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Gábor Paál (Foto: SWR, Gábor Paál)

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In Afrika wehen in der Tat andere Winde als bei uns. Während wir den meisten Wind aus Westen bekommen, kommt er – vor allem zwischen Sahara und Äquator – vor allem aus Nordosten. Das sind die berühmten Passatwinde. Um sie zu verstehen, fängt man am besten beim Äquator an: Am Äquator ist die Sonneneinstrahlung besonders groß, die Sonne steht fast senkrecht und heizt die Erdoberfläche entsprechend stark auf. Dadurch wird die Luft am Boden sehr schnell sehr heiß, und heiße Luft steigt bekanntlich auf. Diese aufsteigende Luft aber hinterlässt kein Vakuum, sondern wird ersetzt durch nachströmende Luft aus der Nachbarschaft des Äquators, also von Norden oder von Süden. Nordafrika liegt nördlich des Äquators, also strömt dort zunächst Luft von Norden nach Süden. Das ist der Passatwind. Allerdings bewegt sich die Luft nicht in einer geraden Linie von Nord nach Süd, sondern wird nach rechts abgelenkt. Das ist grundsätzlich so: Winde auf der Nordhalbkugel der Erde werden im Uhrzeigersinn abgelenkt. Auslöser ist die sogenannte Corioliskraft, die durch die Erddrehung entsteht – diese Ablenkung der Winde führt letztlich auch dazu, dass Hoch- und Tiefdruckgebiete auf der Wetterkarte immer so eine runde Wirbel-Form haben. In Bezug auf die Passatwinde sieht die Situation also so aus: Am Äquator steigt Luft auf, von Norden strömt Luft nach, und weil diese Luft dann nach rechts abgelenkt wird, kommt sie eben nicht mehr genau aus Nord, sondern aus Nordost – und so entstehen die Nordostpassate.