Symbolbild Biotonne. In den Biomülltonnen in Karlsruhe landen zu viele Fremdstoffe. Nun will die Stadt Karlsruhe ein Müllerkennungssystem testen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Patrick Seeger)

Zu viele Fremdstoffe in der Biotonne

Biomüll in Karlsruhe soll sauberer werden - Stadt testet Müllerkennungssystem

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Ekkehard Jayme
Ekkehard Jayme (Foto: SWR, SWR -)

Plastik, Glas und Batterien: In den Biomülltonnen von Karlsruhe landen zu viele Fremdstoffe, die dort nichts zu suchen haben. Elektronische Spürnasen sollen jetzt Abhilfe schaffen.

Im Biomüll von Karlsruhe landen zu viele Fremdstoffe. Das ergab im Januar eine Untersuchung des Teams Sauberes Karlsruhe vom Amt für Abfallwirtschaft der Stadt. Gefunden wurden unter anderem Plastikverpackungen, Glas, Windeln, Batterien und viele andere nicht kompostierbare Stoffe. Sie machten über fünf Prozent des Inhalts der Biotonnen aus. Weil ab Mai 2025 ein gesetzlicher Grenzwert von drei Prozent gilt, will die Stadt jetzt Abhilfe schaffen.

Zu viel Plastik im Karlsruher Biomülll (Foto: Stadt Karlsruhe)
Zu viele Fremdstoffe landen im Karlsruher Biomüll.

Biomüll: Stadt Karlsruhe setzt auf elektronische Müllspürnasen

Nachdem die Stadt Karlsruhe noch eine Lösung für den Streit um die Wertstofftonne finden muss, scheint es für ein weiteres Problem schon eine Idee zu geben. Von 8. bis 12. April soll ein Müllerkennungssystem für Biomülltonnen getestet werden. In Teilgebieten der Stadt sollen versuchsweise eletronische Detektoren in den Bioabfallbehältern angebracht werden.

Sie sollen Materialien wie Chipstüten, Blisterverpackungen oder Alufolien erkennen. Das System macht sich dabei die Tatsache zu Nutze, dass Bioabfall, der Metall enthält, in der Regel auch mit Restmüll, Kunststoff und anderen Fremdstoffen belastet ist.

Die richtige Entsorgung von Bioabfällen bietet die Chance, mit wenig Aufwand einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu leisten.

Biomüll kann gut verarbeitet werden

Wenn sich das Müllerkennungssystem bewährt, soll es flächendeckend in Karlsruhe eingeführt werden. Zudem plant die Stadt im Frühjahr eine Kampagne mit Aktionen und Informationen zur Verbesserung der Biomüllqualität. Das Team Sauberes Karlsruhe weist darauf hin, dass sich reiner Biomüll sehr effektiv zu Wärme, Strom und Kompost verarbeiten lässt.

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