Evolution

Wozu haben wir Augenbrauen?

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Oliver Reuther)

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Augenbrauen verhindern, dass Schweiß in die Augen kommt

Es gibt zwei mögliche Gründe: Zum einen verhindern Augenbrauen, dass einem der Schweiß von der Stirn direkt ins Auge läuft. Das ist wohl die wichtigste Funktion. Für unsere Vorfahren in Afrika, die in der Hitze der Savanne viel herumgerannt sind oder gekämpft haben, war das wichtig. Denn wenn einem der Schweiß in die Augen tropft, ist das hinderlich. Und wenn man sich im falschen Moment den Schweiß aus den Augen wischt, kann es tödlich sein.

Augenbrauen: Die Stelle, wo der Mensch Haare dazubekommen hat

Tatsächlich scheinen sich Augenbrauen erst entwickelt zu haben, als der Mensch die afrikanische Savanne erobert hat, denn unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, haben über dem Auge keine ausgeprägte Behaarung. Und das fällt auf: Eigentlich sind weniger behaart als Schimpansen, nur über dem Auge sind Haare dazugekommen.

Der Schimpanse hat dafür etwas anderes, was die Menschen kaum noch besitzen, nämlich sogenannte Überaugenwülste. Dort, wo wir die Augenbrauen haben, stehen beim Affen – und das war auch noch beim Neandertaler so – die Knochen ein wenig heraus, sodass über den Augen die Stirn ein bisschen vorspringt.

Sind Augenbrauen Ersatz für die Überaugenwülste?

Damit ergibt sich eine zweite mögliche Erklärung: In der menschlichen Kommunikation spielt Mimik eine große Rolle. Wir drücken über die Augenbrauen viele Gefühle aus. Wenn wir mürrisch sind, ziehen wir sie zusammen; sind wir freudig überrascht, ziehen wir die Brauen hoch. Und ganz ähnlich kommunizieren Affen mit ihren Überaugenwülsten.

Der frühe Mensch hat diese markanten Wülste über den Augen verloren, weil das Gesicht im Lauf der Menschwerdung immer flacher geworden ist. Möglicherweise sind also Augenbrauchen ein Ersatz für die Überaugenwülste beim Affen bzw. beim Neandertaler. Sie tragen gewissermaßen dazu bei, dass die Mimik besser erkennbar ist. Aber das sind alles Vermutungen – beweisen lassen sie sich kaum.

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