Junge liegt krank im Bett mit Medikamenten (Symbolbild) (Foto: IMAGO, IMAGO/Design Pics)

Apotheker in BW halten Versorgung weiterhin für schwierig

Nach wie vor Engpässe bei Kinderarzneimitteln: Widerspruch nach Aussagen von Bundesgesundheitsminister

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Die Apotheker im Land sehen die Versorgung mit Medikamenten für Kinder als weiterhin schwierig. Das gelte vor allem für Antibiotika. Damit widersprechen sie dem Bundesgesundheitsministerium.

Die Versorgung mit Kinderarzneimitteln ist laut Landesapothekerverband Baden-Württemberg nach wie vor schwierig. Insbesondere bei antibiotischen Säften für Kinder sei die Lage kritisch, denn hier müsse in der Regel schnell reagiert werden, teilte der Landesapothekerverband am Montag mit.

Engpässe nur bei fiebersenkenden Säften behoben

Den Antibiotika-Mangel bestätigte auch das baden-württembergische Sozialministerium. Das betreffe vor allem die Wirkstoffe Amoxicillin und Penicillin V. Insgesamt seien die Produktionszahlen im Vergleich zur Vorjahresperiode aber deutlich erhöht worden. Daher zeigten die aktuellen Daten eine substanziell verbesserte und damit robustere Gesamtversorgungssituation.

Dem Landesapothekerverband zufolge hat sich die Versorgung hingegen lediglich bei fiebersenkenden Säften für Kinder entspannt. Besonders schwierig sei die Situation im Notdienst. Apotheker seien bei fehlenden Kinderarzneimitteln dann an der Belastungsgrenze, so der Verband. Auch für Erwachsene gebe es viele Engpässe. Beispielsweise seien salbutamolhaltige Sprays für Asthmatiker am Markt gar nicht verfügbar. Auch dies bestätigte das Sozialministerium.

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Bundesgesundheitsministerium gibt Entwarnung

Diese Aussagen widersprechen den Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin. Dort hieß es am Montag, die teils kritische Versorgungslage bei Medikamenten für Kinder habe sich entspannt. Die Versorgung mit Kinderarzneimitteln einer "Dringlichkeitsliste" habe sich positiv entwickelt und sei gesichert, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Nur bei Einzelfällen von Wirkstoffen gebe es noch Engpässe, etwa bei den Antibiotika Azithromycin und Clarithromycin.

Weiter teilte das Ministerium mit, die Versorgung mit dem Asthma-Präparat Salbutamol habe durch ein engmaschiges Monitoring und die Nachsteuerung von Produktion und Beschaffung sichergestellt werden können. Hervorzuheben sei eine gute Verfügbarkeit unter anderem der Antibiotika Cefixim und Amoxicillin/Clavulansäure.

Engpässe seien nicht immer zu vermeiden

Auch bei den Erwachsenen-Arzneimitteln sei die Versorgungslage aktuell stabil. Engpässe bei einzelnen Wirkstoffen gebe es, sie seien aufgrund der komplexen Produktion mit langen Vorlaufzeiten auch nicht immer vermeidbar, erklärte das Bundesgesundheitsministerium.

Für die Erkältungssaison hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte im September eine "Dringlichkeitsliste" mit gut 30 Präparaten veröffentlicht, die mit höchster Priorität beschafft werden sollten - unter anderem mehrere Antibiotika, Nasentropfen, fiebersenkende und schmerzlindernde Säfte und Zäpfchen.

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