Live-Blog zu Corona in Baden-Württemberg (Foto: SWR)

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Montag, 11. Juli 2022

STAND

Das war der Montag in Baden-Württemberg

Corona schweißt Nachbarschaft in Mosbach zusammen

19:21 Uhr

In Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) erhält sich ein Chor, der in der Pandemie aus Mangel an Freizeitmöglichkeiten entstanden ist. Seit 2020 singen rund 20 Menschen aus einer Nachbarschaft jeden Sonntag gemeinsam in einem "Corona-Chor", der sie laut eines Mitglieds noch fester zusammengeschweißt hat.

Mosbach

Mehr als 50 Songs im Repertoire Mosbacher "Corona-Chor" trifft sich auch ohne Lockdown

Im ersten Pandemie-Lockdown 2020 haben sie angefangen und seitdem nicht mehr aufgehört: Nachbarn einer kleinen Straße in Mosbach treffen sich jeden Sonntagabend zum Corona-Gesang.  mehr...

Erstmals wieder "Nabada" beim Schwörmontag in Ulm

19:16 Uhr

Die Feierlichkeiten zum Ulmer Stadtfeiertag Schwörmontag sollen in diesem Jahr erstmals wieder wie vor der Pandemie stattfinden - mit dem Wasserumzug "Nabada". Das teilte die Stadt Ulm heute mit. In den vergangenen beiden Jahren hatte es lediglich eine abgespeckte Variante der traditionellen Festivitäten gegeben, beispielsweise ein virtuelles "Nabada". Die Schwörrede findet demnach am kommenden Montag, 18. Juli statt, im Anschluss das "Nabada" mit vielen Booten und Floßen auf der Donau.

Ulm

Sehr hohe Temperaturen erwartet Nach drei Jahren endlich wieder Nabada: Alle Infos zum Schwörmontag in Ulm

In Ulm wird am 18. Juli der Schwörmontag nach zwei Jahren wieder so gefeiert wie zuletzt 2019. Am Vormittag mit der Schwörrede, am Nachmittag mit dem Nabada, dem Umzug auf der Donau.  mehr...

Ausbruch in Ortenauer Klinik

18:18 Uhr

In der Inneren Abteilung des Ortenau Klinikums in Achern (Ortenaukreis) gibt es einen Corona-Ausbruch. Mehrere Patienten und Beschäftigte wurden positiv getestet. Nach Absprache mit dem Gesundheitsamt wird niemand mehr aufgenommen und es sind keine Besuche mehr erlaubt. Die positiv Getesteten wurden isoliert.

Zahl der Corona-Intensivpatienten im Land nun über 130

17:48 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist im Vergleich zum Freitag erneut gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes betrug der Wert heute (Stand: 16 Uhr) 729,3, das entspricht einem Anstieg von 9,7 seit Freitag (Vorwoche: 598,8). Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter 20.707 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19-Infektion auf den Intensivstationen im Land liegt nun über 130. Sie ist im Vergleich zum Freitag um 10 Personen auf 131 angestiegen. Am Montag vor einer Woche waren es noch 108 Betroffene auf den Intensivstationen. Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 4,2 (Vorwoche: 3,2). Das Landesgesundheitsamt meldet zwölf weitere Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind.

Busausfälle im Kreis Karlsruhe

16:58 Uhr

Im Raum Karlsruhe fallen derzeit mehrere Buslinien aus. Nach Angaben des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) ist vor allem der nördliche Landkreis betroffen, darunter die Gemeinden Weingarten, Waghäusel oder Graben-Neudorf. Als Gründe für die Ausfälle nannte ein Sprecher des KVV die nach wie vor hohe Zahl an Corona-Infektionen bei den Busfahrerinnen und Busfahrern. Man rechne wegen der steigenden Corona-Zahlen damit, dass sich das Problem im Herbst noch einmal verschärfen werde. Weil man auch in den kommenden Tagen mit Ausfällen rechne, empfiehlt der KVV den Fahrgästen, sich vor Antritt der Fahrt im Internet oder über die App zu informieren.

Lauterbach begrüßt EU-Empfehlung

16:31 Uhr

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die neue Impf-Empfehlung der EU als "sinnvoll und überfällig" begrüßt. Auf Twitter schrieb er: "Es gibt genug Impfstoff und die Fallzahlen sind hoch. Warten auf angepasste Impfstoffe dauert zu lange und ist zu riskant." Zuvor hatte ein Sprecher von Lauterbachs Ministerium gesagt, er gehe davon aus, dass die Ständige Impfkommission, STIKO, sich der EU-Empfehlung nicht direkt anschließen werde, weil sie unabhängig arbeite. Bisher empfiehlt die STIKO in Deutschland eine zweite Booster-Impfung für Menschen ab 70, für Risikopatienten, medizinisches Personal und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Eine Anpassung der STIKO-Empfehlung käme wahrscheinlich erst, wenn im Herbst mehr Klarheit über Virusvarianten und die Wirksamkeit der einzelnen Impfstoffe dagegen bestehe, so der Sprecher weiter. Grundsätzlich könnten sich aber auch jetzt schon unter 70-Jährige zum zweiten Mal boostern lassen.

EU empfiehlt zweiten Corona-Booster ab 60

12:41 Uhr

Die Gesundheitskommissarin der Europäischen Union, Stella Kyriakides, empfiehlt jetzt auch eine zweite Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus für alle Menschen ab 60. Bislang galt die Empfehlung der EU nur für über 80-Jährige und vulnerable Personen.

Patienten nutzen immer öfter Video-Sprechstunden

11:34 Uhr

Seit der Corona-Pandemie nutzen Versicherte zunehmend Video-Sprechstunden mit Ärzten. Das zeigt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Während die TK-Versicherten in der zweiten Jahreshälfte 2019 nur 297-mal eine Praxis per Video kontaktierten, waren es im gleichen Zeitraum 2020 schon 361.000. Im ersten Halbjahr 2021 waren es demnach sogar 580.000 Video-Beratungen. Der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas geht davon aus, dass sich der Video-Trend auch über die Pandemie hinaus etablieren wird. Patientinnen und Patienten sparten sich damit längere Anfahrtswege und stundenlanges Sitzen im Wartezimmer. Auch das Ansteckungsrisiko werde durch die Online-Sprechstunden reduziert. Für Ärztinnen und Ärzte bedeute der Trend zudem mehr Flexibilität.

Chip-Krise: Mercedes-Absatz sackt erneut ab

11:07 Uhr

Der Mangel an Computerchips und der Corona-Lockdown in China haben den Absatz von Mercedes-Benz im zweiten Quartal stark sinken lassen. Von April bis Juni lieferte der baden-württembergische Autobauer 490.000 Pkw aus, teilte Mercedes-Benz mit. Das sind 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Fehlende Teile und Transportprobleme im Zusammenhang mit dem Lockdown in China bremsten Produktion und Auslieferung. Die Kundennachfrage bleibe dennoch in allen Regionen auf einem hohen Niveau, ergänzte der DAX-Konzern. Vor allem Luxusmodelle wie der Maybach und die Elektroautos der Modellreihe EQ seien stark gefragt.

Immunologin: Herbstwelle könnte wegen Sommerwelle milder ausfallen

9:59 Uhr

Die derzeit hohen Corona-Zahlen könnten dazu führen, dass die Herbstwelle milder ausfällt als zunächst befürchtet. Das sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Christine Falk, dem SWR. Grund dafür sei die steigende Grund-Immunität in der Bevölkerung. Durch den bestehenden Impfschutz und eine zusätzliche Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus, wie man es zurzeit beobachte, baue die Bevölkerung kontinuierlich einen besseren Immunstatus auf. Zugleich warnte Falk davor, dass Menschen aus dem Sommerurlaub andere Corona-Varianten nach Deutschland bringen könnten. Dadurch würde die Gefahr einer Herbstwelle wieder steigen. Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren empfiehlt die Immunologin einen zweiten Booster, um sich vor einem schweren Verlauf zu schützen.

Intensivmediziner Marx: Lage in Krankenhäusern "sehr angespannt"

8:44 Uhr

Der Intensivmediziner Gernot Marx sieht angesichts der Corona-Lage eine "sehr angespannte" Situation auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser. Er betrachte die Situation nicht als dramatisch, aber die Auslastung sei ungewöhnlich hoch für den Sommer, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. 55 Prozent der Intensivstationen melden angesichts einer steigenden Zahl von Corona-Patienten einen teilweise eingeschränkten Betrieb. Hinzu kommen eine hohe Ausfallquote beim Personal und der Abbau von Intensivbetten.

Kinder- und Jugendärzte melden etwas mehr Infekte als vor der Pandemie

6:56 Uhr

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) berichtet von etwas mehr Infekten als zur gleichen Zeit in den Jahren vor Corona. Bei Kindern kursierten insbesondere Rhino- und Parainfluenzaviren. Laut einer Hochrechnung haben sich rund 90 Prozent der Kinder bis zehn Jahre bereits einmal mit einem Parainfluenzavirus infiziert. Auch Influenzaviren spielten weiterhin eine Rolle.  Alle Erreger können grippeähnlichen Symptomen hervorrufen, was die Unterscheidung zu einer Erkrankung mit dem Coronavirus für die Eltern oft schwierig macht.

Dreimal mehr Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen

6:32 Uhr

Aktuell gehen dreimal mehr Menschen wegen akuter Atemwegserkrankungen zum Arzt als in den Jahren vor der Pandemie. Das wird aus Daten des Robert Koch-Institutes (RKI) deutlich. Dieses ging zuletzt von 4,5 Millionen akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) in Deutschland binnen einer Woche aus (im Zeitraum vom 27.6 bis 3.7). In den Vorjahren, sowohl während als auch vor der Corona-Pandemie, lagen die Werte deutlich darunter. Eine ARE liegt vor, wenn ein Patient eine Atemwegserkrankung mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen hat. Dazu könnte neben vermehrten Ansteckungen aber auch beitragen, dass Menschen bereits bei einer milden Symptomatik zum Arzt gehen, weil sie durch die Pandemie sensibilisierter sind. RKI-Angaben zufolge ist für die hohe Zahl an Erkrankungen hauptsächlich auf die Omikron-Variante des Coronavirus zurückzuführen.

Studie: Beschäftigte aus Gastronomie in den Einzelhandel abgewandert

5:28 Uhr

Die Corona-Krise hat einer neuen Studie zufolge vor allem Arbeitskräfte aus dem Gastgewerbe in den Einzelhandel getrieben. Allein im Jahr 2020 hätten bundesweit 216.000 Beschäftigte der Gastronomie den Rücken gekehrt, heißt es in der Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Fast 35.000 von ihnen hätten im Einzelhandel einen neuen Job gefunden. Rund 27.000 Menschen seien von der Gastronomie in das Verkehrs- und Logistikgewerbe gewechselt, unter anderem als Fahrer für Paketdienste. Das Online-Geschäft war im Zuge der Pandemie abermals gestiegen. Etwa gleich viele hätten im Bereich Unternehmensführung angeheuert, zum Beispiel als Sekretärinnen und Sekretäre. Doch es seien nicht nur Mini-Jobber, die die Gastronomie verließen: Unter den Abgängen waren von Juni 2020 bis Juni 2021 auch knapp 60.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, heißt es in der Studie - das ist ein Rückgang von 10,3 Prozent.

Montag, 11. Juli 2022

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