Ausstellung

Katharina Sieverding im Museum Frieder Burda in Baden-Baden: „Die Sonne um Mitternacht schauen“

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AUTOR/IN
Patrick Neumann

Großformatig, überwältigend in Ästhetik und meist auch mit politischer Aussage sind die Fotografien von Katharina Sieverding, die das Museum Frieder Burda in Baden-Baden zeigt. „Die Sonne um Mitternacht schauen“ lässt die Besucher*innen eintauchen in die farbintensiven Werke der Künstlerin.

Im Spannungsfeld von Ästhetik und Politik

Widersprüche ziehen Katharina Sieverding an und inspirieren sie — seit mehr als fünfzig Jahren. In „Die Sonne um Mitternacht schauen“ trifft eine flirrende blaue Sonne, als Film projiziert auf eine riesige LED-Folie an der Außenwand des Museums, auf eine rotglühende Sonne im Innenraum. In diesem Spannungsfeld stehen die Fotografien von Sieverding – großformatig, überwältigend in Ästhetik und meist auch politischer Aussage: Mal sind es kriegerische Konflikte, mal sind es die Grenzen zwischen Mann und Frau, die die Künstlerin in ihren Werken auslotet — dazwischen Installationen mit Monitoren, auf denen Filmausschnitte zu sehen sind.

Katharina Sieverding (Foto: Pressestelle, Klaus Mettig, VG Bild-Kunst)
Katharina Sieverding: Transformer Cyan Solarisation 5 A/B, 1973/74 Pressestelle Klaus Mettig, VG Bild-Kunst Bild in Detailansicht öffnen
Katharina Sieverding: EIGENBEWEGUNG 1967-1969 Pressestelle Klaus Mettig, VG Bild-Kunst Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Katharina Sieverding: XI/78, SCHLACHTFELD DEUTSCHLAND, 1978 Pressestelle Klaus Mettig, VG Bild-Kunst 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Katharina Sieverding: THE GREAT WHITE WAY GOES BLACK, IX/1977 Pressestelle Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht „Die Sonne um Mitternacht schauen“ von Katharina Sieverding im Museum Frieder Burda Pressestelle Katharina Sieverding/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht „Die Sonne um Mitternacht schauen“ von Katharina Sieverding im Museum Frieder Burda Pressestelle Katharina Sieverding/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen

Als Tochter eines Röntgenarztes wurde Katharina Sieverding schon früh durch die Verfremdungseffekte medizinischer Fotografie beeinflusst, etwa durch irisierende, zum Teil kontrastreiche Lichteffekte. Metallisch verfärbte Selbstporträts in diesem Stil gehören seit vielen Jahren zu ihren Werken.

Vielseitige Künstlerin

Auch ihre Arbeit als Bühnenbildnerin prägte sie: „Besonders die Tätigkeit am Deutschen Schauspielhaus Hamburg mit Größen wie dem Intendanten Gustav Gründgens oder Fritz Kortner, der Umgang mit den Live-Darstellungen und dem Bühnenraum. War natürlich klar, dass das die Voraussetzungen waren für die Beantwortung der Frage, wie ich künstlerisch alles verwerten, verwenden und anwenden könnte und dass es natürlich um das große Format ging.“

Katharina Sieverding (Foto: Pressestelle, Valentin Behringer, Museum Frieder Burda)
Katharina Sieverding Pressestelle Valentin Behringer, Museum Frieder Burda

In Baden-Baden sind nun Werke aus allen Schaffensperioden der Künstlerin versammelt — von den 1960er Jahren bis heute. Sieverding thematisiert die Flüchtlingskrise und die Pandemie, sie habe ein „seismographisches Gefühl“, sagt Kurator Udo Kittelmann.

Die Ausstellung „Die Sonne um Mitternacht schauen“ von Katharina Sieverding im Museum Frieder Burda in Baden-Baden läuft noch bis 9. Januar 2022.

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