Zuckerrübe vor einer Zuckerfabrik

Start der "Zuckerrübenkampagne": Zikade setzt den Rüben zu

Landwirte bringen Zuckerrüben in die Offenauer Fabrik

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Am Mittwochabend wird sie hochgefahren und darf dann monatelang nicht stillstehen: Die Zuckerfabrik der Südzucker AG in Offenau. Doch die Zikade setzt den Rüben aktuell zu.

Im Südzucker-Werk in Offenau (Kreis Heilbronn) hat am Mittwochmorgen die Rübenanlieferung begonnen. Landwirte im Umkreis von rund 50 Kilometern bringen ihre Zuckerrübenernte in die Fabrik, wo sie verarbeitet wird. Südzucker-Sprecher Dominik Risser blickt zuversichtlich auf den diesjährigen Start der Zuckerrübenkampagne.

Woher der Begriff "Zuckerrübenkampagne" kommt

Aber warum nennt sich die Zuckerrübenverarbeitung eigentlich "Kampagne"? Beim Begriff denkt man erstmal an Wahlkampf oder Werbung. Beim Zucker gehe es dabei aber nicht ums - oft ja eher schlechte - Image, sondern vielmehr um die besondere Art des Ernteablaufs, wie Dominik Risser erklärt.

Der Begriff "Kampagne" beschreibe ein gut aufeinander abgestimmtes, koordiniertes Verhalten. Und genau das sei bei der Zuckerrübenernte und -verarbeitung nötig, so der Südzucker-Sprecher. Von der Aussaat bis zum fertigen Produkt müssten alle Prozesse genau aufeinander abgestimmt werden. Denn Zuckerrüben sind nicht lange haltbar.

Südzucker Offenau
Bis zu 40 Grad warm ist es in der riesigen Halle in Offenau.

Das Werk darf niemals still stehen: Verklebegefahr!

Im Offenauer Werk werden die Rüben in den kommenden Monaten nun ausgewaschen, geschnitten und der Zucker herausgekocht. Eine herausfordernde Angelegenheit, denn die Fabrik muss nach der Ernte mehrere Monate lang durchlaufen.

Wenn es doch mal zum Stillstand kommt, verklebt die ganze Fabrik. Das ist immer eine Herausforderung für die Teams vor Ort.

Gute Erträge und guter Zuckergehalt

Dieses Jahr müssen die Mitarbeitenden das Werk darüber hinaus auch noch länger am Laufen halten. Der Grund ist allerdings ein positiver: Erträge und Zuckergehalt dürften dieses Jahr deutlich besser ausfallen als 2022, prognostiziert Dominik Risser.

Im Vorjahr hatten die vielen Trockenperioden zu Ernteeinbußen geführt, das Werk lief nur 89 Tage. Dieses Jahr gebe es, wenn nichts mehr schiefläuft, bis in den Januar hinein reichlich zu verarbeiten.

Zikade setzt den Rüben zu

Derweil machen sich Obstbauern aus der Region Heilbronn-Franken aber durchaus Sorgen um Teile der Ernte. Albrecht Rembold aus Öhringen-Baumerlenbach (Hohenlohekreis) sagte dem SWR, die Zikade setze den Rüben zu. Bei den Beständen sehe es durchwachsen aus.

Wir haben Probleme mit der Zikade, die übertragen Mykoplasmose, also eine Art Viren. Das [...] ist nur für die Wirtspflanze schädlich.

Dadurch fehle Zucker und vor allem Blattmasse. Die Zuckerrübe sei ein kleines Kraftwerk, so Rembold, die die Sonnenenergie speichert und in Zucker umwandelt. "Und wenn keine Blattmasse da ist, kann sie die Sonnenenergie nicht umwandeln", sagte er. Die Rüben würden einfach verkümmern.

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