Vor einer Häuserreihe steht ein Berg mit Sperrmüll; Sperrmüll, Sperrmüllentsorgung, Abzocke (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Dubiose Entsorger machen Kasse

Vorsicht vor Abzocke bei der Sperrmüllabholung

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Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt (Foto: SWR)

Die Webseiten der Abzocker sind so aufgemacht, als ob sie städtische Entsorger wären. Wer darauf reinfällt, zahlt bei der Sperrmüllabfuhr enorme Summen an die dubiosen Firmen.

Wer im Internet nach den Suchbegriffen "Stuttgart" und "Sperrmüll" sucht, findet neben der Seite der Abfallwirtschaft der Stadt (AWS) auch andere Unternehmen, die eine Sperrmüllabholung anbieten. Doch während Privatleute bei der AWS zweimal im Jahr kostenlos ihren Sperrmüll abholen lassen können, verlangen andere Firmen oft überhöhte Preise.

Die Webseite der Abzocker sieht einer echten Seite von Entsorgungsbetrieben sehr ähnlich. (Foto: SWR)
Die Webseite der Abzocker sieht einer echten Seite von Entsorgungsbetrieben sehr ähnlich.

Überrumpelungstaktik beim Sperrmüll-Abholtermin

Recherchen des SWR-Verbrauchermagazins Marktcheck enttarnen die Masche der Betrüger: Kunden mit Sperrmüll denken wegen der Ähnlichkeit der Webseiten, sie beauftragen die Abholung bei der Stadt. Stattdessen handelt es sich um dubiose Unternehmen, die Geld für die Abholung verlangen.

Am Telefon wird ein Preis genannt, bei der Abholung dann aber unter einem Vorwand eine deutlich höhere Rechnung präsentiert. Gezahlt werden muss sofort in bar. Die Kunden fühlen sich überrumpelt und zahlen letztlich Mondpreise für etwas, das eigentlich oft kostenlos ist.

Auf der Webseite der Firma findet sich ein gefälschtes Impressum. An der angegebenen Anschrift kennt keiner dieses Unternehmen. Ein solches Gewerbe ist nicht angemeldet. Ganz offensichtlich stimmt hier etwas nicht.

Über dieses Thema berichtete Marktcheck im SWR Fernsehen im Februar 2022:

Spermüll-Abzocke: Stuttgart ist kein Einzelfall

Die Marktcheck-Recherchen zeigen, identische Webseiten gibt es auch in anderen Städten, immer mit denselben falschen Angaben. Hinter den Unternehmen stecken vernetzte Strukturen im großen Stil, deren Spuren nach Osteuropa führen. Und gegen die scheinen die öffentliche Hand und die Polizei machtlos zu sein.

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