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Warum haben die meisten Comicfiguren nur vier Finger?

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Gábor Paál
Gábor Paál (Foto: SWR, Oliver Reuther)

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Disney-Zeichner sparten Zeit

Viele Comicfiguren haben nur einen Daumen und drei weitere Finger. Natürlich sind vier Finger leichter zu zeichnen, aber das ist nicht der einzige Grund. Denn bei Comic-Heften wäre das wirklich ein vernachlässigbarer Aufwand.

Ich habe mal zwei Comic-Zeichner gefragt – nämlich Markus Witzel („Mawil“) und Felix Görmann („Flix“). Die haben mir erklärt, dass die Tradition der „vier Finger“ auf die frühen Zeichentrickfilme der 1920er- und 1930er-Jahre zurückgeht, vor allem auf die alten Disneyfilme. Die waren ja, verglichen mit heutigen Animationsfilmen, noch sehr einfach gezeichnet. Und da die Zeichner für die Filme viele Bildabfolgen zeichnen mussten, haben sie tatsächlich Zeit gespart, wenn sie einen Finger weggelassen haben.

Für alle wesentlichen Ausdrucksformen reichen vier Finger

Man kann über die Gestik mit Daumen und Zeigefinger schon ziemlich viel ausdrücken, den Mittelfinger bräuchte man nur für irgendwelche obszönen Gesten, als Stinkefinger, der aber in diesen klassischen Comics nicht vorkommt. Mit den Trickfilmen hat das also angefangen – und später haben die Figuren die vier Finger beibehalten.

Heute hat der Verzicht auf einen Finger oft stilistische Gründe. Man findet die 4-Finger-Hand vor allem bei den Figuren, die eher skizzenhaft gezeichnet sind, wie ein Cartoon. Auch Calvin aus „Calvin und Hobbes“ hat nur vier Finger. Ebenso „Hägar der Schreckliche“. In diesen Fällen, so sagen mir die Comic-Experten, würde es sogar überladen oder unharmonisch aussehen, wenn eine an sich einfache, knubbelige Figur plötzlich fünf filigrane Finger hätte.

Bei den Comics dagegen, die schon aufwändiger gezeichnet sind und mehr von den Details leben, haben die Figuren dann meist auch fünf Finger. Asterix zum Beispiel hat fünf Finger. Tim aus „Tim und Struppi“ hat ebenfalls fünf Finger, weil Hergé ein sehr genauer Zeichner war.

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Das geht auf die Antike zurück. Die Römer kannten den Finger als "digitus impudicus". Von Gábor Paál. Text und Audio dieses Beitrags stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

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