Busse stehen auf einem Busbetriebshof. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

Mehrere Landkreise betroffen

Busunternehmen protestierten wegen hoher Dieselpreise: Störungen in BW

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In vielen Teilen Baden-Württembergs mussten sich Fahrgäste am Mittwoch darauf einstellen, dass Verbindungen ausfallen. Grund waren Protestaktionen von Busunternehmen.

In vielen Landkreisen haben am Mittwoch Busunternehmen wegen zu hoher Dieselpreise protestiert. Das teilte der Verband Baden-Württembergischer Omnisbusunternehmen (WBO) mit. Fahrgäste mussten sich auf Ausfälle einstellen.

Die Aktion fand am Mittwochvormittag von 10 bis 12 Uhr statt. Busunternehmen aus mehreren Landkreisen in Baden-Württemberg haben teilgenommen, vor allem die südlichen Landeshälfte war betroffen. Auf einer Karte konnten Fahrgäste nachsehen, welche Buslinien betroffen waren. Parallel zu den Protesten fand ein Kongress des Verbands Baden-Württembergischer Omnisbusunternehmen statt. Der Arbeitgeberverband warte auf in Aussicht gestellte Hilfen seitens der Politik, so der WBO.

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Mehrere Landkreise in BW betroffen

Proteste gab es unter anderem in der Region Bodensee-Oberschwaben, sowie in den Landkreisen Alb-Donau und Biberach. Nach Angaben des WBO waren unter anderem Verbindungen in Ehingen, Langenau und Ochsenhausen betroffen, die von privaten Busunternehmen durchgeführt wurden. Auch in Tübingen und in Rottenburg wurde protestiert - zum Beispiel beim Omnibusunternehmen Groß. Ebenso bei Wolpert in Oberndorf (Kreis Rottweil) standen am Mittwoch viele Busse still, auf der Schwäbischen Alb bei Münsingen (Kreis Reutlingen) und in Schömberg (Kreis Calw) beim Busunternehmen Volz. Auch in den Kreisen Freudenstadt und Zollernalb gab es zeitweise keine Fahrten im Linienverkehr.

Unternehmen fordern Unterstützung der Politik

"Trotz Ankündigung eines Stützungspaktes Dieselpreise ist bislang kein Geld für die Mehrkosten geflossen, welche die Verkehrsunternehmen seit Monaten aus eigener Tasche zahlen", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands. Der ÖPNV-Stützungspakt sei ursprünglich für spätestens Ostern angekündigt gewesen. Mehr als 300 private Verkehrsunternehmen sind im WBO organisiert. "Einige haben aufgrund der aktuellen Situation die Segel gestrichen - wobei die Corona-Pandemie den Boden bereitet hatte", heißt es in der Mitteilung.

"ÖPNV kostet Geld. Busse sind auf der Straße, die Fahrer sind den ganzen Tag im Einsatz. Diese Kosten müssen gedeckt werden."

Omnibusunternehmer Bernd Grabherr aus Waldburg (Kreis Ravensburg) glaubt, die Fahrpreise anzupassen, sei die einzige Möglichkeit, um dem starken Energiepreisanstieg entgegenzuwirken. Dagegen gebe es Widerstand aus der Politik, sagte der Busunternehmer im SWR-Interview. "ÖPNV kostet Geld. Busse sind auf der Straße, die Fahrer sind den ganzen Tag im Einsatz. Diese Kosten müssen gedeckt werden."

Busunternehmerin: Verluste erhöhen sich jeden Monat

Auch beim Omnisbusunternehmen Groß aus Rottenburg am Neckar (Kreis Tübingen) fielen Fahrten aus. Jeden Monat erhöhten sich die Verluste, bis Ende des Jahres könnte es eine sechsstellige Sume sein, so Unternehmerin Claudia Groß. Bei den gestiegenen Dieselpreisen könne es zu Insolvenzen kommen. Mit der Protestaktion wolle man nicht den Fahrgästen schaden - sie solle ein Zeichen an die Politik sein.

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