Das Bild zeigt die Hyend-Rakete, die von Studierenden der Uni Stuttgart gebaut wurde. (Foto: SWR, Thomas Hillebrandt)

Raumfahrt

Stuttgarter Studierende bauen Rakete

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Thomas Hillebrandt
Thomas Hillebrandt, Redakteur und Reporter bei SWR Wissen aktuell (Foto: SWR, SWR, Christian Koch)
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Lena Schmidt
Julia Tejkl

An der Uni Stuttgart haben Studierende der Luft- und Raumfahrttechnik eine sieben Meter lange Rakete gebaut. Nachdem sie vom DLR geprüft wurde, ist klar: Im April darf sie starten.

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„HyEnd“-Projekt besteht DLR-Prüfung

Die Studierenden der Uni Stuttgart können einen großen Erfolg verbuchen: Die „HyEnd“-Rakete, die sie alleine entwickelt und gebaut haben, hat das sogenannte Rocket Acception Review des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bestanden.

Bevor die Rakete Ende April in ESRANGE, dem europäischen Raketenstartplatz im schwedischen Kiruna, starten kann, wurde sie genauestens vom DLR überprüft – eine Art TÜV-Abnahme. „Prinzipiell habt ihr damit das GO für die Kampagne in Kiruna im April“, teilt Karsten Lappöhn vom DLR den Studierenden mit.

Die Rakete der Studierenden wird unter die Lupe genommen. (Foto: SWR, Thomas Hillebrandt)
Jedes Teil der Rakete muss vor dem Start genau geprüft werden.

Alles genauestens geprüft

Von der in der Raketenspitze eingebauten Steuerelektronik bis zu dem aus Karbonfasern gebauten Rumpf der Rakete wurde alles gecheckt. Eine kleinere Test-Version der Rakete ist schon erfolgreich abgehoben und auch der Fallschirm für die Rückkehr der Rakete wurde getestet. 

Indira Keserovic, die auch am Projekt mitgearbeitet hat, ist glücklich: Bald kann sie packen. Es bleiben nur noch wenige Wochen, bis die Rakete des Stuttgarter „HyEnd“-Teams in Schweden in Richtung Weltraum starten kann. „Ich freue mich natürlich extrem“, sagt die Studentin. Drei Jahre harte Arbeit werden mit der Erlaubnis nun belohnt.

Das Bild zeigt die Raketen-Startrampe des Raumfahrtzentrums Esrange in Kiruna, Schweden. (Foto: IMAGO, derifo)
An der Startrampe in Kiruna, Schweden, gelten für die studentischen Raketen die gleichen strengen Sicherheitsregeln wie für alle anderen, regulären Höhenforschungsraketen auch.

Höhenrekord könnte gebrochen werden

Das erklärte Ziel des studentischen „HyEnd“-Teams ist es, zunächst den Höhenrekord von 32 Kilometern für von Studierenden gebaute Hybridraketen zu brechen – und dann noch weiter zu gehen. Nach Plan soll die Rakete eine Höhe von 100 Kilometern erreichen und damit in den Weltraum vorstoßen.

Das Stern-Programm des DLR 

Die Stuttgarter Rakete entstand im Rahmen des STERN-Programms des DLR. STERN – Das steht für Studentische Experimental-Raketen. Praxis statt „nur“ Theorie, Bauen statt „nur“ planen, erleben statt „nur“ darüber lesen – Das ist die Idee hinter dem Projekt.

Neben der Praxiserfahrung dient das „HyEnd“-Projekt auch dem Studienfortschritt. Die Arbeit an der Rakete ist in die Lehrveranstaltungen der Studierenden integriert und kann ihnen als Leistungsnachweis dienen.

Ich glaube, so ein Projekt ist auch ein Aushängeschild weitere Studenten und junge Menschen für so etwas zu begeistern. 

Lappöhn, der das STERN-Programm leitet, ist sich sicher: „Wenn man ein Projekt hat, was mitzieht, was mitreißend ist, was spannend ist, dann kommen auch die Leute und sind hochmotiviert, das Ganze auch zu machen und umzusetzen.“ Die Motivation und der Einsatz der Studierenden in Stuttgart hat sich gelohnt. Ob sie dem Projekt mit einem erfolgreichen Raketenstart die Krone aufsetzen können, zeigt sich Ende April in Kiruna.

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