Am Flughafen Stuttgart wurden vollintegrierte autonome Fahrzeuge für die Eis- und Schneeräumung getestet (Foto: SWR)

Neue Technologie

Airport Stuttgart: Test für autonomen Winterdienst

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Der Flughafen Stuttgart hat Räumfahrzeuge für Eis und Schnee ohne Fahrer getestet. In einem integrierten System wurden LKW und Kehrblasgerät über dieselbe Plattform gesteuert.

Am Flughafen Stuttgart wurde am Mittwoch ein Fahrzeug präsentiert, das im Winter die Start- und Landebahn, Rollwege und das Vorfeld autonom von Schnee und Eis räumen soll. Getestet wurde mit Kehrblasgeräten, die mit dem sogenannten AirfieldPilot der Aebi Schmidt Group ausgestattet sind. Diese Kehrblasgeräte können genau festgelegte Strecken am Flughafen Stuttgart bereits autonom zurücklegen.

Räumdienst auch bei schlechtem Wetter

Bei den Testfahrten haben Teams von Aebi Schmidt und dem Flughafen Stuttgart unter anderem das Abfahren einer Route und die Interaktion mit anderen, herkömmlichen Winterdienstgeräten bei Fahrten im Konvoi erprobt. Außerdem den Einsatz von Schneepflug, Kehrwalze und Gebläse nach vorgegebenen Räumkonzepten. Das System arbeitet dabei mit hochpräzisen satellitengestützten Diensten.

Die neue Technologie soll dabei helfen, dass der Flughafen Stuttgart auch bei schlechter Sicht durch Dunkelheit oder Nebel immer einwandfrei und sauber geräumt werden kann. Die Testfahrten waren Teil des Projekts "SmartFleet – autonome Nutzfahrzeuge für den sicheren und effizienten Flughafeneinsatz", das 2019 an den Start ging und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird.

Start für autonome Räumfahrzeuge noch unklar

Durch die besonderen Verkehrsbedingungen an Flughäfen gilt dort eine automatisierte Räumung von Schnee und Eis als sehr anspruchsvoll. Autonome Fahrzeuge müssen sich in die Abläufe am Flughafen integrieren und zentimetergenau arbeiten. Zur Sicherheit sitzt bei den Tests noch eine Person im Fahrzeug, die es im Notfall stoppen könnte.

Wann die Neuentwicklungen bei Schnee und Eis erstmals regulär am Flughafen Stuttgart eingesetzt werden können, ist nach Angabe der Flughafengesellschaft vor allem noch von rechtlichen Rahmenbedingungen abhängig. Für die Zukunft ist noch viel mehr geplant, als am Flughafen die Startbahn autonom eisfrei zu machen.

"Das Abholen von Müll oder Altglas an der Haustür kann auch von autonomen Systemen übernommen werden."

Lukas Müller, Robotik-Experte vom Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme am KIT in Karlsruhe, forscht aktuell an Zustell-Robotern, die Paketlieferdienste mit ihren großen Autos aus der Stadt heraushalten sollen. Er sieht aber noch mehr Möglichkeiten: „Die Müllentsorgung – aktuell wird ja auch das mit großen Müll-Fahrzeugen gemacht, die die Straße blockieren, viel Platz und Zeit in Anspruch nehmen, während die Abfall-Entsorgung, das Abholen von Müll oder Altglas an der Haustür auch von autonomen Systemen übernommen werden kann.“

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