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"Melodien mit Herz" waren das Metier der Sängerin Lolita und brachten ihr eine große Fangemeinde ein. Das ganz große Glück verdankte sie einem "Seemann", der sie in vielen Ländern der Erde zum Star machte. Nun wäre die Künstlerin 90 Jahre alt geworden.

Lolita - Plattencover ihrer Karriere

Lolita Plattencover (Foto: SWR, Polydor (Coverscan))
Der langsame Walzer "Der weiße Mond von Maratonga" aus der Feder von Werner Scharfenberger katapultierte Lolita 1957 bis auf Platz 2 der Verkaufshitparaden. 15 Wochen lang konnte sie sich in den Top Ten behaupten. Den klangvollen Ort "Maratonga" sucht man übrigens vergebens auf der Landkarte. Er war eine Erfindung... Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... der Texterin Fini Busch. Ähnliches gilt für ihren Schlager "Eine blaue Zauberblume" mit der gesungenen Einladung "Fahre mit mir in die Südsee", der rund ein Jahr später auf Erfolgskurs lag. Das gleiche Team zeichnete hierfür verantwortlich und auch hier gelang ein Vorstoß bis auf den 2. Platz der Bestsellerlisten. Darüber hinaus präsentierte sie das Lied im Musikfilm "Mein Schatz ist aus Tirol", in dem Marianne Hold und Joachim Fuchsberger die Hauptrollen spielten. Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Ihr Markenzeichen aus dem Jahr 1960: "Seemann, Deine Heimat ist das Meer" entwickelte sich zum Riesenhit. Nachdem der Titel ein gutes halbes Jahr in Deutschland bestens lief, öffnete ihr das Lied auch das Tor zur "Neuen Welt". Der in Amerika für die deutschsprachigen Minderheiten veröffentlichte Schlager erreichte unerwartet die dortigen Hitparaden. Damit war die Sensation perfekt, denn seit 1945 war sie die einzige deutschsprachige Sängerin, welche die amerikanischen... Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... Charts erobert hatte. Der Erfolg war so überwältigend, dass in Übersee gleich eine komplette Langspielplatte von ihr - in deutscher Sprache - auf den Markt kam. Der Begleittext stellte die "bezaubernde Wiener Sängerin Lolita" vor. Dort heißt es: "Der Erfolg dieser Platte war ein doppelter Triumph: Es war Lolitas erste, die in den USA veröffentlicht wurde und dies zu einer Zeit, in der die meisten Hit-Platten für Teenager gemacht sind - dazu noch in einer Fremdsprache." Für Amerika... Kapp Records (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... kam eine spezielle "Seemann"-Version auf den Markt, in welcher der Mittelteil eine englische Rezitation enthielt. Dies wurde auch bei ihrem Hit "Die Sterne der Prärie" aus dem Jahr 1961 praktiziert, der übrigens ebenfalls auf der gezeigten amerikanischen Langspielplatte enthalten war. Zudem sang sie das Lied im Film "Schlagerraketen". Ihr Auftritt fand allerdings nicht in irgendeinem Filmatelier statt, sondern an Bord des amerikanischen Luxus-Liners "United States". Polydor Coverscan Bild in Detailansicht öffnen
Neben ihrer Solo-Karriere war Lolita immer wieder in diversen Gesangsgruppen aktiv. Legt man zum Beispiel Schallplatten von den "singenden Gesellen", den "Arizonas" oder den "Geschwistern Schramm" auf, so ist häufig Lolita aus diesen Ensembles herauszuhören. Zudem war sie neben Rudi Kreuzberger und Jörg Maria Berg beim "Western Trio" mit dabei. Insgesamt sechs Singles kamen zustande, wovon die deutsche Version des Marty Robbins-Hits "El Paso" die erfolgreichste Platte war. Polydor Coverscan Bild in Detailansicht öffnen
Lolita präsentierte zum Jahresende 1960 eine Auswahl an "unvergessenen Melodien", die überwiegend aus erfolgreichen Kinofilmen der 1930er und 1940er Jahre bestanden. In einer Schallplattenkritik stand zu lesen: "Die junge Frau aus Wien, die vor allem durch Seemannslieder berühmt geworden ist, singt hier mit einem zärtlichen Schuss Grinzing so beschwingt, so träumerisch wie noch nie." Die Produktion... Polydor Coverscan Bild in Detailansicht öffnen
... erschien auch auf dem amerikanischen Plattenmarkt. Auf der Rückseite des Covers fand der Verfasser des Begleittextes lobende Worte für die Künstlerin: "Diese bezaubernde Sängerin fasziniert das Publikum mit der internationalen Sprache der schönen Musik und ob sie auf Deutsch oder Englisch singt, ihre Botschaft ist direkt und kommt von Herzen. Ihre weit verbreitete Popularität in ganz Europa beruht auch auf der Tatsache, dass sie jede Altersgruppe anspricht." Kapp Records (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Bei den "Deutschen Schlager-Festspielen" des Jahres 1963 war sie mit der Seemannsgeschichte "Da kam Johnny" unter den zwölf Finalisten und landete in der Endwertung auf dem sechsten Platz. Mit dieser Produktion neigte sich auch ihre Aufnahmetätigkeit in Wien langsam dem Ende zu, wo bislang... Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... ihre Schallplatten entstanden waren. Am 30. Juni 1964 stand sie letztmalig im Wiener Konzerthaus vor dem Mikrofon, um "Wenn ein Cowboy mich küssen will" zu singen. Damit endete auch die Zusammenarbeit mit ihrem Entdecker und Produzenten Gerhard Mendelson. Ab 1965... Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... verlagerte sich all dies nach Hamburg. Ihr neues Team bestand aus dem Komponisten und Produzenten Lotar Olias ("Ich bin von der Art, wie Lolita arbeitet, sehr angetan. Sie ist überaus diszipliniert. Das sagt wohl alles.") und andererseits aus dem aufstrebenden aus Bremen stammenden Musiker, Komponist und Produzent Hans "James" Last. Eines der ersten gemeinsamen Werke war "Männer, Masten und Matrosen". Polydor (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Ihre Kollegin Margot Eskens war es, die 1967 für eine Illustrierte diese Rezension verfasste: "Lange Zeit war sie sehr krank, unsere Lolita, und mit ihr mussten ihre vielen Freunde und Anhänger um ihre Stimme bangen. Aber Lolita hat es mit eisernem Willen geschafft, wieder gesund zu werden. Sie wird die Erkennungsmelodie der neuen Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" singen. Das Lied hat den gerade für diese tapfere Künstlerin so bezaubernden Titel: Schmiede dein Glück." Polydor (Coverscran) Bild in Detailansicht öffnen
Anlässlich des Wechsels ihrer Plattenfirma schrieb deren Presseabteilung: "Jetzt im Jahre 1973 macht die Sängerin das, was sie sich schon immer erträumte: Sie singt Lieder ihrer Heimat, Lieder von den Bergen. Alfons Bauer ist der neue Plattenproduzent von Lolita." Die LP "Die Stimme mit Herz" bot einige ihrer volkstümlichen Evergreens: "Das Frauenkäferl", "Tief drin im Böhmerwald" oder den Wunschkonzert-Dauerbrenner "Das Schicksalslied". Volkstümliche Klänge... Isarton (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... waren bei Lolita allerdings keine Novität. Nachdem sie bereits 1969 musikalisch "Wiener Spaziergänge" unternommen hatte, folgte fünf Jahre später ein Album mit "Wiener G'schichten". Das große Wiener Streichorchester, das Heurigen-Duo Wenzel, die "Konzert-Schrammeln" und der Zither-Virtuose Alfons Bauer waren ebenfalls mit von der Partie. Wenn ihre volkstümliche Karriere... Isarton (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
... mitunter den Eindruck vermittelte, dass eine Abkehr von den Seemannsliedern stattgefunden hat, so wurde dies 1974 mit dem Album "Mit Lolita auf hoher See" widerlegt. Nach dem Tod von Lale Andersen stellte sie für viele die einzige würdige Interpretin dieses Genres dar. Ihre Vielseitigkeit erlaubte es Lolita, mehrere Sparten mit gleicher Professionalität zu bedienen. Isarton (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
1979 widmete Lolita eine ganze Langspielplatte des schon zu Lebzeiten legendären Komponisten Robert Stolz. Zwölf seiner erfolgreichsten Kompositionen hatte sie für das Album ausgesucht, welches sie selbst produzierte. "Lolita gibt mit ihrer unnachahmlichen Interpretation diesen schönen Nummern einen neuen, sehr persönlichen Glanz" - so bewarb ihre Plattenfirma das Produkt. RCA (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Nach langer Zeit veröffentlichte Lolita mit "Für meine Freunde" wieder ein reines Schlageralbum. Es erschien 1985 zunächst in Österreich und erst zwei Jahre später hierzulande. Fast alle hier enthaltenen Titel stammten aus der Feder des niederländischen Produzenten und Komponisten Johnny Hoes. Ein nachhaltiger Hit hat sich daraus nicht ergeben. Palm Records (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen
Ihrem Vorsatz, Melodien mit Herz zu singen, ist sie im Laufe ihrer Karriere stets treu geblieben. Eine ihrer letzten Aufnahmen war der von Peter Naitsabes komponierte und produzierte Schlager "Ein Herz und eine Seele" aus dem Jahr 1993. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der aus dem mittelfränkischen Fürth stammende und schon seit langer Zeit im Raum Hamburg ansässige Allrounder mit eigener Plattenfirma Peter Sebastian. Toi, Toi, Toi-Records (Coverscan) Bild in Detailansicht öffnen

Der holprige Karrierestart der Edith Zuser

Das Singen bereitete der im österreichischen St. Pölten geborenen Edith Zuser, so ihr bürgerlicher Name, von Anfang an großen Spaß. Doch der Start ihrer musikalischen Karriere gestaltete sich holprig, denn ihr Vater bestand auf einen soliden Beruf. Sie besuchte die Handelsschule, startete eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete als Kindergärtnerin und Zahnarztassistentin.

Ein Talentwettbewerb öffnet die Tür zum Musikgeschäft

Zielbewusst füllte sie jede freie Minute mit Gesang aus. Bei ihren Bemühungen im Theaterverein, im Domchor sowie bei allen möglichen Veranstaltungen mit lokalem Kolorit auftreten zu können, wurde sie von ihrer Mutter unterstützt. Im Gegensatz zu ihrem Vater fand diese, dass ihre Tochter auch mit der leichten Muse im Leben Erfolg haben konnte. Zudem nahm sie klassischen Gesangsunterricht in Wien und schließlich öffnete ihr ein Talentwettbewerb des ORF die Türen zum Musikgeschäft.

Lolita (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / United Archives | United Archives / kpa / Grimm)
Lolita in den 1950er Jahren. picture alliance / United Archives | United Archives / kpa / Grimm

Beim Sender Linz entstanden ihre ersten Gesangsaufnahmen. Der Orchesterleiter Johannes Fehring wurde auf sie aufmerksam und holte sie nach Wien. Im April 1956 bekam Ditta Zusa, wie sie sich mittlerweile nannte, bei einem Unterhaltungsabend die große Chance: "Ich war an sich gar nicht vorgesehen. Musste damals für Gerhard Wendland einspringen! Ich habe anfangs mit viel Herzklopfen "Andalucia" und "Ganz Paris träumt von der Liebe" gesungen."   

Lolitas Stimme führt zu großer Begeisterung

Im Publikum saß der Plattenproduzent Gerhard Mendelson, der von ihrer Stimme so begeistert war, dass er ihr sofort einen Vertrag anbot. Im Dezember machte sie die ersten Aufnahmen unter seiner Regie. Sie sang das Lied "Weißer Holunder", mit dem bereits Gitta Lind einen großen Hit hatte. Für die andere Seite der Single folgte wenig später die Rumba "Ananas", bei der es sich ebenfalls um eine Zweitverwertung handelte. Eine Sängerin namens "Manolita" hatte damit bereits Erfolg.  

"Da drückt man mir eines Tages die Belegplatte in die Hand und ich lese auf dem Etikett "Lolita"! Ich wollt's erst nicht glauben, dass ich das sein sollte." Ihr Produzent hatte sich den Namen einfallen lassen - nicht ohne Hintergedanken. Er wollte von der Namensgleichheit mit der bereits etablierten "Manolita" profitieren und der Konkurrenz Kunden abjagen. Anfänglich nahm sie noch parallel einige Platten als "Ditta Zusa" auf. Dazu zählte unter anderem ein Duett mit Jimmy Makulis: "Sieben Berge, sieben Täler" konnte sich ebenfalls in den Hitparaden platzieren.

Der erste große Durchbruch mit "Der weiße Mond von Maratonga"

Der erste große Erfolg gelang mit "Der weiße Mond von Maratonga", der sie 1957 bis auf Platz zwei der Hitparaden katapultierte und sie sogar jenseits der Grenzen populär machte. Außerdem konnte sie das Lied im Film "Blaue Jungs" präsentieren, ohne dabei jedoch im Bild zu sein. Sie lieh ihre Stimme einer Südseeschönheit. Damit war der Startschuss für ihre Karriere auf der Kino-Leinwand gefallen. Bis 1962 sollte sie in mehr als einem Dutzend Musikfilmen mitwirken.

Lolita  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / United Archives/Schweigmann | Schweigmann)
Lolita in den 1960er Jahren. picture alliance / United Archives/Schweigmann | Schweigmann

Auf dem Plattenteller boomten Fernweh- und Italienschlager. Als am 15. Dezember 1959 Lolita im Studio in Wien für die Aufnahme zu zwei neuen Titeln eintrifft, soll genau dieser Markt bedient werden. "La Luna", die deutsche Cover-Version des italienischen Hits "Quando la luna" hatte Priorität, denn ihr Produzent Gerhard Mendelson war von der deutschen Adaption überzeugt. Für die B-Seite sah man das etwas schlicht gehaltene Lied "Seemann, Deine Heimat ist das Meer" vor.

Der Seemann und das Meer

Mit dem fertigen Produkt ging Gerhard Mendelson auf Promotiontour. Überall stieß er auf dieselbe Reaktion: "La Luna", der potentielle Hit, wurde "zur Kenntnis genommen". Die B-Seite der Single hingegen löste bei den Rundfunkredakteuren Zustimmung, ja sogar Begeisterung aus und der "Seemann" war eindeutig der Favorit. Dennoch blieb Mendelson bei seiner Einschätzung, die sich schnell als Irrweg entpuppte. Am 6. Februar 1960 wurde "Seemann, Deine Heimat ist das Meer" erstmals in der deutschen Hitparade notiert, verblieb dort 40 Wochen und stieß bis auf Platz 2 vor.

Lolita (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / United Archives/Schweigmann | Schweigmann)
Lolita in den 1960er Jahren. picture alliance / United Archives/Schweigmann | Schweigmann

Der Erfolg hierzulande war Motor für die Entscheidung, den Titel in Übersee für die deutschsprachigen Minderheiten in Amerika zu veröffentlichen. Im August 1960 kam die Single dort auf den Markt und fand sogar zur Überraschung aller Eingang in die nationalen Hitparaden. Als der "Seemann" die Top 100 erreichte, kam man auf die Idee, den Titel mit einer englisch gesprochenen Rezitation im Mittelteil des Titels zu ergänzen.

Voller Erfolg im Ausland und Übersee

Lolita landete einen sensationellen Hit und arbeitete sich bis auf Platz 5 in den Billboard Charts vor. Seit 1945 war sie die einzige deutschsprachige Sängerin, der eine solch grandiose Platzierung gelungen war. Spitzenplätze meldeten auch andere Länder: In Norwegen führte sie neun Wochen die Charts an. Selbst in Japan wurde sie in der Hitparade notiert. Die Single erschien ebenso in Ländern wie beispielsweise Südamerika, Kanada oder Neuseeland.

Mit diesem internationalen Erfolg hatte niemand gerechnet. Allein in den USA gingen eine Viertelmillion Exemplare mit dem deutsch gesungenen Titel über die Ladentische. Unterm Strich verkaufte ihre Plattenfirma "Polydor" insgesamt mehr als zwei Millionen Tonträger. Lolita war damit die erste Sängerin, die für eine Million verkaufter Schallplatten in Deutschland eine goldene Schallplatte erhielt. Diese Auszeichnung war bislang nur ihren männlichen Kollegen vorbehalten.

Lolita war die beliebteste Schlagersängerin des Jahres

Anfang 1961 genoss Lolita eine außerordentlich hohe Popularität. Unter anderem kürte sie die Leserschaft der Jugendzeitschrift "Bravo" zur "beliebtesten Schlagersängerin des Jahres". Fanpost aus vielen Ländern der Erde flatterte ihr ins Haus. "Mein TerminkaIender kennt keine weissen Blätter" äußerte sie in einem Interview. Als sie 1963 bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden auf der Teilnehmerliste stand, galt sie bei vielen als Anwärterin auf einen der Spitzenplätze. Am Ende erreichte ihr Lied "Da kam Jonny" jedoch nur den 6. Platz.

Geldscheine, die mit Lolita bedruckt sind. (Foto: SWR)
Ihr Bild zierte auf einem Poster, das ihrer LP "Meine Heimat ist Meer" beigefügt war, einen "Zwölfmarkschein" - abgeleitet von den zwölf Seemannsliedern und Shanties, welche die Platte bot.

Ein gesundheitlicher Rückschlag

Wenig später erfuhr ihre Karriere eine jähe Unterbrechung. Bei einem schweren Autounfall erlitt sie ernste Verletzungen, die einen monatelangen Krankenhausaufenthalt nach sich zogen. Innere Kopfverletzungen, Lähmungserscheinungen, zeitweiliger Verlust der Stimme und die akute Gefahr einer Erblindung bereiteten große Sorgen. Sie ließ sich jedoch nicht unterkriegen und im Frühjahr 1964 stand sie erstmals wieder im Aufnahmestudio.    

Die Musik im Wandel hin zur Volksmusik

Ab 1965 fand sie in Lotar Olias und James Last neue Produzenten. Trotz der Unterstützung dieser Giganten gelang es nicht, dass Lolita an ihre alten Plattenerfolge anknüpfen konnte. Der Publikumsgeschmack hatte sich gewandelt und so gelangen ihr mit Liedern wie "Ich will leben", "Schmiede Dein Glück" oder "Paradies der schönen Träume" lediglich Achtungserfolge.

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Schon in der Vergangenheit hatte sie immer wieder musikalische Ausflüge in die Volksmusik unternommen. Nun konzentrierte sie sich vermehrt auf diese Richtung und konnte damit an alte Erfolge anknüpfen. Als Wirtin in der TV-Sendung "Im Krug zum grünen Kranze" brachte sie Volkstümliches auf die heimischen Bildschirme. Später übernahm sie Moderationsaufgaben beim ZDF und präsentierte zusammen mit Maxl Graf die Sendereihe "Lustige Musikanten".

1976 erhielt sie für die Verdienste um die Pflege deutscher Volksmusik die "Hermann Löns-Medaille". Durch den musikalischen Sprung in die alpenländische Musik ist sie den maritim geprägten Schlagern nicht untreu geworden. Dank ihrer Vielseitigkeit war sie in der Lage, beiden Genres gerecht zu werden. Bis ins neue Jahrtausend hinein war sie immer wieder gern gesehener Gast in einschlägigen TV-Sendungen, wie zum Beispiel dem "Musikantenstadl" oder "Melodie der Meere".

Lolita (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / United Archives/Impress | United Archives/Impress)
Lolita in den 1980er Jahren. picture alliance / United Archives/Impress | United Archives/Impress

Am 1. Juli 2010 erlag Lolita in ihrer Wahlheimat Großgmain im Bezirk Salzburg-Umgebung im Alter von 79 Jahren einer Krebserkrankung. Mit ihren Liedern schrieb sie Schlagergeschichte und bleibt unvergessen.

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