Ein Winterdienstfahrzeug ist unterwegs.

Strecken speichern fürs Gericht

Bauhof Öhringen: Mit GPS-Tracker und Tablet zum perfekten Winterdienst?

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AUTOR/IN
Raphael Moos

Mit GPS-Tracking lotsen einige Bauhöfe und Straßenmeistereien wie in Öhringen ihre Fahrzeugflotten. Das kann auch vor Gericht wichtig werden.

Ob Polizei, Rettungsdienst, Taxiunternehmen oder Paketdienstleister: Viele Unternehmen und Institutionen wissen immer genau, wo ihre Fahrzeuge unterwegs sind. So kann die Zentrale vom Computer aus immer das nächstgelegene Fahrzeug zum Zielort beordern. Diese Technik wird auch in einigen Bauhöfen oder Straßenmeistereien wie in Öhringen (Hohenlohekreis) eingesetzt - zum Beispiel beim Winterdienst, erklärt Matthias Schönpflug.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen ein Tablet mit ins Räum- und Streufahrzeug. Auf diesem können sie sehen, welche Streckenabschnitte der Planer ihnen markiert hat. Wurden diese abgefahren, erscheinen sie in der Bauhof-Zentrale auf dem Monitor grün. Genauso funktioniert es beim Kehren, Pflanzengießen oder anderen Aufgaben.

Absicherung des Winterdienstes vor Klagen

Das Telematik-System speichert die gefahrenen Strecken. Das sei wichtig als Nachweis vor Gericht, falls ein Glätteunfall passiert, sagt Schönpflug. Die Stadt kann so nachweisen, dass dort zum Unfallzeitpunkt gestreut war. Pro Jahr komme mindestens eine Anfrage von einer Versicherung, die versuche, den Schaden abzuwälzen, so Schönpflug. Auch Fotos von geparkten Autos können im System gespeichert werden, um zu beweisen, dass dort deshalb nicht gestreut werden konnte.

Manche Hersteller von Räum- und Streutechnik protokollieren die gestreuten Mengen. Auch diese Daten kann die Bauhof-Software abrufen und speichern.

Auf der Karte kann der Planer in der Bauhof-Zenrale die Fahrzeuge sehen und lotsen.
Auf der Karte kann der Planer in der Bauhof-Zenrale die Fahrzeuge sehen und lotsen.

Keine riesigen Papierkarten mehr

Bis vor wenigen Jahren mussten die Fahrer riesige Papierkarten mit in die Streufahrzeuge nehmen. Die waren unhandlich und mit den schneenassen Fingern schwer zu handhaben. Auch mussten die abgefahrenen Punkte alle halbe Stunde per Hand in einer Liste dokumentiert werden. Heute können sich die Fahrer wie Jonas Lange einfach auf das Fahren und Streuen konzentrieren.

Ein großer Vorteil für die Planer ist, dass sie nicht mehr auf Fahrer angewiesen sind, die die Karten auswendig kennen. Ist jemand krank oder kündigt, nimmt ein anderer das Tablet mit. Dort stehen schließlich alle Anweisungen und Beschreibungen, so Schönpflug.

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