Flugzeugbauer aus Laupheim: Thomas Gervens und Dirk Drees

3.000 Stunden Einsatz für einen Traum

Laupheimer Tüftler bauen ein Flugzeug

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Martina Meisenberg
SWR-Redakteurin Martina Meisenberg Autorin Bild
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Hildegard Eichenhofer

Dirk Drees hat seinen Traum verwirklicht. Gemeinsam mit Vereinskollege Thomas Gervens hat er ein eigenes Flugzeug gebaut. Vor Kurzem ist die Maschine in Laupheim erstmals in die Luft gestiegen.

Zwei Jahre lang haben sie an dem Projekt getüftelt: Dirk Drees und Thomas Gervens vom Bundeswehr-Luftsportring in Laupheim (Kreis Biberach) haben gemeinsam ein Flugzeug gebaut. Nun ist es flugtauglich - die behördliche Abnahme und den Jungfernflug hat es erfolgreich bestanden. Den ganzen Bau hat Ehefrau, Diane Drees, mit der Kamera begleitet und auf den Sozialen Netzwerken gezeigt. Dort ist der Flugzeugbau zum Internet-Hit geworden.

Das Flugzeug, eine Sling TSI, ist aus einem Bausatz entstanden, den es beim südafrikanischen Hersteller Sling Aircraft gibt. In vielen kleinen Kisten verpackt kamen Tausende Einzelteile des Fliegers in Laupheim an.

Aus Urlaubs-Idee wird ein Flugzeug in Laupheim

Angefangen habe das Abenteuer des Flugzeugbaus mit einer eher beiläufigen Frage von Ehefrau Diana Drees im Urlaub: "Sach mal, Hase, was ist dein allergrößter Traum?" "Ein Flugzeug bauen", habe Dirk Drees nach kurzem Überlegen geantwortet, erzählen sie. Danach habe es nicht mehr lange gedauert, bis die beiden alles durchdacht und in Vereinskollegen Thomas Gervens einen Mitstreiter gefunden hatten.

Diana Drees begleitet Flugzeugbau mit der Kamera

Während des Baus hat Diana Drees die beiden flugbegeisterten Tüftler häufig mit ihrer Kamera besucht. Sie stellte ihrem Mann Fragen zur Montage und diese immer mit dem gleichen Anfang, wie damals im Urlaub. "Sach mal Hase, wie geht dieses oder wie hast du jenes gemacht ...?" Dann erklärte der Luft- und Raumfahrtingenieur Dirk Drees live an was er gerade arbeitete und wie es funktioniert. 23.000 Follower und Interessierte haben die Filme auf Instagram bereits abonniert.

Flugzeugbauer aus Laupheim: Thomas Gervens und Dirk Drees
Um die 3.000 Stunden Arbeit und rund 220.000 Euro stecken im dem fertigen Flugzeug von Thomas Gervens und Dirk Drees. Bild in Detailansicht öffnen
Flugzeugbauer aus Laupheim: Thomas Gervens und Dirk Drees
Diana Drees, die Frau von Dirk Drees, hat den Bau des Flugzeugs mit der Kamera begleitet und Fotos sowie Videos ins Internet gestellt. Bild in Detailansicht öffnen

Rund 220.000 Euro habe das Flugzeug am Ende gekostet. Aber Dirk und Diana Drees sind sich sicher, dass sich der Einsatz gelohnt hat - auch wenn das Projekt zwischen ihnen zunächst Verhandlungssache gewesen sei. Denn das Ersparte war bis dahin für ein Eigenheim vorgesehen, erzählt Dirk Drees.

Ja, eigentlich sollte das hier mal ein Eigenheim werden und jetzt ist es ein Flugzeug. Ich hab' ganz gut verhandelt scheinbar.

Oft hätten die Flugzeugbauer bis spät in die Nacht in der Werkstatt an der Maschine gearbeitet, um Teil für Teil zusammenzubauen. Da blieb nicht viel Zeit für die Familie. Jetzt, da das Flugzeug fertig ist und sicher fliegt, findet Dirk Drees, dass es eigentlich gar nicht so schwer gewesen sei. Man habe bei der Maschine nur besonders auf Sicherheit achten müssen.

Es ist tatsächlich nicht schwierig, ein Flugzeug zu bauen. Es ist ähnlich wie einen Oldtimer zu bauen, das machen viele. Nur dass die Dimension mit der Luft noch dazu kommt. Das heißt, alles muss sehr sicher sein. Teilweise ging in der Werkstatt das Licht erst um 20, 22 oder 23.00 Uhr aus.

Mit dem Flugzeug sind sie im April nach Friedrichshafen zur Luftfahrtmesse "Aero" geflogen und haben den Eigenbau vorgestellt. Dirk Drees sagt, der Bau sei für ihn keine Sekunde Belastung gewesen, es habe ihm immer Spaß gemacht. Diana Drees ist begeistert, dass die Familie nun auch schnell in den Urlaub fliegen kann. Und Dirk Drees träumt bereits von einem weiteren Flugzeugbau.

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