Eine Freiwilligenorganisation in der Schweiz legt eine Nachtwache ein, um Herden und Wölfe zu schützen. (Foto: N. Schwyn / Schweizer Fernsehen SRF)

Freiwilligenorganisation in der Schweiz handelt

Bedrohung durch Wölfe - eine Nachtwache soll schützen

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Jasmin Bergmann

Während in der Schweiz noch über eine Jagdsaison auf Wölfe diskutiert wird, hat eine Freiwilligenorganisation gehandelt: Sie machen Nachtwachen, um Herden und Wölfe zu schützen.

In der Schweiz soll es eine viermonatige Jagdsaison auf Wölfe geben. Eine entsprechende Änderung des Jagdgesetztes wurde in dieser Woche beschlossen. Eine solche starre Jagdsaison geht Umweltschützern zu weit. Naturschutzverbände und Jagd- und Bauernverbände haben sich eigentlich längst darauf geeinigt, dass der Wolf präventiv abgeschossen werden darf - aber eben nur, wenn er eine Gefahr darstellt. Eine Freiwilligenorganisation will nicht jagen, sie haben stattdessen eine Nachtwache eingeführt und wollen so die Herden und auch die Wölfe schützen.

Der Fernsehbeitrag zu diesem Thema:

Schon mehr als 400 Nachtwachen

Seit zwei Jahren bewachen Freiwillige Herden, die von Wölfen bedroht werden. Zu mehr als 400 Nachtwachen sind sie schon ausgerückt. Dabei sind sie auch immer wieder Wölfen begegnet. Laut Schätzungen leben in der Schweiz aktuell 180 dieser Tiere. Wenn die Freiwilligen einen Wolf sehen, dann machen sie Lärm - peifen zum Beispiel. Der Wolf würde dann abhauen, sagt Noé Bigler. Er ist ein Nachtwache-Freiwilliger des Vereins "Oppal - Schutz der Weidegebiete".

"Wenn wir einen Wolf sehen, dann pfeifen wir."

Organisation bewacht jede Nacht bedrohte Schafherde

Im Schweizer Kanton Wallis hat ein Wolf im vergangenen Juli ein Schaf gerissen. "Seitdem sind wir jeden Abend hier, damit der Schäfer auch mal schlafen kann", sagt Jérémie Moulin. Er ist vom Verein "Oppal - Schutz der Weidegebiete". Er und sein Kollege Noé Bigler passen in dieser Nacht auf die 220 Schafe auf. Sorgen dafür, dass der Wolf nicht nochmal eines der Schafe angreift.

Schäfer Martial Roulin, dem die Herde gehört, erinnert sich noch gut an die eine Nacht im Juli: Er habe nur drei Stunden geschlafen, die Herde Tag und Nacht bewacht. "Der Wolf hat uns beobachtet", sagt er. Und genau dann, als er mal schlief, sei er gekommen und habe das Tier gerissen. Seit die Freiwilligen auf seine Schafe aufpassen, sei kein Tier mehr gerissen worden.

Alle Beiträge der Sendung "Dreiland Aktuell" vom 1. Oktober 2022 im SWR Fernsehen:

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