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Der Einfluss ist tatsächlich messbar, denn beim Musizieren passiert Folgendes: Im sogenannten Emotionssystem des Gehirns, im Limbischen System, gibt es eine kleine Nervenzellgruppe, die ventrales tegmentales Areal (VTA) heißt und das Belohnungshormon Dopamin ausschüttet – bei Ihnen in dem Moment, in dem Sie Ihre Geige sehen. Wenn Sie dann die Geige ergreifen, den Bogen nehmen und spielen, wird dieser Impuls vom ventralen tegmentalen Areal etwa vier Zentimeter nach vorne in den sogenannten Accumbens-Kern übertragen. Das ist der Kern, der Glücksgefühle macht.

Mit speziellen Methoden kann man tatsächlich nachweisen, dass das Dopamin plötzlich ausgeschüttet wird und sich im gesamten Gehirn weiterverbreitet und Ihnen dann dieses rauschhafte Gefühl gibt.

Dass wir Menschen solche Glücksgefühle z.B. beim Musizieren erleben, hängt unter anderem damit zusammen, dass Sie sich darüber auch freuen, dass Sie was Neues für sich erobert haben und dass sich die Sicherheit einstellt: Oh, der Ton klingt gar nicht schlecht und ich kann ja schon ganz schöne Sachen spielen. Das ist etwas, das unser Gehirn ganz stark belohnt. Da haben Sie einen sehr glücklichen Griff getan.

Kann das eine Sucht auslösen?

Ich denke nicht, dass es gefährlich wird. Es kann natürlich sein, dass Sie relativ viel üben, aber das ist ja nicht schlecht. Und es ist bekannt, dass es zum Beispiel berühmte Solisten gab oder gibt, etwa Elvis Presley: Der brauchte diese Glücksgefühle, wenn er vor großen Menschenmengen stand. Als diese Erlebnisse ausblieben, bekam er Entzugssymptome.

Spielen neben Dopamin noch andere Hormone eine Rolle?

Dopamin wirkt etwas längerfristig, was die Erwartung von einer Belohnung stark programmiert. Endorphine sind relativ kurz wirksame Glückshormone, die in dem Moment ansteigen, in dem Sie gerade eine Gänsehaut haben. Die bewegen sich gewissermaßen im Minutenbereich.

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