1000 Antworten Wie entstehen die Kornkreise?

Dauer

Hier bei Göttingen gibt es einen Flugdienst, der Aufnahmen von der Gegend macht. Da sind ab und zu Kornkreise abgebildet. Sie sind hier auf Feldern zu sehen und auch über die ganze Welt verteilt. Wie entstehen die?

Kornkreise bei Nördlingen (Landkreis Donau-Ries) (Foto: Colourbox)
Kornkreise bei Nördlingen (Landkreis Donau-Ries)

Der Kornkreisboom ging so richtig Anfang der 90er Jahre los. Das gab es viele Kornkreise in England und von dort hat sich das über die Welt verbreitet. Und es gab die wildesten Theorien von mysteriösen Luftwirbeln bis hin zu Außerirdischen. Aber irgendwann hat man dann rausbekommen, wie das funktioniert. Es ist eigentlich relativ simpel. Kreise entstehen wie bei einem Zirkel. Es gibt einen Mittelpunkt und etwas dreht sich im gleichen Abstand im diesen Mittelpunkt herum. So ist es in der Regel bei diesen Kornkreisen auch. Also, was braucht man? Eine lange Stange oder ein festes Seil, einer stellt sich in die Mitte, bleibt da stehen – einer geht ans Ende von der Stange oder dem Seil, und läuft dann gemächlich um den ersten rum. Beim Seil natürlich immer so, dass das Seil fest gespannt ist. Das heißt, der Zweite bleibt immer im gleichen Abstand zum Ersten und erzeugt damit einen schönen runden Kreis. Und wenn mehr Leute dabei sind, können sich alle ans Seil hängen und auf der Fläche die Felder niedertrampeln. Neben den einfachen Kreisen gibt es auch noch ausgefeiltere Formen, da muss man vorher ein bisschen tüfteln. Aber letztlich lassen die sich alle mit diesem Prinzip erklären.

Da bleibt natürlich die Frage: Warum machen die das?

Aus Schabernack!

Ja, aber man hat die Leute nie beobachtet und auch keine Fußspuren entdeckt. Und die Kreise sind riesengroß.

Wenn wir das Beispiel mit dem Seil nehmen – wenn Sie das Seil so fest spannen, dass es die Halme umpflügt, müssen Sie auch nicht zwingend hinterher Fußspuren auf der Fläche finden. Und Spuren kann man schließlich auch verwischen.

Aber die Halme sind nicht geknickt, das ist doch auch eigenartig. Und dass die Erscheinung weltweit anzutreffen ist, lässt ja fast auf eine geheime „Kornkreisproduktionsgemeinschaft“ schließen.

Naja, Moden und Trends sprechen sich nun mal herum, Nachahmer gibt es immer. Und nachdem die Aktionen meist über Nacht passieren – und man weiß ja nie, wo – ist es natürlich schwer, die Täter anzutreffen.

Als Zusatzinformation ist vielleicht noch Folgendes interessant: In Spanien, im Westen der USA oder in anderen eher trockenen Ländern sieht man vom Flugzeug aus oft das Gegenstück zu den Kornkreisen, nämlich riesige kreisrund angelegte Felder – und auch die sind das Ergebnis. wenn man so will, einer geometrischen Konstruktion. Sie entstehen nämlich durch große rotierende Bewässerungssysteme. Also in der Mitte des Feldes ist der Wasseranschluss, da ist das Bewässerungssystem fest montiert, und das Gerät besteht simpel gesagt, aus einem langen Rohr auf Rädern, durch das das Wasser aufs Feld gesprüht wird. Dieses Rohr bewegt sich im Kreis um den Wasseranschluss in der Mitte – und so entstehen diese großen kreisrunden Felder. Das geometrische Prinzip ist also das gleiche wie bei den Kornkreisen, nur dass auf diesen Feldern das Getreide im Kreis wächst – während bei den Kornkreisen das Getreide kreisförmig zerstört wird.