet übrigens jeder Tag Ausbildung 90 Euro. Und das ist noch ein günstiger Preis.

Der junge Mann aus Murrhardt freut sich schon, seinen Vater künftig bei der Holzernte noch aktiver unterstützen zu können. Er will die dicken Bäume endlich selbst umsägen können, sagt er. Aber zuerst muss geübt werden. Nach den Baumscheiben kommt der Fällkerb. Das ist eine Ecke, die Holzfäller zuallererst aus dem Baum sägen. Wenn diese Kerbe gut sitzt, dann fällt der Baum in die richtige Richtung

"Es ist ja nicht so, dass man einfach in den Wald geht und einen Baum umsägt. Es gehört schon eine gewisse Überlegung dazu, um sicher zu arbeiten."

Tom Gugler muss nachsägen, bei seinem ersten Fällkerb. Das ärgert ihn ein bisschen, aber es ist auch nicht gerade einfach, mit einer sechs bis acht Kilogramm schweren und schnell laufenden Kettensäge einen exakten Schnitt mit 45 Grad Winkel am Baum anzubringen. Solche Dinge werden in den Motorsägekursen trainiert.

Der erste Baum fällt schon am Vormittag

Am Ende dauert es dann keine zwei Stunden mehr, da hat der Karlsruher Baumpfleger Etienne Amrei seine erste Esche mit immerhin 20 Zentimeter Durchmesser und geschätzten 15 Metern Länge, kontrolliert zu Boden gebracht. Der junge Mann ist sichtlich stolz und auch ein bisschen erleichtert. Denn so ein Baum kann auch ganz schön gefährlich sein, wenn er unkontrolliert fällt.

Aber nicht bei Michael Abele. Am Nachmittag, verspricht er seinen beiden Kursteilnehmern, werden sie richtig dicke Bäume fällen.