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Erste Belege in Palästina aus der nachexilischen Zeit

Erste schriftliche Belege stammen aus der nachexilischen Zeit, also dem 5., 4. oder 3. Jahrhundert. Solche Verbote haben aber auch kulturgeschichtliche Wurzeln. So gibt es bei uns z. B. kein Verbot, Schlangenfleisch zu essen, und trotzdem isst niemand dieses Fleisch.

Durch die Archäologie können wir feststellen, dass es beim Schweinefleischverbot unterschiedliche Praktiken gab. Wir haben in fast allen Ortschaften Schweineknochen nachgewiesen. Interessant dabei: Im Philistergebiet – die Philister sind ja vom Mittelmeerraum her eingewandert – haben wir eine relativ hohe Prozentzahl an Schweineknochen, während wir in vielen Orten des Gebietes, das später Israel wurde, schon im 12. bzw. 11. Jahrhundert eine ganz geringe Anzahl an Schweineknochen haben; sie liegt bei etwa ein bis zwei Prozent.

Wurzel des Verbots: Schwein als Nahrungsmittelkonkurrent

Zum einen ging es einfach um den Geschmack. Dazu kommt aber sicher, dass das Schwein ein Nahrungsmittelkonkurrent für die Menschen ist. Es geht also nicht um Reinheit, sondern schlicht um Nahrungsmittelkonkurrenz. In einem Land, in dem man sich mühsam durch Ackerbau über Wasser halten muss, stellen Schweine eine große Gefahr dar, weil sie die Felder verwüsten könnten. Daher wollte man ganz bewusst möglichst wenige Schweine haben. Vor allem im Jordangraben gab es Wildschweine, die reichlich Schaden angerichtet haben. Der Wunsch, diese Gefahr einzudämmen, stellt wohl die historische Wurzel des Schweinefleischverbots dar.

Judentum Wie wird man Jude?

Das Judentum ist im Gegensatz zu Christentum und Islam keine missionierende Religion. Es ist nicht darauf aus, dass Nicht-Juden konvertieren. Aber wer will, kann Jude werden. Von Edna Brocke  mehr...

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