Schauspieler, Supermodels und Politiker

40 Jahre im Dienst für Promis: Personenschützer aus Sinzheim geht in Rente

Stand

Von Autor/in Patrick Neumann

Von Michael Jackson über Bill Clinton bis hin zu Kevin Costner: Der Sinzheimer Manfred Gerl hat schon Dutzende Weltstars als Personenschützer begleitet. Nun geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

Er hatte sie alle: Popstars, Politiker oder Schauspieler. Manfred Gerl aus Sinzheim (Kreis Rastatt) war 40 Jahre als Bodyguard für die Prominenten dieser Welt im Dienst. Nun geht er in den wohlverdienten Ruhestand.

Nerven wie Drahtseile und Durchhaltevermögen

Der 70-jährige Manfred Gerl ist ein besonnener und ruhiger Zeitgenosse. Um Prominente effektiv zu beschützen, braucht man eine gute Beobachtungsgabe, Nerven wie Drahtseile und körperliches Durchhaltevermögen. Mögliche Gefahren für die Berühmten dieser Welt müssen schnell erkannt werden. Um Konfrontation, so Manfred Gerl, dürfe es dabei nie gehen. Defensiver Schutz sei das, worauf es ankomme.

Als Personenschützer gehört man niemals selbst zur Promiwelt, man ist immer nur dabei.

Die Krönung seiner beruflichen Laufbahn erlebte Manfred Gerl im November in den Bavaria-Studios in München. Bei der Bambi-Verleihung war er drei Tage lang für den Schutz des Hollywood-Schauspielers Kevin Costner eingeteilt. Wegen des Costner-Films "Bodyguard" lag diese Begegnung dem 70-Jährigen besonders am Herzen. Auf Schritt und Tritt begleitete er Costner bei seinem Aufenthalt in der bayerischen Hauptstadt. Zum Dank für seine Dienste ließ der Schauspieler Manfred Gerl sogar die Bambi-Trophäe halten.

Manfred Gerl mit Hollywood-Star Kevin Costner
Manfred Gerl mit Hollywood-Star Kevin Costner

Die größten Stars sind oft die freundlichsten Menschen.

Sinzheimer beschützte auch Supermodels und US-Präsidenten

Auch Supermodel Naomi Campbell ließ sich schon von Manfred Gerl beschützen. Sie sei zwar eine echte Diva und nicht ganz einfach im Umgang, sagt er, aber wenn es dann um den Modeljob gehe, arbeite sie hochprofessionell und sei absolut zuverlässig. Eine Begegnung bleibt ihm besonders im Kopf: Als er mit Michael Jackson im Berliner Zoo unterwegs war. Er sei ein sehr freundlicher und normaler Mensch gewesen, ganz im Gegensatz zu dem Bild, das die Öffentlichkeit von ihm hatte, ist sich Manfred Gerl sicher.

Manfred Gerl hat auch Michael Jackson bei einem Auftritt in Deutschland begleitet
Manfred Gerl hat auch Michael Jackson bei einem Auftritt in Deutschland begleitet

Ich selbst bin kein Prominenter - ich beschütze Prominente. Das ist ein Unterschied!

Zu seinem Job als Personenschützer gehöre auch Verschwiegenheit und Diskretion. Details aus dem Privatleben von Britney Spears oder Shakira würde Gerl niemals ausplaudern. Besonders interessant für ihn war der Schutz des früheren US-Präsidenten Bill Clinton anlässlich der Medienpreisverleihung in Baden-Baden. Hier durfte Gerl mit den amerikanischen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten.

Personenschützer Manfred Gerl im Hintergrund eines SWR-Interviews mit Bill Clinton
Personenschützer Manfred Gerl im Hintergrund eines SWR-Interviews mit Bill Clinton

Zwei Jahrzehnte lang beschützte Manfred Gerl die Bambi-Verleihung

Über zwanzig Mal war Manfred Gerl für die Sicherheit bei den Bambi-Verleihungen verantwortlich. Zu brenzligen Zwischenfällen kam es für die von ihm geschützten Prominenten nach eigener Aussage nie. Auch zur Presse unterhielt Gerl immer gute Beziehungen. Es sei ein Geben und Nehmen für alle Beteiligten in der Welt der Reichen und Schönen.

Meine Kunden müssen in der Öffentlichkeit immer gut dastehen.

Diplomatie und Höflichkeit waren für den Personenschützer immer oberstes Gebot. Wenn Autogrammjäger abgewimmelt oder allzu aufdringliche Fotografen gestoppt werden mussten, geschah dies immer mit freundlichen Worten, sagt Manfred Gerl. Der Star würde sonst in der Öffentlichkeit nicht sympathisch rüberkommen.

Manfred Gerl war für die Sicherheit bei 21 Bambi-Verleihungen zuständig
Manfred Gerl war für die Sicherheit bei 21 Bambi-Verleihungen zuständig

Nach 40 Jahren im Personenschutz geht der Sinzheimer Manfred Gerl nun in Rente. Aufträge für Personenschutz will er nicht mehr annehmen. Die Arbeit habe ihn sehr erfüllt, sagt er. Seine wachsamen Augen abschalten könne er aber nicht. Noch immer sucht er im Restaurant Sitzplätze mit dem Rücken zur Wand und in Reichweite einer Tür. Bodyguard bleibt eben Bodyguard.

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