Ein Wolf in freier Wildbahn (Symbolbild) (Foto: IMAGO, IMAGO / Lehtikuva (Symbolbild))

"Märchen vom guten Wolf ist ausgeträumt"

FDP in Baden-Württemberg für den Abschuss von "Problemwölfen"

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Seit Jahren wird in Baden-Württemberg heftig über den Wolf debattiert. Die FDP prescht jetzt nach vorne. Doch die Zahl der sesshaften Wölfe im Land ist rückläufig.

Die FDP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg pocht auf den rechtssicheren Abschuss von sogenannten Problemwölfen. Der Wolf müsse - allerdings mit ganzjähriger Schonzeit - endlich ins Jagd- und Wildtiergesetz überführt werden, forderte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Mittwoch in Stuttgart. Jäger müssten das Recht haben, die streng geschützten Tiere gegebenenfalls zu erlegen, wenn sie sich als Problemtiere etwa durch Überfälle aufs Schafsgehege erwiesen. Es bestehe Sorge, dass die Belange der Landwirtschaft und Nutztierhaltung unter die Räder kämen. "Die Hürden müssen niedriger werden für eine Wolfsentnahme", so Rülke.

FDP für Abschuss von Wölfen - Es gebe keinen guten Wolf

"Das Märchen vom guten Wolf ist ausgeträumt", sagte auch der naturschutzpolitische Fraktionssprecher Klaus Hoher. Es gebe keinen guten Wolf. Die Tiere lernten ständig dazu, sprängen über Wolfszäune in Gehege, töteten Nutztiere "im Blutrausch". "Sobald er anfängt, aus dem Hühnerstall die Tiere zu holen, ist der Spaß vorbei."

Die FDP vertraue in der Frage den Jägern, die auch Tierschützer seien, betonte Rülke. Dutzende Wolfsrudel gebe es in Deutschland, Hunderte einzelne Tiere seien es insgesamt im ganzen Land - und es würden nach den jüngsten Zählungen immer mehr. In Baden-Württemberg war die Zahl der streunenden Stammgäste zuletzt aber wieder gesunken. Stand Mai lebten nur noch drei Wölfe dauerhaft im Land.

Damals waren auch neue Abschussregeln für Wölfe festgelegt worden.

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Wird der Wolf in Baden-Württemberg heimisch, greift der Herdenschutz

Als sesshaft gilt ein Wolf, wenn ein eindeutig zuzuweisender Nachweis auch nach sechs Monaten noch gefunden wird. Wird ein Tier sozusagen zum Stammgast, wird in der Region ein Fördergebiet ausgewiesen. Dort gelten dann besondere Anforderungen für den Herdenschutz - er muss wolfsabweisend sein. Im Gegenzug erstattet das Land im Fördergebiet nahezu sämtliche Kosten für den zusätzlichen Herdenschutz.

Während sich Naturschützer freuen und einen Erfolg im Kampf gegen das Aussterben von Tierarten sehen, macht die Entwicklung den Nutztierhaltern auch in Baden-Württemberg große Sorgen. Denn der Wolf hat keine natürlichen Feinde. Laut Forstlicher Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) sind im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg 13 Übergriffe von Wölfen sicher nachgewiesen worden, dabei wurden 42 Tiere gerissen - vor allem Schafe und Ziegen, aber auch ein Rind.

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