Kurkuma ist in einer Schale als Pulver angerichtet. Kurkuma-Wurzeln liegen um die Schale herum. (Foto: Colourbox)

SWR1 Interview mit Dr. Karin Pirc

"Mit Ayurveda kann man alles gut behandeln"

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SWR1

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die bis heute viele Anwender in Indien, Nepal und Sri Lanka hat. Wie eine Behandlung mit Ayurveda aussehen kann, hat uns Dr. Karic Pirc erzählt.

Dr. Karin Pirc ist Ärztin und Gründerin der Maharishi Ayurveda Privatklinik in Bad Ems.

SWR1: Ich stelle mir Ayurveda als komplett Ahnungsloser so vor, dass das sehr angenehm ist. Vielleicht ein bisschen entspannte Musik und mir werden heiße Öle auf den Körper gekippt. Komme ich damit zumindest in die Nähe dessen, was Sie da tatsächlich machen?

Dr. Karin Pirc: Ayurveda ist ein ganz großes Gesundheitssystem, muss man eigentlich sagen, mit vielen, vielen verschiedenen Facetten. Für den Laien besteht es auch daran, erstmal zu lernen, wie funktioniert eigentlich mein Körper? Was macht er zu verschiedenen Tageszeiten? Was esse ich am besten? Diese Reinigungs- und Umstimmungs- und Entgiftungs- und Heilkur, die wir hier anbieten, das ist tatsächlich zwar ein sehr wirkungsvoller, aber doch ein kleiner Teil dessen, was der Ayurveda überhaupt bieten kann.

SWR1: Was für Krankheiten kann man mit Ayurveda gut behandeln?

Pirc: Also Sie können mit Ayurveda alles gut behandeln. Hier in der Klinik kommen natürlich hauptsächlich Leute her, die schon lange irgendetwas haben, wo sie auch meistens schon eine ziemliche Odyssee mit der Schulmedizin hinter sich haben. Mit kleinen Erfolgen, aber nie so, dass es richtig ausheilt. Wir haben viele Menschen, die natürlich mit Burn-out kommen, mit Erschöpfungszuständen. Das ist ja die neueste Volkskrankheit, sage ich mal. Aber natürlich auch die ganze Bandbreite chronischer Krankheiten, chronisches Asthma, Polyarthritis, also entzündete Gelenke, Rheuma...

SWR1: Nehmen wir ein chronisches Asthma als Beispiel. Was machen Sie mit den Menschen bei Ihnen in der Ayurveda Klinik?

Pirc: Also wenn jetzt jemand mit Asthma kommt, dann kann man sich das so vorstellen. Wir machen mal ein drastisches Beispiel: er hat ein schweres Asthma, er nimmt innerlich Kortison, er nimmt seine Sprays ein. Die reißen wir ihm natürlich nicht sofort weg, sondern wir lassen ihm das. Jetzt fangen wir an, den Körper umzustimmen, zu entgiften, Behandlungen zu machen, mit Ölmassagen, mit Einläufen mit Abführen. Klingt nicht so lecker, aber dafür sind die Ölmassagen ganz besonders angenehm, um die Zellen wieder von Ablagerungen, von Stoffwechselrückständen zu befreien. Und in dem Maße, wie uns das gelingt – ob man es glaubt oder nicht – beim ersten Hören fängt das Asthma an, sich zu reduzieren.

Ayurvedische Massage (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / imageBROKER | Jochen Tack)
Zum Behandlungsspektrum der Ayurveda gehören auch Ölmassagen.

SWR1: Ayurveda-Behandlungen werden nicht von den Krankenkassen bezahlt. Was kostet das beispielsweise, wenn man einen zweiwöchigen Aufenthalt in Ihrer Klinik absolviert?

Pirc: Es ist eine sehr, sehr aufwendige Therapie. Die Patienten bekommen hier zwei bis drei Stunden am Tag pro Person von jeweils zwei Therapeuten oder Therapeutinnen ihre Behandlung. Das muss natürlich selbst bezahlt werden. Dann muss das Hotel dazu in aller Regel bezahlt werden. Man muss nicht im Hotel wohnen, aber es bietet sich an, weil die meisten Gäste ja von außerhalb kommen. Also ich sag mal so eine Zehn-Tages-Kur wird von den Behandlungen her so bei 2500 bis 3000 Euro liegen. Bei 14 Tagen wird das schon deutlich mehr, weil einfach mehr Zeit für intensive Anwendungen da ist. Da sind wir dann schon ungefähr bei 5000 Euro. Also es ist schon ein Angang.

SWR1: Viele Alternative Heilmethoden, also im Sinne von Alternativen zur Schulmedizin, haben Zweifler, die sagen, das ist Hokuspokus. Was sagen Sie solchen Leuten in Sachen Ayurveda als Antwort?

Pirc: Dann bin ich ganz frech und sage das sind die Leute, die nicht wissen, wie man es schreibt. Also ich habe hier mal eine Kardiologin gehabt zum Hospitieren, eine Oberärztin von einer Klinik, die sich das mal angucken wollte. Und die hat nach fast jedem Patienten der rausging gesagt, ich fasse es nicht. Die war so überrascht, was man machen kann. Also wenn man das sieht, was hier passiert, dann ist man davon angetan.

SWR1: Was hat bei Ihnen persönlich ausgelöst, sich von der Schulmedizin ab- und zur Ayurveda-Heilslehre hinzuwenden?

Pirc: Das ist eine ganz persönliche Geschichte. Ich war als Kind sterbenskrank, ständig und ewig lange. Ich habe dann mit 19 Jahren angefangen mit transzendentaler Meditation. Daraufhin wurde meine Gesundheit ruckartig besser und dann war es um mich geschehen.

SWR1: Da waren Sie aber noch nicht Ärztin.

Pirc: Da war ich noch nicht Ärztin. Aber mir wurde dadurch klar, durch diese Innenschau, die man bei Meditationen betreibt, dass es mehr gibt als Essen, trinken und so weiter. Ich hatte mir immer vorgestellt, ich möchte Menschen helfen, schon als kleines Kind. Dann habe ich also erst Psychologie studiert, weil ich dachte im Zweifelsfalle ist die Seel wichtiger als der Körper und dann habe ich hinterher noch das Medizinstudium angeschlossen. Mir war aber klar, dass ich nicht Schulmedizin machen würde. Ich wollte was, was natürlicher ist, was mehr im Einklang mit den Menschen ist. Dann habe ich vom Ayurveda gehört und gedacht, guck mal. Und als ich die Ausbildung gemacht habe, da wusste ich, das ist genau das, was ich gesucht habe. Als ich nachher zurück kam und mit meinen Patienten gearbeitet habe, da war ich noch viel sicherer. Ich war im ersten halben Jahr nur überrascht, was man mit diesen sanften Methoden machen kann, wo man oft mit der modernen Medizin nicht richtig vorwärts kommt oder nicht zufriedenstellend vorwärts kommt.

Das Gespräch führte SWR1 Moderator Hanns Lohmann.

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