STAND

In beiden Rundfunkanstalten wird die Einführung des Fernsehen für den Südwesten vorangetrieben. Der SWF hat nun ein Landesstudio in Mainz, der SDR legt mit den „Festlichen Operntagen im Schwetzinger Schloss“ den Gründungsstein für die Schwetzinger Festspiele. Und der Fernsehturm in Stuttgart-Degerloch schreibt Architekturgeschichte und wird zum Wahrzeichen der Stadt.

1951

2. April

Gründung eines neuen Tanzmusikensembles mit Namen „Erwin Lehn und sein Südfunk-Tanzorchester“. Für die Rundfunkproduktionen des Orchesters stellt der SDR Lehn jährlich einen eigenen Etat bereit.

15. April

Der SDR weiht den Sendesaal in der Villa Berg ein.

Einweihung des Sendesaals in der Villa Berg in Stuttgart

Sendesaal in der Villa Berg 1952 (Foto: SWR)
Der Sendesaal in der Villa Berg 1952 Bild in Detailansicht öffnen
Der Sendesaal in der Villa Berg wird eingeweiht, hier der Hörfunkdirektor Peter Kehm und der Südfunk-Chor. Bild in Detailansicht öffnen

9. Mai

Durch die Fusion mit dem Koblenzer Rundfunkorchester entsteht in Kaiserslautern aus dem Funkorchester ein neu geschaffenes Ensemble mit dem Namen „Großes Unterhaltungsorchester des Südwestfunks“. Emmerich Smola übernimmt die Leitung.

Sommer

Der SWF berichtet zum ersten Mal nach dem Krieg direkt vom „Großen Preis von Deutschland“ auf dem Nürburgring.

27. August

Der Staatsvertrag über den Südwestfunk kommt zwischen den Ländern Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg-Hohenzollern zustande. Die Regelung der Staatsaufsicht und ein größerer staatlicher Einfluss auf den Verwaltungsrat und den Haushalt werden festgeschrieben.

1. September

Im Haus der Mainzer Stadtverwaltung „Am Pulverturm“ nimmt das Landesstudio Rheinland-Pfalz des SWF seinen Betrieb auf.

Das Haus der Mainzer Stadtverwaltung „Am Pulverturm“ (Foto: SWR)
Das Haus der Mainzer Stadtverwaltung „Am Pulverturm“ (Innenansicht)

Oktober

Hermann Joseph Dahmen übernimmt die Leitung des „Chor des Süddeutschen Rundfunks“ , der der ehemalige Kammerchor von Radio Stuttgart ist. Zeitgenössische Musik wird zunehmend ein Schwerpunkt des Repertoires.

1952

24. Mai – 29. Juni

Erstmals finden die Schwetzinger Festspiele statt. Unter der Bezeichnung „Festliche Operntage im Schwetzinger Schloss“ begründet der SDR eines der bekanntesten Festivals für klassische und neue Musik.

17. Juli

Der SDR-Rundfunkrat bildet einen Ausschuss zur Einführung des Fernsehens. Ein Jahr später wird der Radioreporter Helmut Jedele mit dem Aufbau beauftragt. Zu seinen engen Mitarbeitern gehören Hans Gottschalk und Martin Walser. Letzterer ist seit 1949 als Reporter, Regisseur und Hörspielautor für den SDR tätig.

Ausschuss zur Vorbereitung des Fernsehens

1953

27. März

Mit dem Fernsehvertrag zwischen den Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland wird ein dezentrales Modell für den Aufbau eines Fernsehprogramms festgelegt.

1954

1. November

Das ARD-Gemeinschaftsprogramm „Deutsches Fernsehen“ beginnt bundesweit mit der Ausstrahlung.

5. November

Der SDR erscheint zum ersten Mal im Abendprogramm der ARD mit dem Fernsehspiel „Ein Opfer für den Wind“.

Bericht der „Abendschau“ vom 5. November 1974 zum 20-jährigen Jubiläum:

Ein Opfer für den Wind

Intendant Fritz Eberhard bei seiner Ansprache zur ersten Fernsehsendung (Foto: SWR, Hugo Jehle)
Intendant Fritz Eberhard hält anlässlich der ersten SDR-Fernsehsendung am 5. November 1959 eine Ansprache. Hugo Jehle Bild in Detailansicht öffnen
Szene aus der ersten SDR-Fernsehsendung „Ein Opfer für den Wind“ Bild in Detailansicht öffnen
Szene aus der ersten SDR-Fernsehsendung „Ein Opfer für den Wind“ Bild in Detailansicht öffnen
Szene aus der ersten SDR-Fernsehsendung „Ein Opfer für den Wind“ Bild in Detailansicht öffnen

26. November

Drei Wochen nach dem SDR folgt der Premierenabend des SWF für das Gemeinschaftsprogramm der ARD: Ernst von Khuon berichtet über „Der Schritt ins Weltall“.

Den Abschluss bildet das Fernsehspiel „Kleine Ursachen – große Wirkung“ nach Kurt Tucholsky.

25. November 1964 Mitschnitt der „Abendschau“-Jubiläumssendung zum 10-jährigen Bestehen des Südwestfunk-Fernsehens mit Ausschnitten der ersten Sendungen sowie den Gästen Ernst von Khuon, Ursula von Manescul, Ernst Neger und anderen. Moderation: Horst Scharfenberg

1955

2. Februar

Die SDR-Hörfunkreihe „Radio Essay“ startet, SWR2 sendet heute noch das SWR2 Essay.

17. Februar

Der SWF überträgt zum ersten Mal im Fernsehen die gemeinsame Prunksitzung der Mainzer Karnevalsvereine. Der Titel der Sendung lautet „Mainz wie es singt und lacht“.

30. März

Die erste Fernseh-Liveübertragung eines Fußballländerspiels, Deutschland gegen Italien, kommt aus dem Stuttgarter Neckarstadion. Das Spiel endet 1:2.

Fernseh-Liveübertragung eines Fußballländerspiels

Gerd Krämer bei der Fernseh-Liveübertragung eines Fußballländerspiels (Foto: SWR)
Sportjournalist Gerd Krämer bei der Fernseh-Liveübertragung Bild in Detailansicht öffnen
Kameramänner bei der ersten Fernseh-Liveübertragung eines Fußballländerspiels Bild in Detailansicht öffnen
Übertragungswagen vor dem Stuttgarter Neckarstadion Bild in Detailansicht öffnen

1956

5. Februar

Der 216 Meter hohe Fernsehturm in Stuttgart-Degerloch wird eingeweiht. Der Entwurf von Professor Fritz Leonhardt schreibt Architekturgeschichte und wird zum Wahrzeichen Stuttgarts.

12.2.1956 „Wochenspiegel“ der ARD: Stuttgart: Übergabe des Fernsehturms:

31. August – 9. September

Von der „Deutschen Fernsehschau“ auf dem Killesberg werden täglich 13 Stunden Programm gesendet. 308.000 Besucher kommen zu dieser Vorgängerveranstaltung der Internationalen Funkausstellung, um Fernsehen hautnah zu erleben.

1957

3. April

Aus der von SDR, SWF und Hessischen Rundfunk produzierten Regionalsendung „Von Rhein, Main und Neckar“ entsteht die werktägliche „Abendschau“.

7. Mai

Der Neubau des SDR-Studios Karlsruhe, wegen seiner blauen Fassade auch „Blaues Haus“ genannt, wird eingeweiht.

Der Neubau des Studios Karlsruhe, von den Karlsruhern „Blaues Haus“ genannt, wird 1957 eingeweiht. (Foto: SWR, Erich Bauer)
Das Studio Karlsruhe im sogenannten „Blauen Haus“ wird 1957 eingeweiht. Erich Bauer

1. August

Mit dem Beitrag „Ein Großkampftag“ von Dieter Ertel startet die Dokumentarfilmreihe „Zeichen der Zeit“ der sogenannten „Stuttgarter Schule des Dokumentarfilms“.

7. September

Der SDR strahlt „Der Richter und sein Henker“ nach dem gleichnamigen Roman von Friedrich Dürrenmatt aus. Es ist das erste Fernsehspiel mit Außenaufnahmen, das auf Filmmaterial aufgezeichnet wird.

Der Richter und sein Henker  (Foto: SWR)
V. l. n. r.: Hans Gottschalk, Friedrich Dürrenmatt, Franz Peter Wirth

1958

1. April

Die zunehmende Verbreitung der Fünf-Tage-Woche beeinflusst die Programmgestaltung des Hörfunks. Der SWF startet in seinem ersten Programm die Samstagvormittagssendung „Frohes Wochenende“ speziell für diejenigen, die an diesem Tag frei haben. Im zweiten Programm werden gleichzeitig anspruchsvolle Wortbeiträge und ernste Musik ausgestrahlt.

27. Juni

Der 36-jährige Journalist Hans Bausch setzt sich gegen Fritz Eberhard durch und wird zum neuen Intendanten des SDR gewählt. In seiner 31 Jahre andauernden Amtszeit wird Bausch siebenmal wiedergewählt. Als engagierter Verfechter eines freien Rundfunks ohne Einflussnahme staatlicher, parteipolitischer oder kommerzieller Interessen setzt er Maßstäbe.

Intendant Hans Bausch  (Foto: SWR)
Intendant Hans Bausch

9. Dezember

Der SWF verfügt als erste Rundfunkanstalt in Europa über ein Gerät für die magnetische Aufzeichnung von Fernsehbildern (MAZ) und kann die erste Fernsehsendung im ARD-Programm vom Band abspielen.

Der SWF verfügt als erste Rundfunkanstalt in Europa über ein magnetisches Aufzeichnungssystem (MAZ). (Foto: SWR)
Das magnetische Aufzeichnungssystem (MAZ) im SWF in Baden-Baden

1959

16. März

Der Staatsvertrag über den Südwestfunk wird durch die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz um zehn Jahre verlängert.

Juli

Der „Chor des Süddeutschen Rundfunks“ wird in „Südfunk-Chor“ umbenannt.

1960

14. Januar

„Die sechs Siebeng‘scheiten“ startet im SWF-Nachmittagsprogramm. Die Sendung, in der zwei Schulen getrennt nach Stufen gegeneinander spielen, erlebt bis zur Einstellung 1996 rund 400 Folgen.

19. Januar 1960: Quizsendung mit Moderator Jürgen Graf, in der zwei Schulen gegeneinander antreten. In dieser Folge spielt das Staatlich Altsprachliche Gymnasium in Worms gegen das Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz.

21. Oktober

Die 14-teilige Dokumentarreihe „Das Dritte Reich“ – eine Gemeinschaftsproduktion von SDR und WDR – beginnt mit der Ausstrahlung. Es ist die erste Fernsehdokumentation, die sich mit der deutschen Geschichte in den Jahren 1933 bis 1945 befasst.

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