Nuh Pektas (Foto: SWR, Simon Bendel)

Verzweifelt: Seit acht Monaten einfach weg

Von Nuh Pektas aus Bad Rappenau fehlt weiterhin jede Spur

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Ines Hennings

Der mittlerweile 80-jährige Mann ist im Juli 2023 aus einem Seniorenheim in Bad Rappenau verschwunden. Er ist dement. Seitdem setzt die Familie alles daran, ihn wieder zu finden.

Er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Nuh Pektas hat am 11. Juli 2023 das Seniorenheim am Park in Bad Rappenau (Kreis Heilbronn) verlassen und ist seitdem verschwunden. In den vergangenen acht Monaten haben Polizeikräfte mit Spürhunden die Gegend abgesucht und die Familie ist tausende Kilometer gefahren, um Hinweisen von Social Media-Nutzern nachzugehen - ohne Ergebnis. Für Herdem Calli, Pektas' älteste Tochter, ist die Situation jeden Tag weiterhin fast unerträglich. Sie ist eigentlich noch verzweifelter, sagt sie, weil sie bisher überhaupt keinen Hinweis zum Verbleib ihres Vaters bekommen hat. Aus einem Gefühl heraus hat sie in den vergangenen Tagen wieder angefangen, die Umgebung abzusuchen.

Herdem Calli beschreibt ihren Vater als gebrechlichen alten Mann mit Demenz. Am 1. März hätte die Familie gerne mit ihm seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Nichts ist mehr so, wie es mal war

Jeden Tag Verzweiflung, Trauer und Sorgen - das hat die Familie auseinandergebracht, sagt Calli. Es sei nicht mehr so, wie es mal war. Man sei nicht mehr so oft zusammen. Die Sorge um die Mutter, die seit dem Verschwinden ihres Mannes nichts mehr essen wollte und so stark abgenommen habe, halte sie und ihre drei Geschwister noch zusammen. Jeden Tag sei man bei der Mama, aber sonst sei mittlerweile jeder für sich.

Nuh Pektas (Foto: SWR, Simon Bendel)
Der 80-Jährige Nuh Pektas ist seit acht Monaten verschwunden. Seine Tochter Herdem Calli sucht unentwegt nach ihm.

Unterstützung durch Freundeskreis

So lange der Vater nicht gefunden sei, so lange habe sie noch Hoffnung. Sie stehe in regelmäßigem Kontakt mit Organisationen, die Vermisste suchen und hole sich Tipps, so Calli. Ein lieber Freundeskreis fange sie auf. Über diese Stütze sei sie froh und dankbar.

Papa wird uns nicht finden. Wir müssen ihn finden. Er will von uns gefunden werden.

Nuh Pektas wollte wieder zurück in seine Heimat, in die Türkei. Im August hätten Calli und er eine Reise dorthin unternommen. Es sei schon alles organisiert gewesen. In der Zeit vor seinem Verschwinden habe er auch öfter davon gesprochen, mit dem Zug verreisen zu wollen, erzählt die Tochter. Am Tag seines Verschwindens verfolgten sogenannte Mantrailer seine Spur bis zum Bad Rappenauer Bahnhof. Dort verlief sie sich. Der damals 79-Jährige war ohne Geld und Ausweispapiere unterwegs. Keine Überwachungskamera hatte ihn erfasst.

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