Live-Blog zu Corona in Baden-Württemberg (Foto: SWR)

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Freitag, 15. Juli 2022

STAND

Das war der Freitag in Baden-Württemberg

Gegner der Coronapolitik demonstrieren vor Kretschmann-Auftritt

18:53 Uhr

Vor einem Auftritt von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in der Christuskirche in Konstanz haben Gegner der Corona-Maßnahmen der Regierung lautstark demonstriert. Die Polizei zählte rund 150 Demonstrierende. Mitglieder des Theaters Konstanz machten nebenan vor dem Münster Konstanz daraufhin aber so laut Musik, dass die Redner der Demo nur schlecht zu verstehen waren. Viele der Demonstrierenden hielten Schilder hoch - etwa mit der Aufschrift "Gegen Corona-Diktatur" oder "Isolation oder Leben?". Der katholische Kretschmann wollte am Abend zum 150. Jubiläum der alt-katholischen Gemeinde eine Kanzelrede zum Thema "Erwartungen der Politik an die Kirchen in einer säkularen und religionspluralen Gesellschaft" halten. Auch nach Beginn der Veranstaltung machten die Demonstranten vor der Kirche weiter Lärm.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

18:18 Uhr

Das Landesgesundheitsamt meldete 21.289 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus (Stand: 16 Uhr). Damit steigt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz im Land auf 843,4. Das sind 62,6 mehr als gestern. Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19-Infektion auf den Intensivstationen im Land liegt aktuell bei 129 (Vorwoche: 121). 17 weitere Menschen sind nach Angaben des Landesgesundheitsamts mit oder an Covid-19 gestorben. Die Zahlen heben sich vergleichsweise stark vom Vortag ab, da am gestrigen Donnerstag durch einen technischen Fehler beim Landesgesundheitsamt weniger Fälle gemeldet wurden.

Gesundheitsministerium rechnet mit zwei angepassten Impfstoffen

15:33 Uhr

Im Herbst wird es in Deutschland laut Bundesgesundheitsministerium mindestens zwei auf Virusvarianten angepasste Impfstoffe geben. "Wir werden im Herbst ausreichend Impfstoffe zur Verfügung haben", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Dies würden im wesentlichen zwei verschieden angepasste Impfstoffe gegen Corona sein: Zum einen ein sogenannter bivalenter Impfstoff, aufbauend auf der Virusvariante BA.1. Zum anderen ein an die Variante BA.5 angepasstes Vakzin. "Beide werden in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen." Welcher Impfstoff dann eingesetzt werde, hänge von der dann vorherrschenden Corona-Variante ab. Der erste Impfstoff dürfte Anfang September zur Verfügung stehen, der zweite eher Ende September beziehungsweise Anfang Oktober. Zwar gebe es nun mit der BA2.75 eine neue Variante. Diese sei aber sehr eng an der BA1-Variante.

STIKO-Chef Mertens widerspricht Lauterbach

14:49 Uhr

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, ist gegen eine vierte Impfung für alle Menschen, die jünger als 60 Jahre alt sind. Damit widerspricht er Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der sich für den zweiten Booster ausgesprochen hatte. Er kenne keine Daten, die einen solchen Ratschlag rechtfertigten, sagte Mertens der "Welt am Sonntag" und fügte hinzu: "Ich halte es für schlecht, medizinische Empfehlungen unter dem Motto 'Viel hilft viel' auszusprechen." Die Stiko empfiehlt einen zweiten Booster bislang für Über-70-Jährige und einige andere Risikogruppen. Viele Ärztinnen und Ärzte orientieren sich an der STIKO. EU-Fachbehörden hatten sich kürzlich für eine weitere Auffrischung ab 60 Jahren ausgesprochen.

Ulm

Kritik am Gesundheitsministerium Ulmer STIKO-Chef widerspricht Lauterbachs Empfehlung zur vierten Corona-Impfung

STIKO-Chef Thomas Mertens aus Ulm kritisiert die Impfempfehlung von Bundesgesundheitsminister Lauterbach (SPD). Er kenne keine Daten, die solch einen Ratschlag rechtfertigten.  mehr...

SWR4 BW am Samstagmorgen SWR4 Baden-Württemberg

Hälfte der Corona-Patienten in Kliniken werden wegen Covid-19 behandelt

13:29 Uhr

Das Verhältnis von Menschen, die mit oder wegen Corona im Krankenhaus behandelt werden, hat sich seit Mai nur unwesentlich verändert. Das hat eine Umfrage an den Klinikstandorten im Land ergeben. Wie Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) mitteilte, wurden 47,5 Prozent der Corona-Patientinnen und -Patienten in Krankenhäusern primär wegen ihrer Covid-19-Infektion behandelt (Stichtag 6. Juli). In der vorausgegangenen Erhebung am 4. Mai waren es 44,5 Prozent. Am Stichtag wurden an den 25 Krankenhausstandorten insgesamt 272 Patientinnen und Patienten mit bestätigter Covid-19-Infektion behandelt. Darunter waren 129, die primär wegen Covid-19 behandelt wurden. Aktuell liegen in den baden-württembergischen Krankenhäusern 1.370 Menschen mit einer Corona-Infektion. Auf den Intensivstationen sind es derzeit 143.

Wegen Lockdowns in China: Porsche liefert weniger Autos aus

13:03 Uhr

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche hat im ersten Halbjahr 2022 weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Unter anderem wegen monatelanger Lockdowns in vielen Städten im wichtigen chinesischen Markt. Insgesamt habe Porsche von Januar bis Juni weltweit 145.860 Autos an die Kundinnen und Kunden übergeben, teilte der Autobauer mit. Dies entspreche einem Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. In China, dem größten Einzelmarkt, wurden 40.681 Sportwagen verkauft. Das entspricht einem Rückgang von 16 Prozent. In den USA wurden 32.529 Fahrzeuge ausgeliefert - ein Minus von zehn Prozent zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Im ersten Quartal war ein Frachter mit 4.000 Autos der VW-Gruppe, darunter auch zahlreiche der Marke Porsche, auf dem Weg in die USA ausgebrannt und anschließend gesunken. In Europa stieg die Anzahl der Verkäufe in den ersten sechs Monaten um sieben Prozent auf 43.087 Autos. Auf dem Heimatmarkt legte Porsche um fünf Prozent auf 13.785 Fahrzeuge zu.

Arztpraxen in Südbaden stark ausgelastet

12:30 Uhr

Nach zwei Jahren Pandemie lechzen viele Menschen nach Ferien, Festivals und Geselligkeit. Dass sich dabei auch zahlreiche Personen mit der neuen Corona-Variante anstecken, geht zulasten der Arztpraxen. Das zeigt sich deutlich am Beispiel einer Freiburger Gemeinschaftspraxis. Viele Patientinnen und Patienten wollen wissen, wie sie sich verhalten, wo sie hingehen oder wo sie sich melden sollen.

Freiburg

Festivals und Feierlaune Corona-Variante hält Arztpraxen in Südbaden auf Trab

Nach zwei Jahren Corona lechzen viele nach Ferien, Festivals und Geselligkeit. Dass sich dabei auch viele mit der neuen Virusvariante anstecken, geht zulasten der Arztpraxen.  mehr...

Sorge vor Corona-Infektion wird wieder größer

11:53 Uhr

Die Risiken einer Corona-Infektion bereiten den Menschen in Deutschland wieder mehr Sorgen. In dem am Freitag veröffentlichten "Politbarometer" des ZDF gaben 40 Prozent der Befragten an, eine persönliche Gefährdung durch das Virus zu fürchten. Im Mai waren es noch 30 Prozent, im Juni 34 Prozent. Die aktuelle Corona-Lage wird von elf Prozent als sehr problematisch und von 49 Prozent als problematisch angesehen. Dass es trotz deutlich gestiegener Corona-Fallzahlen aktuell kaum Corona-Beschränkungen gibt, ist umstritten: Von etwas mehr als der Hälfte gibt es Zustimmung, darunter vor allem viele AfD- und FDP-Anhängerinnen und -Anhänger. 47 Prozent finden das schlecht.

25 Millionen Kinder haben wegen Corona keine Routineimpfungen bekommen

11:44 Uhr

Etwa 25 Millionen Kinder haben nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen Corona keine Routineimpfungen gegen verbreitete Krankheiten bekommen. Die beiden Organisationen veröffentlichten einen Bericht, in dem ein Abwärtstrend bei der Grundimmunisierung für Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten festgehalten wurde. Laut den Vereinten Nationen liege dies an der unterbrochenen medizinischen Grundversorgung in der Pandemie und den Fehlinformationen über Schutzimpfungen. Der Abwärtstrend habe bereits 2019 begonnen, teilten UNICEF und WHO mit. Er sei ein Alarmsignal für die Kindergesundheit und stelle den größten anhaltenden Rückgang der Immunisierung von Kindern seit einer Generation dar, warnte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell.

Musikalischer Leiter der Bayreuther Festspiele wegen Corona ausgetauscht

11:22 Uhr

Kurz vor Beginn der Bayreuther Festspiele hat der "Ring des Nibelungen" einen neuen musikalischen Leiter aus Stuttgart bekommen. Cornelius Meister übernimmt kurzfristig für Pietari Inkinen, wie die Festspiele mitteilten. Inkinen musste die Produktion in Bayreuth aus gesundheitlichen Gründen abgeben. "Eine schwerwiegende Corona-Erkrankung macht seine Teilnahme bei den wichtigen Bühnenproben mit Orchester unmöglich", teilten die Festspiele mit. Die Bayreuther Festspiele beginnen am 25. Juli. Die erste Oper des vierteiligen Werks "Der Ring des Nibelungen" soll am 31. Juli aufgeführt werden. Cornelius Meister, Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart, war bislang Dirigent der Eröffnungspremiere "Tristan und Isolde". Damit er "sich voll und ganz auf die intensive Endprobenzeit und die anstehenden Ring-Zyklen konzentrieren" könne, wird diese Aufgabe in diesem Jahr von Markus Poschner übernommen.

RKI: Bundesweite Inzidenz sinkt leicht auf 719,2

6:00 Uhr

Die bundesweite Zahl der bekannten Corona-Infektionen ist laut Robert Koch-Institut seit gestern um 109.694 Fälle auf über 29,56 Millionen gestiegen. Das sind 8.038 Fälle weniger als am Freitag vor einer Woche, als 117.732 Neuinfektionen verzeichnet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt leicht auf 719,2 (Vortag: 720,4). Das RKI meldet 115 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die bekannte Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 142.399.

Mützenich fordert zeitnah neues Infektionsschutzgesetz

5:50 Uhr

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Rolf Mützenich, drückt bei den gesetzlichen Vorbereitungen für eine mögliche Verschlimmerung der Corona-Pandemie in Deutschland aufs Tempo. "Wichtig ist, dass wir uns rechtlich durch ein neues Infektionsschutzgesetz auf die Situation im Herbst vorbereiten", sagte Mützenich der Deutschen Presse-Agentur. Länder und Kommunen müssten rechtssichere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen dürfen. "Ich hoffe, dass wir noch rechtzeitig sind", so der Fraktionchef weiter.

Routine-Impfungen bei Kindern weltweit stark zurückgegangen

5:40 Uhr

Die Routine-Impfungen bei Kindern sind wegen der Corona-Pandemie und Problemen in Konfliktregionen stärker als je zuvor in den vergangenen 30 Jahren zurückgegangen. 2021 hätten 25 Millionen Kinder mindestens eine der drei DTP-Impfungen verpasst, berichteten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Freitag in Genf. DTP ist ein Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten. "Die Folgen werden in Menschenleben gemessen", warnte Unicef-Chefin Catherine Russell. Im Jahr 2020 hätten 23 Millionen Kinder mindestens einen der drei Impftermine verpasst, im Jahr 2019 - vor der Pandemie - waren es nur 19 Millionen. Insgesamt sei der Anteil der Kinder, die alle drei Impfungen bekamen, zwischen 2019 und 2021 von 86 auf 81 Prozent gefallen.

RKI: Infektionsdruck weiterhin hoch

5:30 Uhr

Viele Erkrankte in der Bevölkerung, vermehrte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen und eine steigende Zahl von Intensivpatienten. Eine Entspannung der Corona-Lage ist laut Robert Koch-Institut (RKI) vorerst nicht in Sicht. . Der Infektionsdruck bleibe in allen Altersgruppen hoch, schreibt das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der gemeldeten Fälle blieb im Vergleich zur vorherigen Berichtswoche weitgehend unverändert. "Es zeichnet sich ein Plateau ab", so das RKI. Allerdings seien auch bei gleichbleibenden Fallzahlen weitere Anstiege von schweren Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen zu erwarten, heißt es weiter. Zuletzt verzeichnete die Behörde wieder einen Anstieg bei den Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen. Aus 235 dieser Einrichtungen wurden demnach in der vergangenen Woche Ausbrüche mit mindestens einem neuen Fall gemeldet, in der Vorwoche waren es 192. Angestiegen ist erneut auch die bundesweite Zahl der Patienten, die auf einer Intensivstation mit Covid-19-Diagnose behandelt werden müssen. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lag sie am Donnerstag bei 1.243 (Vorwoche: 1.047).

Lauterbach empfiehlt auch Personen unter 60 Jahren vierte Corona-Impfung

5:25 Uhr

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfiehlt auch Menschen unter 60 Jahren eine vierte Corona-Impfung. "Wenn jemand den Sommer genießen will und kein Risiko eingehen will zu erkranken (...), dann würde ich in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen", sagte Lauterbach am Donnerstag im "Spiegel"-Spitzengespräch über eine zweite Auffrischungsimpfung. "Dann hat man einfach eine ganz andere Sicherheit." Durch die vierte Impfung sei das Long-Covid-Risiko für ein paar Monate "deutlich reduziert" ebenso wie das Infektionsrisiko, so Lauterbach. Der Gesundheitsminister geht damit über die Empfehlungen von EU und Ständiger Impfkommission hinaus. Die EU hatte am Montag eine zweite Auffrischungsimpfung für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang eine zweite Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren und bestimmte andere Personengruppen.

Corona-Pandemie Lauterbach empfiehlt zweite Booster-Impfung auch für alle unter 60

Auch Menschen unter 60 Jahren sollen sich laut Gesundheitsminister Lauterbach ein viertes Mal gegen das Corona-Virus impfen lassen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfehlen hingegen die zweite Booster-Impfungen für Personen ab 60 sowie für Vorerkrankte.  mehr...

Freitag, 15. Juli 2022

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