Redewendung

Woher kommt die Redewendung "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing"?

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Herrscher und deren Heldentaten preisen – gegen Geld

Wenn man sich in die Zeit zurückversetzt, in der es Minnesänger gab oder in die Zeit des bürgerlichen Oswald von Wolkenstein – die waren so etwas wie feile Federn. Die hatten selten eine feste Anstellung und mussten von Hof zu Hof ziehen. Dort hat man Lieder gesungen. Das waren nicht "Alle meine Entchen“, sondern sehr oft handelte es sich um richtige Gesänge, die einen Herrscher, einen Grafen, einen Fürsten priesen und Geschichten von seinen Heldentaten erzählten.

Der Sänger musste den Ruhm dieses Adligen in seinen Liedern verewigen und dafür bekam er dann etwas Geld, eine Unterkunft, eine Ehrengabe, vielleicht auch einen schönen Ring oder so etwas. Das hat sich übertragen, sodass man gesagt hat: Wes Brot ich ess – am Hofe eines Herzog von Württemberg zum Beispiel – dann sing ich lieber nichts Schlechtes über diesen, sondern etwas Positives. Denn würde ich den kritisieren, kriegte ich natürlich nichts zu essen.

Kleine Bäckerin beißt in Brot (Foto: Imago, via www.imago-images.de)
Selbst ist die Frau: Sie hat sich ihr Brot einfach selbst gebacken. Imago via www.imago-images.de

Porträt aus der Innsbrucker Handschrift B Oswald von Wolkenstein

In unserer aktuellen Serie präsentieren wir Musikerporträts aus acht Jahrhunderten. Was verraten diese Darstellungen über die Musiker und ihre Zeit? Sieglinde Hartmann von der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft Frankfurt ist heute unsere Expertin. Bettina Winkler hat mit ihr über das Porträt des Dichters und Musikers Oswald von Wolkenstein gesprochen.  mehr...

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