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Werden Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und Epiphyse (Zirbeldrüse) beim Singen aktiviert?

Stand
Autor/in
Eckart Altenmüller

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Die Hypophyse ist die große Hirnanhangsdrüse, die unterhalb des Stirnhirnlappens sitzt. Sie ist eine wichtige Hormondrüse, die vor allem die Steuerhormone für Schilddrüse, für die Geschlechtsdrüsen, für den Stress, für Aktivierung von Adrenalin und so weiter ausschüttet. Sie hat also eine sehr wichtige Funktion in der Regulation der globalen Körperbereitschaft, der Sexualität, des Appetits, der Aktivität.

Die Epiphyse ist die sogenannte Zirbeldrüse, die sitzt hinten, tief im Innern des Gehirns. Sie ist, soweit wir das beim Menschen sehen können, vor allem wichtig für die Tag-Nacht-Rhythmik und für die Wahrnehmung. Dort gibt es noch lichtsensitive Zellen und es gibt Tiere, die mit der Epiphyse sehen.

Gisela Rohmert aus Darmstadt, die die sogenannte Diaphragmen-Lehre dargestellt hat, behauptet, dass durch das Singen das Hirnwasser in Schwingung kommt und durch diese indirekten Schwingungen des Hirnwassers auch die Hirnanhangsdrüsen, die Hypophyse und die Epiphyse, mit in Schwingung geraten und so das vegetative Leben und, wie Sie sagen, "spirituelle Eindrücke" formen.

Dazu muss man sagen: Es ist richtig, dass die Stimme über Resonanzen direkt in unser Gehirn kommt und dort physikalisch auf die Nervenzellen einwirkt. Die Erregung durch die "Schwingungen des Nervenwassers" reicht jedoch nicht aus, um die Nervenzellen zu aktivieren. Es gibt also bislang noch keinen Beleg für die direkte Beeinflussung der Epiphyse und Hypophyse durch das Singen.

Auf jeden Fall aber aktivieren Sie durch das Singen Ihren Körper und verbessern über Emotionen, die Freude an Ihrer Stimme, das Wohlbefinden und können durch verbesserte Atmung auch Ihre Immunlage positiv beeinflussen.

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