Hacker vor Bildschirm und Computern (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Lino Mirgeler)

Erfolg für BW-Polizei

Kriminelle in Ukraine geschnappt: Firmen in Esslingen und Friedrichshafen gehackt?

Stand

Fünf mutmaßliche Hacker aus der Ukraine sitzen in Untersuchungshaft, weil sie unter anderem Firmen bei Esslingen und Friedrichshafen erpresst haben sollen.

Die Polizei Baden-Württemberg und weitere internationale Ermittler haben die Mitglieder einer mutmaßlichen Hackergruppe in der Ukraine festgenommen. Die fünf Männer waren laut Polizei Mitglieder eines international agierenden Netzwerks von Cyberkriminellen und Erpressern in der Ukraine.

Offenbar Firmen rund um Esslingen und Friedrichshafen betroffen

Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Dienstag mitteilten, soll die Bande auch "schwerwiegende Cyberangriffe" im Raum Friedrichshafen und im Landkreis Esslingen begangen haben. Laut Europol hat die Bande in mehr als 70 Ländern die Server von großen Unternehmen oder Organisationen angegriffen und Hunderte Millionen Euro Schaden verursacht. Sie sollen Teil des Netzwerks "Hive" sein.

Washington D.C.

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Internationale Strafverfolgungsbehörden und US-Behörden sind gegen die Ransomware-Gruppe Hive vorgegangen. Mit dabei: Ermittlerinnen und Ermittler aus Baden-Württemberg.

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Ermittler stellen Kryptowährung bei Beschuldigtem sicher

Den Ermittlern zufolge konnte bei einem der Beschuldigten ein hoher sechsstelliger Betrag in Kryptowährung sichergestellt werden. Erste Analysen bestätigten, dass "ein Teil dieser Summe aus Lösegeldzahlungen von angegriffenen Unternehmen an die Hive-Gruppierung stammt". Die Polizei nahm die Männer eigenen Angaben zufolge bereits am 21. November in der Ukraine fest. Ermittler aus den USA, Deutschland und anderen Ländern hatten das "Hive"-Netzwerk bereits im Januar dieses Jahres zerschlagen.

Ein Mann sitzt am Rechner und tippt auf einer Tastatur. In Ulm treffen sich bis Freitag Hacker und Hackerinnen zum Finale der Cyber Security Challenge Germany. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Nicolas Armer (Symbolbild))
Cyberattacken soll es auch auf baden-württembergische Unternehmen gegeben haben

Täter sollen im Darknet operiert haben

Die Ermittler in Baden-Württemberg teilten mit, an den "intensiven Ermittlungen" seien zahlreiche Sicherheitsbehörden aus Europa und den USA beteiligt gewesen. Sie sollen dabei Daten und Accounts des Netzwerks und seiner Nutzer gesichert haben, um die im Darknet operierenden Täter zu identifizieren.

Die Ermittlungen seien nach den Festnahmen in der Ukraine nicht abgeschlossen, so Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), der die Arbeit der Behörden am Dienstag lobte.

Die Zerschlagung des Netzwerkes Hive im Januar war nicht das Ende der Ermittlungsarbeit, sondern der Auftakt der Jagd auf die Cyberkriminellen, die hinter Hive steckten.

Strobl teilte weiter mit, sein Dank und seine Anerkennung gelte "den Ermittlerinnen und Ermittlern, der Staatsanwaltschaft Stuttgart, der Kriminalpolizeidirektion Esslingen und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg".

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