Streik steht auf einem großen Schild an der Fähre Konstanz. (Foto: SWR, Theresia Blömer)

24 Stunden Stillstand bei Bus und Fähre

ÖPNV-Warnstreik in Konstanz

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Stefanie Baumann
SWR-Redakteurin Stefanie Baumann Autorin Bild (Foto: SWR, Christian Schneider)

In Konstanz sind am Freitag weder städtische Busse noch die Autofähren zwischen Konstanz und Meersburg gefahren. Ver.di hatte die Beschäftigten zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen.

In mehreren Städten in Baden-Württemberg hat am Freitag im kommunalen Nahverkehr der Warnstreik begonnen. Betroffen in der Region Bodensee-Oberschwaben war Konstanz. Dort sind am Freitag weder städtische Busse noch die Fähren zwischen Konstanz und Meersburg gefahren. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu dem 24-Stunden-Warnstreik aufgerufen. Sie will Druck machen in den Tarifverhandlungen und fordert vor allem bessere Arbeitsbedingungen, damit die Verkehrswende gelingen kann.

Wir müssen mit Verbesserungen der Arbeitsbedingungen die Attraktivität des Berufs steigern. Wir reden von Verkehrswende. Und wenn ich keine Leute habe, die fahren, wendet sich da gar nichts.

Seit 3:45 Uhr standen die Stadtbusse in Konstanz still, seit 4:35 Uhr blieben auch die Fähren im Konstanzer Hafen. Dort, wo sonst die Autos Schlange stehen, war es am Freitag ungewöhnlich still. Nur einzelne Autos fuhren vorbei und drehten dann wieder um. Die meisten hatten Verständnis für den Streik, auch wenn sie einen großen Umweg in Kauf nehmen mussten. Denn wer auf das Auto angewiesen war, musste um den Bodensee herumfahren - ein Umweg von mehr als 50 Kilometern. Die Fahrt mit der Fähre dauert hingegen nur 20 Minuten.

Auch Schulbusse fuhren nicht. Nur die grenzüberschreitende Buslinie 908 von Konstanz nach Kreuzlingen verkehrte.

Angestellte stehen mit ver.di-Westen vor dem Bus-Depot der Stadtwerke Konstanz und streiken. (Foto: SWR, Achill Tiwary)
Angestellte streiken vor dem Bus-Depot der Stadtwerke Konstanz.

Fahrgastschiff als Ersatz für die Autofähre

Als Ersatz für die Autofähre boten die Stadtwerke für Fußgänger und Fahrradfahrer ein Fahrgastschiff an. Das Motorschiff "Überlingen" fuhr zwischen dem Konstanzer Hafen im Stadtzentrum und dem BSB-Hafen in Meersburg - allerdings nur jeweils achtmal über den Tag verteilt. Fährefahrkarten und Fahrausweise der Regiobusse wurden auf dem Ersatzschiff anerkannt.

Katamaran von Konstanz nach Friedrichshafen in Betrieb

Wer am Freitag von Konstanz nach Friedrichshafen wollte und nicht auf das Auto angewiesen war, der konnte auch den Katamaran nehmen. Dieser pendelte stündlich zwischen den beiden Städten.

Regionalbusse verkehrten bis Überlingen

Pendler, die normalerweise mit einem der Regionalbusse die Fähre nutzen und von Konstanz nach Ravensburg (Linie 700) oder von Konstanz nach Friedrichshafen (Linie 7394) fahren, konnten erst in Meersburg einsteigen. Aus Ravensburg und Friedrichshafen kommend fuhren die Busse über Meersburg bis Überlingen. Dort gab es Anschlüsse an die Regionalbahnen.

Alternativ gab es noch die Fahrt mit der Bahn auf die andere Seeseite. Dort gab es anlässlich des Streiks ein besonderes Angebot: Pendler, die normalerweise mit Jahreskarte oder Monatsticket die Fähre nutzen, konnten damit ohne Zuzahlung in den Regionalzügen von Konstanz über Radolfzell Richtung Überlingen und Markdorf fahren.

Mit dem Regionalzug fahren statt mit dem Schiff

Das Angebot galt auch für Pendler, die normalerweise mit dem Schiff zwischen Konstanz-Wallhausen und Überlingen unterwegs sind. Da in Wallhausen wegen des Streiks keine Busse fuhren, konnten die Halbjahres- und Monatskarten der Schiffsbetriebe Giess am Freitag ausnahmsweise in den Nahverkehrszügen zwischen Überlingen, Radolfzell und Konstanz genutzt werden.

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